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Sparten in Borna und Wurzen leiden unter Leerstand und fehlendem Nachwuchs

Kleingärten Sparten in Borna und Wurzen leiden unter Leerstand und fehlendem Nachwuchs

Die Kleingärtner zwischen Borna, Geithain und Wurzen sind mehrheitlich im Rentenalter. In vielen Sparten fehlt der Nachwuchs. Früher oder später dürfte am Zusammenschluss von Vereinen kein Weg vorbeiführen.

Grüne Scholle im Gartenverein Sonnenidyll in Borna.

Quelle: Jens Paul Taubert

Borna/Geithain. Auch wenn sie immer noch eine nennenswerte Größe sind: Die Zahl der Kleingärtner und ihrer Verein geht zurück. Seit Jahren schon, wie Gerhard Adamietz, der Vorsitzende des Regionalverbandes der Kleingärtner Borna/Geithain/Rochlitz, sagt. Exakt 4985 Laubenpieper sind im Verband derzeit organisiert – in 93 Vereinen. Vor nicht einmal einem Jahrzehnt waren es noch 115 Vereine, mit etwa 8000 Mitgliedern. Adamietz kann sich deshalb vorstellen, dass in der Perspektive einzelne Verein fusionieren.

Dabei ist dem Verbandschef klar, dass er damit in ein Wespennest sticht. Schließlich will jeder Gartenverein seine Selbstständigkeit wahren. Angesichts des Altersdurchschnitts dürfte die Entwicklung in diese Richtung gehen, die auch der Landesverband der Kleingärtner für unausweichlich hält. „Im Schnitt sind unsere Gärtner 65 Jahre“, sagt Adamietz. Was nicht so problematisch wäre, wenn es genügend Nachwuchs gäbe. Allerdings fehlen an vielen Orte jüngere Leute im Alter von 30, 40 Jahren, so dass sich einzelne Sparten finden, in denen ein Viertel aller Gärten leer steht. Im Schnitt, sagt er Verbandsvorsitzende, „haben wir 15 bis 25 Prozent Leerstand“.

Was allerdings nicht für alle Vereine gleichermaßen gilt. Wie im klassischen Immobiliengeschäft kommt es auch bei den grünen Parzellen vor allem auf drei Kritieren an: auf Lage, Lage, Lage. Heißt: Vereine in Orten mit einer gewissen Nähe oder günstigen Anbindung an die Großstadt Leipzig haben bessere Karten. Das gilt etwa für Borna, wo es nach Angaben von Adamietz in den Sparten „Liebeskirschallee“ oder „Gärtnersgrund“ keine nennenswerten Probleme mit der Auslastung gibt. Ähnlich sieht es „Am Streitteich“ in Böhlen aus. Ein Verein, der auch mit Schulen und Kindergärten zusammenarbeitet.

Weil aber die Vereine neben dem Altersdurchschnitt ihrer Mitglieder auch mit der berufsbedingten Mobilität ihrer Mitglieder, sprich dem Wegzug von Kleingärtnern zu kämpfen haben, wird der zunehmende Leerstand auch zu einem finanziellen Problem für die Vereine. Denn prinzipiell müssen Kleingärten, die aufgegeben werden, wieder so hergerichtet werden, wie sie vor ihrer Nutzung ausgesehen haben. „Es muss also alles weg“, erklärt der Verbandschef, gemauerte Lauben inclusive. Dafür sind im Zweifel die verbleibenden Vereinsmitglieder zuständig. Wobei es nicht nur um die Arbeit als solche geht. Einen aufgegebenen Kleingarten rückstandsfrei zu hinterlassen, kann durchaus zwischen 3000 und 5000 Euro kosten, Geld, das sich angesichts von durchschnittlichen Jahresbeiträgen der Kleingärtner von 40 Euro in einer normalen Vereinskasse auch nach einer Tiefenprüfung nicht finden lässt. Zwar hat der Landesverband Fördermittel für derartige Beseitigungsarbeiten in Aussicht gestellt, die aber fließen nur, wenn es eine Nachnutzung für das konkrete Areal gibt.

Mit diesen Problemen sehen sich die Kleingärtner in allen Regionen des Landkreises Leipzig konfrontiert. „Wir befinden uns inmitten eines Generationswechsels bei den Kleingärtner“, sagt Frank Lichtenberger, Präsident des Regionalverbandes der Kleingärtner Muldental. Insbesondere wurde in letzter Zeit intensiv daran gearbeitet, die Vereinsvorstände zu verjüngen. Zum Teil sei dies geglückt, unter anderem durch die Zusammenführung von Vereinen. Es gebe sogar Sparten, in denen mittlerweile ein Drittel der Mitglieder um die 30 Jahre alt ist und somit zum Nachwuchs zählen. Allerdings sei der Leerstand in den Wurzener Anlagen weiterhin unverändert hoch. „Von den circa 2000 Parzellen stehen aktuell 540 leer“, so Lichtenberger.

Dass die Zahl der Kleingärten in den letzten Jahren gesunken ist, hat indes auch noch andere Ursachen. Etwa Hochwasser, wie es den Kleingärtnern in den Sparten „Karl Liebknecht“, „An der Brücke“ und „Eichengrund“ immer wieder das Leben schwer machte, und die ihre Gärten deshalb vor einigen Jahren aufgaben. Bisweilen, so Adamietz, treten aber auch einzelne Vereine aus, weil sie glauben, dass sie ohne den Regionalverband auskommen.

Auch dessen Zukunft steht zumindest auf dem Prüfstand, macht der Vorsitzende klar. Und er weiß sich im Einklang mit Überlegungen innerhalb des Landesverbandes, wenn er sagt, dass auch ein Zusammenschluss der Regionalverbände in Sachsen nicht länger als Tabu betrachtet werden sollte.

Von Nikos Natsidis

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