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Wurzen Speditionen geben Maut weiter – Produkte und Pakete werden teurer
Region Wurzen Speditionen geben Maut weiter – Produkte und Pakete werden teurer
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05:00 27.07.2018
Von diesen Kontrollsäulen wird erfasst, ob die Lkw ordnungsgemäß Maut zahlen. (Symbolbild) Quelle: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild
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Landkreis Leipzig

Die LKW-Maut auf Bundesstraßen kommt Speditionsunternehmen in der Region teuer zu stehen. Stefan Böttcher, Geschäftsführer von Böttcher Transporte in Frohburg, sagt: „Die Maut auf den Bundesstraßen ist eine riesige Belastung für die deutschen Transportunternehmen.“ Seit dem 1. Juli dieses Jahres müssen LKWs ab 7,5 Tonnen auf sämtlichen 39 000 Kilometern Bundesstraße in Deutschland Maut zahlen. Zur Erfassung wurden sogenannte Kontrollsäulen aufgestellt.

Supermarkt-Produkte und Pakete werden teurer

Böttchers Fuhrpark war bisher ohnehin zu 95 Prozent im Fernverkehr unterwegs, daher waren alle Fahrzeuge bereits mit der notwendigen Technik ausgestattet, erzählt der Unternehmer. „Das war daher kein Aufwand für uns“, sagt Böttcher. Dennoch sei die Maut auf Bundesstraßen eine Belastung, die an die Kunden weitergegeben werden müsste. „Sonst würden wir das nicht überstehen.“ Sprich: Produkte im Supermarkt und Paketlieferungen könnten teurer werden.

Auch Thorsten Miller von Reber Logistik in Leipzig-Radefeld sagt: „Die Maut reichen wir eins zu eins an unsere Kunden durch.“ Über konkrete Auswirkungen könne er so kurz nach Einführung der Maut auf allen Bundesstraßen noch nichts sagen. Das bestätigt auch Sebastian Bernstein von Schröter-Transporte in Neukieritzsch: „Die Auswirkungen der Mautausweitung auf Bundesstraßen kann zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht komplett abgeschätzt werden.“ Er ist sich dennoch sicher: „Die zusätzlichen finanziellen Belastungen müssen im margenschwachen Geschäftsfeld des Straßengüterverkehrs auf jeden Fall auf die Kunden umgelegt werden.“

Preisspirale bei Maut – Erhöhung 2019

Frank Degenhardt, der eine gleichnamigen Spedition mit Baustoffhandel betreibt, sagt: „Die Logistik wird unglaublich teuer werden.“ Für die Fahrzeuge, die ohnehin nur Fernverkehr fahren und daher auch schon vorher auf den Autobahnen Maut gezahlt haben, sei die Maut auf den Bundesstraßen keine so große Belastung. Wohl aber für die 20 Fahrzeuge seiner Firma, die nur auf Bundesstraßen unterwegs sind. In diesem Jahr rechne er mit einer Mehrbelastung von etwa 70 000 Euro. „Der nächste Hammer kommt dann, wenn die Maut ab dem 1. Januar 2019 erhöht wird“, sagt er. Geplant ist eine Erhöhung der Lkw-Maut für eine 40 Tonnen-Kombination der saubersten Schadstoffklasse Euro VI von 13,5 Cent pro Kilometer auf 18,7 Cent pro Kilometer.

Die Auswirkungen auf die künftigen Transportkosten für eine moderne 40 Tonnen-Kombination sind erheblich, rechnet der Bundesverband Güterkraftverkehr Logistik und Entsorgung (BGL) in einer Mitteilung vor: „Für einen Transport über 300 Kilometer, davon 150 Kilometer auf einer Autobahn und 100 Kilometer auf Bundesstraßen, musste für eine moderne 40 Tonnen-Kombination bislang 20 Euro Maut entrichtet werden, künftig würden es 46 Euro sein, das wäre mehr als das doppelte als bisher. Bei einer Jahresfahrleistung dieser Kombination von 120 000 Kilometern und einer Aufteilung zwischen Autobahnen und Bundesstraßen von 80:20 stiege die jährliche Mautbelastung von derzeit 12 960 auf 22 440 Euro“, heißt es.

Von Sophie Aschenbrenner

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