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Sicherer Aus- und Einstieg für Wasserwanderer am Trebsener Wehr

Neubau Sicherer Aus- und Einstieg für Wasserwanderer am Trebsener Wehr

Wasserwanderer dürfen aufatmen. Ab jetzt können sie ihre Boote am Trebsener Wehr wieder geordnet umtragen, was seit dem Hochwasser von 2013 zumindest nicht mehr auf sicheren Pfaden möglich war. Die vereinigte Mulde ist damit von Grimma nach Wurzen geregelt befahrbar.

Warntafel am Ufer der Mulde: Hier müssen die Boote aus dem Wasser genommen werden.

Quelle: Thomas Kube

Trebsen/Neichen. Wasserwanderer dürfen aufatmen. Ab jetzt können sie ihre Boote am Trebsener Wehr wieder geordnet umtragen, was seit dem Hochwasser vom Frühsommer 2013 zumindest nicht mehr auf sicheren Pfaden möglich war. Die vereinigte Mulde ist damit von Grimma nach Wurzen geregelt befahrbar.

Gestern nahmen die Behörden die neuen Aus- und Einstiegsstellen mit prüfendem Blick ab. Sie wurden massiv befestigt in der Hoffnung, dass sie künftigen Hochwassern besser standhalten als die bisherigen unbefestigten Hänge. Wer hier sein Boot aus dem Fluss nimmt und nach dem Wehr wieder einsetzt, läuft nun über Wasserbausteine, die in Beton verlegt wurden. Die seitlichen Böschungen versah die Wilhelm Straßen- und Tiefbau GmbH aus Mutzschen, die den Auftrag für das Gesamtvorhaben erhalten hatte, mit Steinschüttungen.

Erst im November vergangenen Jahres konnte sie loslegen. „Zunächst musste die Fischtreppe am Wehr fertig werden, bevor es möglich war, anzufangen“, erklärte Sybilla Thiere, Planerin der GIS GmbH aus Riesa. „Außerdem haben wir darauf warten müssen, dass der Pegel der Mulde tief genug war.“

Für Jürgen Veit, stellvertretender Leiter der Flussmeisterei Grimma, hat die Baufirma gute Arbeit abgeliefert. „Hier ist alles in Ordnung“, urteilte er. Das Fliesverhalten der Mulde werde nicht beeinträchtigt. Links und rechts sei das kommende Wehr ausgeschildert, so dass Wasserwanderer rechtzeitig auf die Ausstiegsstelle hingewiesen sind.

Die Einschätzung der unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt fällt etwas kritischer aus. „Es wurde alles gebaut wie geplant, alles ist zulässig“, sagte Mitarbeiterin Martina Manschatz, schränkte aber im gleichen Atemzug ein: „Es handelt sich aber um einen Eingriff in die Natur. Die Ein- und Ausstiegsstellen sehen technisch aus. Sie sind kein riesengroßes Problem, aber auch nicht besonders schön.“

Besonders stört Manschatz der Knöterich, der nun vor allem im Umkreis der neuen Ausstiegsstelle wächst. „Die Rhizome wurden während des Baus zerrissen, und aus jedem Stück bildete sich eine neue Pflanze“, erklärte sie. Die Stadtverwaltung Trebsen, die für die Unterhaltung zuständig ist, bat sie, hier Abhilfe zu schaffen, vielleicht durch häufigeres Mähen der Flächen.

Nach dem Hochwasser von 2013 hatte die Papierfabrik „Julius Schulte“ die Auflage erhalten, im Zuge der Sanierung ihres Wehrs auch eine Fischtreppe anzulegen. Sie wurde dort gebaut, wo sich die alte Ausstiegsstelle befand, die deshalb weiter in Richtung Grimma verlegt werden musste. Somit vergrößert sich die Strecke, die Wasserwanderer ihre Boote umtragen müssen, erheblich. Der neue Weg, der mit einer ungebundenen Decke hergestellt wurde, ist 250 Meter lang. „Sehr belastend“, befand Steffen Heiber von der Firma Wassersport, die Schlauchboote für die Strecke verleiht. „Wir planen deshalb eine Art Bootswagen, der vor Ort stehen bleibt mit der Einweisung, dass er jeweils zur Ausstiegsstelle zurückzubringen ist.“ Die Aus- und Einstiegsstellen selbst bezeichnete Heiber als optimal.

70 000 Euro netto kostete alles zusammen. „Die Maßnahme ist Teil der Flutschadensbeseitigung und wurde zu 100 Prozent gefördert“, erklärte Planerin Thiere. Paddler, die ihr Boot in Grimma nach dem Großmühlenwehr zu Wasser lassen und in Wurzen vor dem Wehr die Mulde verlassen, müssen nur noch die Wehre in Golzern und Trebsen umtragen. Jene von Bahren und Walzig existieren nicht mehr.

Von Frank Pfeifer

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