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Sorge um das Ringelnatzhaus / Vereine verfassen Brief an Stadträte und bitten darin um Hilfe für die Zukunft der Geburtsstätte

Sorge um das Ringelnatzhaus / Vereine verfassen Brief an Stadträte und bitten darin um Hilfe für die Zukunft der Geburtsstätte

Um Hilfe bei der Sanierung des Ringelnatz-Geburtshauses haben die Mitglieder sowie Unterstützer des Fördervereins Kultur hoch drei sowie des Ringelnatzvereins alle Wurzener Stadträte gebeten und einmal mehr auf den Stellenwert des Objektes im Crostigall hingewiesen.

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Die Freifläche hinterm Ringelnatzhaus: Für das Gelände gibt es einen Kaufinteressenten, der hier Wohngebäude errichten will.

Quelle: Andreas Röse

Wurzen. So erhielten die Mandatsträger kurz vor ihrer jüngsten Sitzung einen Brief der Bittsteller in die Hand. Auslöser hierfür war ein Beschlussvorschlag der Stadtverwaltung. Inhalt des Papiers: die Änderung des Bebauungsplanes für die Freifläche hinter der Immobilie.

Doch eben darin sehen beide Gemeinschaften einen "massiven Eingriff in die Konzeption" des Hauses, wie Viola Heß, Stadträtin (Bürger für Wurzen) und zugleich Vorsitzende des Ringelnatzvereins, damals sagte. Jene Sorge teilt aber ebenso das Bündnis mit dem Namen "Kultur hoch drei", welches am 17. September 2012 gegründet wurde und sich um das Wohl des Kulturhistorischen Museums, der Stadtgalerie sowie der Geburtsstätte von Joachim Ringelnatz (1883 - 1934) kümmert. Und so heißt es in einem der ersten Sätze der Botschaft an die Kommunalpolitiker: "Wir schreiben Ihnen heute den Brief, weil wir befürchten müssen, dass das Ringelnatz-Geburtshaus Wurzen seiner Bedeutung für die Zukunft nicht mehr gerecht wird."

Verknüpft ist der Appell der Adressanten mit dem Wunsch, die avisierte Sanierung des Hauses zu überdenken, da es ein "nationales Alleinstellungsmerkmal" besitzt und "touristischer Anziehungspunkt" sein könnte. Dieses Ziel, heißt es weiter, sei jedoch nicht zu erreichen, "wenn nur die Tourist-Information einzieht und die Räume im Obergeschoss mit beliebigem kulturellem Inhalt gefüllt werden". Insofern bedarf es der "kundigen Konzeption und Betreuung durch eine fachlich versierte Kraft". Da in den beim parlamentarischen Ausschuss für den Kulturbetrieb Wurzen geforderten Gesprächen bislang keine Einigkeit erfolgte (die LVZ berichtete), drohe aus Sicht der Unterzeichner die Gefahr der Trennung der Ringelnatz-Geburtsstätte von der deutschlandweit ältesten und größten Ringelnatz-Sammlung.

Im Stadtrat spielte der Brief vorerst keine Rolle, indes das Gelände. Immerhin gibt es für das Hinterhof-Karree bereits einen Kaufinteressenten, der hier Wohngebäude errichten möchte. Das notwendige Baurecht für die Offerte schafften die Abgeordneten per Änderung des Bebauungsplanes - übrigens mehrheitlich mit einer Enthaltung von Viola Heß. Zuvor betonte Oberbürgermeister Jörg Röglin (parteilos), dass das städtische Areal keineswegs veräußert sei und fügte an: "Wenn es keinen Verkaufsbeschluss gibt, wird nicht verkauft."

Bei alledem erhoffen sich beide Vereine baldigst eine Lösung und zwar Schulter an Schulter mit den gewählten Volksvertretern. "Wir wollen gerne mit Ihnen Hand in Hand zusammenarbeiten, um so auch eine von uns ins Auge gefasste bundesweite Petition zu diesem Thema zu vermeiden." Und so lautet der Schlusssatz: "Um in naher Zukunft gemeinsam behaupten zu können - die Ringelnatzstadt Wurzen ist eine Reise wert!" Kai-Uwe Brandt

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.03.2014
Kai-Uwe Brandt

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