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Sonnenenergie per Knopfdruck

Sonnenenergie per Knopfdruck

Der Strom fließt. Mit einem gemeinsamen Druck auf den roten Knopf nahmen Sachsens Umweltminister Frank Kupfer (CDU), Landrat Gerhard Gey (CDU), Oberbürgermeister Jörg Röglin (parteilos) und René Rätze, Geschäftsführer der Wärmeversorgung Wurzen GmbH (WVW), gestern Vormittag den Solarpark an der Eilenburger Straße in Betrieb.

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Einer für alle, alle für einen: Gemeinsam nahmen Landrat Gerhard Gey, Umweltminister Frank Kupfer, Oberbürgermeister Jörg Röglin und WVW-Geschäftsführer René Rätze (v.l.n.r.) per Knopfdruck den Solarpark in Betrieb.

Quelle: Ines Alekowa

Wurzen. Die WVW beschenkte sich damit quasi selbst: Sie feierte zugleich ihr 20-jähriges Bestehen.

Aus Sonne wird Strom. Am Morgen noch habe er beim Blick in den wolkenverhangenen Himmel ein Fragezeichen hinter diesen Satz gesetzt, scherzte Rätze. Gegenüber den zahlreichen Gästen im Festzelt, unter ihnen die CDU-Landtagsabgeordneten Hannelore Dietzschold und Georg von Breitenbuch, die ehemaligen Wurzener Oberbürgermeister Anton Pausch und Jürgen Schmidt sowie natürlich all jene, die das Projekt unterstützend begleitet haben, gab er sich optimistisch: „Wir werden heute die Anlage und die Sonne anschalten." Der Solarpark an der Eilenburger Straße ist der erste in Wurzen. Auf dem 5,4 Hektar großen Areal hat Juhr Elektroservice aus Kühren auf hohen Ständern 10 322 Module, Gesamtfläche 1,7 Hektar, installiert. „Die Abstände sind erforderlich, um eine Verschattung zu verhindern", erklärte Rätze. Bei Spitzenleistung erzeugen die Module 2,5 Megawatt, was in etwa der Versorgung von 800 Haushalten entspricht. 3,3 Millionen Euro hat die WVW in die Anlage investiert, zehn Prozent davon aus Eigenmitteln, den „Rest" über einen KfW-Förderkredit. Mit dem Projekt sei man dem Klimaschutzziel gefolgt, „aber natürlich wollen wir auch ein bisschen Geld zur Finanzierung weiterer Vorhaben generieren", sagte Rätze mit Blick auf die nächsten 20 Jahre, mindestens.

Umweltminister Frank Kupfer fand gleich mehrere Gründe, das Wurzener Projekt zu loben. Zum einen sei hier eine Konversionsfläche sinnvoll nachgenutzt worden. „Das schont Landwirtschaftsflächen". Im Übrigen, so Kupfer, sei der Tag gut gewählt: „Heute vor 18 Jahren zogen die russischen Truppen offiziell ab." Zum zweiten sei man auf mehr erneuerbare Energien angewiesen. Der Minister verhehlte dabei nicht, dass das Erneuerbare Energiengesetz (EEG) einen Spagat erfordere: „Wir müssen es so machen, dass es Wirtschaft wie Verbrauchern nicht schadet." Für die Stadt bedeute die Anlage außerdem einen weiteren Schritt zum European Energy Award, eine Zertifizierung für Kommunen, die Energie und Geld sparen.

Oberbürgermeister Röglin nahm den Ball auf und wies darauf hin, dass von den 180 kommunalen Liegenschaften noch nicht alle energetisch saniert sind. „Hier würden wir uns die Unterstützung des Freistaates wünschen, insbesondere für unsere Schulen und Kitas." – Auch für die Umnutzung der Militärbrache hatte die Stadt einen langen Atem gebraucht. Vor nicht ganz 40 Jahren habe er als Kind vom gegenüberliegenden Grundstück des Großvaters aus die ausfahrenden Panzer beobachtet, erinnerte sich Röglin. „Und nicht nur einmal hat einer im Garten gestanden." Die Russen allerdings waren nur das letzte Glied der Kette. Seit Anfang des 20. Jahrhunderts wurde das Areal militärisch genutzt, zuerst durch Feldartillerie, dann nach einer kurzen zivilen Pause durch Flak-Einheiten. Nachdem das Sächsische Immobilien- und Baumanagement (SIB) der Stadt die Option eröffnet hatte, die insgesamt 14 Hektar zu übernehmen, musste das Areal – auch wegen der Tanklager – zunächst dekontaminiert werden; EU-Mittel ermöglichten die Beräumung der Kasernen. Wohnen und Dienstleistung hier anzusiedeln, scheiterte jedoch. „Warum nicht in die Erzeugung erneuerbarer Energien einsteigen", habe man schließlich mit der WVW überlegt, erzählte Röglin. Und sei das Risiko eingegangen. „Ich wünsche uns viel Sonne und gute Erträge", sagte er und überreichte Rätze einen Korb Wurzener Spezialitäten – „süße Energie für die nächsten 20 Jahre."

Energiereicher Landkreis

„Wir sind, was in unserer Region die erneuerbaren Energien betrifft, auf einem guten Weg, bilanzierte Landrat Gerhard Gey bei der Einweihung der Wurzener Solaranlage. Man zähle im Landkreis Leipziger Land mittlerweile 90 Windkraftanlagen, 250 Hektar seien mit Photovoltaik belegt, wobei man in beiden Bereichen insbesondere in den vergangenen fünf Jahren eine positive Entwicklung feststelle, berichtete der Landrat. Zusammen mit Biogasanlagen komme man im Landkreis auf eine installierte Leistung von 300 Megawatt. Bedenke man, dass im Südraum auch noch das Kraftwerk Lippendorf stehe, leiste die Region „beachtliche Arbeit zur Energieversorgung im ganzen Land". Bis 2020 wolle man die Leistung aus erneuerbaren Energien sogar noch verdoppeln, so Gey. „Aber nicht durch noch mehr Flächen und Anlagen. Das Zauberwort heißt Repowering – Leistungserhöhung."

Ines Alekowa

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Landkreis: Leipzig

Fläche: 69,04 km²

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