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Wurzen Spendenaktion für Maler Hans-Peter Hund überrascht Wurzener Museum
Region Wurzen Spendenaktion für Maler Hans-Peter Hund überrascht Wurzener Museum
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00:17 14.08.2018
Hans-Peter Hund in der Galerie am Sachsenplatz in Leipzig. Um Bilder des Wurzener Künstlers für das Museum in Wurzen zu erwerben, wurde jetzt eine Spendenaktion ins Leben gerufen – allerdings ohne Absprache mit der städtischen Einrichtung. Quelle: Andre Kempner
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Wurzen

Über das Internet hat der Förderverein Kultur hoch drei jetzt zu einer Spendenaktion für den Ankauf von Bildern des Wurzener Malers Hans-Peter Hund aufgerufen. Die erstandenen Werke sollen danach „dauerhaft im Museum zu sehen sein“, verkündete Christoph Mike Dietel als Vorstandsmitglied im Namen des Fördervereins auf der Facebook-Seite des Neuen Forums Wurzen (NFW). Der 53-Jährige gründete Anfang Februar das NFW, welches sich vor allem gegen die Flüchtlingspolitik auf Bundesebene und in der Stadt Wurzen wendet, und legte vor wenigen Tagen den Vorsitz nieder (die LVZ berichtete).

Alleingang Dietels

Für den Verwaltungsleiter des Kulturhistorischen Museums in der Domgasse 2, Raymund Töpfer, kommt der Aufruf Dietels völlig überraschend. „Wir haben davon nichts gewusst und wurden auch nicht angesprochen“, teilte Töpfer auf Nachfrage mit. Ebenso überrumpelt fühlt sich Museumsleiterin Sabine Jung, die zugleich Vorsitzende des Fördervereins Kultur hoch drei ist – und das gleich in zweifacher Hinsicht. „Zum einen, weil die Spenden ohne Absprache über das Vereinskonto gehen und zum anderen, weil Herr Dietel schreibt, dass die Bilder dauerhaft im Museum zu sehen sein werden.“

Museumsleiterin: „Schubs in die richtige Richtung“

Bei alledem bezeichnet Jung den aktuellen Vorstoß als „Schubs in die richtige Richtung“. Immerhin bemühe sie sich seit längerem, Hunds Arbeiten entsprechend zu würdigen. Töpfer zufolge besitze das Museum bereits einige Werke. Mit dem Auszug der Tourist-Information aus dem Kontor des Museum bestünde laut Jung nunmehr auch die Chance, „Räume neu zu denken“. Dennoch hätte sie sich von Dietel eine Vorabinformation mit dem Vereinsvorstand gewünscht.

Hund bezeichnet Erfolg der Offerte als „unwahrscheinlich“

Das Ziel, insgesamt 10 000 Euro zu akquirieren, hält die Museumschefin indes für „sehr ambitioniert“. Selbst Hans-Peter Hund, Jahrgang 1940, bezeichnete den Erfolg der Offerte als eher „unwahrscheinlich“, nachdem ihn Dietel kürzlich ansprach. Das, was der Initiator letztlich über ihn als Aufruf ins Netz stellte, entziehe sich seiner Kenntnis. „Zu mehr lohnt es sich aus meiner Sicht auch nicht zu sprechen“, sagte Hund.

Dietel will Künstler Ehre erweisen

Dietel jedenfalls berichtet in seinem Spendentext lang und breit über die Repressalien, die der Künstler zu DDR-Zeiten erleiden musste und kommt dabei zum Schluss, dass der Maler wie eh und je unter uns lebt – „als ein beschämend armer Mann“. Eben deshalb, so der Autor, wolle er anregen, „Hans-Peter Hund tatsächlich und handfest die Ehre zu erweisen“.

Bekannt geworden ist der Wurzener Maler, der von 1959 bis 1962 an der Fachschule für angewandte Kunst in Potsdam studierte, durch seine brillianten Landschaftsaquarelle und der Fähigkeit, ungetrübte Farbtöne so einzusetzen, dass sie aufleuchten wie Edelsteine. Viel Wertschätzung errang Hund außerdem mit seinen Himmelsbildern.

In den 70er- und 80er-Jahren wandte sich der Maler bei Prag-Aufenthalten der Stadtlandschaft zu. Am Fluss, in engen Gassen, zwischen grauen, desolat gewordenen Wohnquartieren teilte sich ihm ein Stück von der Weltläufigkeit mit, die an der Moldau herrschte. Seit 1992 erlebte Hund die Apenninen-Halbinsel, arbeitete sich auf seinen strapaziösen Reisen systematisch von Venetien bis Sizilien vor. Von den italienischen Blättern existieren mittlerweile etwa 800.

Förderverein Kultur hoch drei, Sparkasse Muldental, IBAN: DE 77 8605 0200 1041 0331 64, Zahlungszweck: HPH

Von Kai-Uwe Brandt

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