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Wurzen Solarpark als historische Chance für Hohburg
Region Wurzen Solarpark als historische Chance für Hohburg
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16:34 11.02.2010
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Hohburg

Zwei Investoren wollen hier mit Freiflächen-Fotovoltaikanlagen regenerative Energien erzeugen. Sie stellten sich am Mittwochabend zur gut besuchten Gemeinderatssitzung im Feuerwehrgerätehaus Lüptitz den Fragen des Dorfparlaments.

Als Betreiber will die Mügrop GbR Sonnenwelt, eine noch ausstehende Neugründung mit Firmensitz in Hohburg, auf einer Fläche von sieben bis 16 Hektar von der Firma Bauer kristalline Module und eine Trafostation als Umformer installieren lassen. Das Unternehmen aus dem Mainzer Raum, so ein Mitarbeiter, habe deutschlandweit, in Italien und Spanien in den vergangenen acht Jahren mehr als 3000 Anlagen aufgebaut. Maximal zwei Module übereinander, so der Plan, werden auf einer Grünfläche an Pfählen von 1,90 Metern aufgestellt. Zwischen Baustart und Beginn der Einspeisung werden zwei Monate veranschlagt.

Fritz Gröschl, einer der Investoren, informierte den Gemeinderat darüber, dass die Finanzierung der Investition von der Sächsischen Aufbaubank (SAB) zugesichert worden sei. Als Pachtsumme an die Gemeinde hält er monatlich 5000 bis 6000 Euro pro Hektar für machbar. „Wir kennen zwar Pachtbeträge von 1000 Euro, sehen aber, dass die Gemeinde auch einen Vorteil haben muss“, betonte Gröschl. Die SAB habe die Pachthöhe übrigens nie in Frage gestellt. Jetzt warte das Trio auf grünes Licht des Gemeinderates.

Aus Burgstädt war Unternehmensberater Jochen H.F. Lehnhoff angereist, der als Erbauer die mp-tec GmbH und als zukünftigen Betreiber die Schweizer pv Projekt AG vertritt. Sie will in Lüptitz auf 14 Hektar Solarenergie erzeugen. Als Kaufmann listete Lehnhoff akribisch den fiskalischen Nutzen langjähriger Pachtverträge auf und führte Beurteilungskriterien für Solarstrom an. Wegen geplanter Senkung der Einspeisevergütung legte er den Gemeinderäten eindringlich nahe: „Greifen Sie jetzt zu. Nach dem 30. Juni ist das nicht mehr in dem Umfang und der Qualität wie jetzt möglich.“ Als Pachtpreis haben die Investoren zum einen das monatliche Fixum von 3500 bis 4200 Euro pro Hektar und zum andreren 4,2 Prozent Beteiligung an der Vergütung für die Gesamteinspeisung im Auge.

Beide potentiellen Partner, so ergaben die beharrlichen Anfragen der Gemeinderäte, sind bestrebt, über einen Generalauftragnehmer Firmen der Region in das Vorhaben einzubinden. Darüber hinaus sei mit drei bis vier ständigen Arbeitsplätzen zu rechnen.

Vor der Ratssitzung hatte Bürgermeister Uwe Weigelt den Gemeinderat unter Ausschluss der Öffentlichkeit über den Sachstand im Gewerbegebiet Lüptitz, speziell über die Besitzverhältnisse bei den für einen Erwerb in Frage kommenden Flächen sowie die fiskalischen Wirkungen des Vorhabens informiert.

Für Weigelt ist das Geschäft mit dem Solarpark ein historische Chance, den Haushalt der Gemeinde zukunftsfähig zu gestalten. Er kündigte eine Sondersitzung am 23. Februar ab 19.30 Uhr im Sportheim Großzschepa an. Dabei sollen Grundstückskäufe und Verträge mit den Investoren per Beschluss besiegelt werden. Am Mittwochabend einigte sich die Gemeinderat im Grundsatz darüber, in Lüptitz Flächen zu kaufen und den Alteigentümern eine Mehrerlösklausel einzuräumen, weil sie der Gemeinde preislich entgegenkommen.

Ingrid Leps

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