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Wurzen Stadt Brandis greift für Beuchaer Kita tief in die Tasche
Region Wurzen Stadt Brandis greift für Beuchaer Kita tief in die Tasche
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00:21 21.09.2017
Grau in Grau: Die Fassade der Beuchaer Kita soll nächstes Jahr saniert werden. Quelle: Ines Alekowa
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Brandis

Die Fassade der Beuchaer Kindertagesstätte Knirpsentreff in der Kleinsteinberger Straße wird saniert. Im Technischen Ausschuss des Brandiser Stadtrates stellte das Leipziger Ingenieurbüro Hoffmann & Hofmann die Pläne jetzt vor. Für deren Umsetzung wird die Stadt 690 000 Euro in die Hand nehmen.

„Wir sind froh, dass es nach so vielen Jahren des Anlaufs endlich klappt“, freut sich Kita-Leiterin Manja Schumann, „und dazu noch alle Arbeiten auf einen Schlag erledigt werden können.“ Bei der Bestandsaufnahme hatte das Ingenieurbüro eine ganze Reihe von Mängeln festgestellt. Die Kita ist eine WBS-70-Kinderkombi – die Abkürzung steht für Wohnungsbauserie 70, einen in der DDR verwendeten Wohnhaustyp in Plattenbauweise –, die in den 1980ern errichtet und Mitte der 1990er schon einmal energetisch ertüchtigt worden war. Damals wurde das Dach gemacht, alle Fenster ab Erdgeschoss wurden erneuert. Die ohnehin nur in Grau und Braun gehaltene Fassade aber ist seitdem noch dunkler geworden, hässliche Wassernasen inclusive. Im Sockelbereich platzt der Putz schollenweise ab, die Wärmedämmung ist veraltet. Im Mitte der 90er gedämmten Drempel haben die Vögel das Styropor zerlegt und sich in der Fassade eingenistet. „Das ist unser größtes Problem“, sagt Schumann. „Der Außenbereich ist vollgekotet, und wir sind ständig am Putzen, zumal wir bei schönem Wetter Mahlzeiten auch schon mal nach draußen verlegen.“ Die Fassade im Sockelgeschoss soll nun komplett erneuert und im Erdgeschoss mit einem Mineralfasergemisch überdämmt werden. Für den Anstrich wurde zusammen mit dem Leiterteam eine dezente Lösung – weiße Fassade mit farbigen Fensterrahmen – favorisiert, was auch gut zu den benachbarten Neubauten passt. Bunt gestaltet werden nur der Name „Knirpsentreff“ und die Eingänge – als Blickfang.

„Wir können uns aber nicht auf eine klassische Fassadensanierung beschränken, sondern es sind viele flankierende Maßnahmen notwendig“, machte Planer Matthias Langer deutlich. Obenan auf seiner Liste: die Hauseingänge. Deren Stufen sind wacklig, die Handläufe für Kinder zu hoch. Der Betonrahmen, weder schön noch sinnhaft, soll nun das Gerüst für einen Windfang bilden. Einer Rampe für eine von Roland Eibeck (CDU) angefragte behindertengerechte Gestaltung erteilte Langer aus technischen Gründen eine Absage. „Wir würden damit auch nur bis ins Erdgeschoss kommen, und ab dort wäre die Einrichtung wieder nicht barrierefrei“, ergänzte Schumann. Des Weiteren steht die Erneuerung der schon mehrfach reparierten Außentüren und Kellerfenster an. Außerdem: „Zumindest die Vorbereitung für einen zweiten Fluchtweg“, indem je ein Fenster auf den Etagen schon mal als Tür angelegt wird. Momentan müssen die Mädchen und Jungen – die Kita bietet Platz für 228 Kinder, die von 32 Mitarbeitern betreut werden – im Ernstfall die Mitte der 1990er installierte Notrutsche nehmen. Das macht zwar bei Proben viel Spaß, „aber perspektivisch könnte das bei Brandschutzschauen moniert werden“, so Langer.

Das Bauvorhaben soll 2018 begonnen werden, allerdings übersteigen die Kosten die im Haushalt eingestellten Mittel von 400 000 Euro. Doch wie könnten es sich in Bauabschnitte gliedern lassen? Selbst Langer zeigte sich bei der Frage ratlos. Aber Bauamtsleiterin Kerstin Quandt hatte die Lösung schon mitgebracht. „Über dasselbe Förderprogramm wie die Kita, Brücken in die Zukunft, wollten wir auch den Brandschutz am Gymnasium realisieren“, erklärte sie. Dort habe man aber eine andere Lösung gefunden. „Das Geld können wir nun der Kita zuschlagen und so in einem Ritt an die Ausführung gehen.“ Die soll bei laufendem Betrieb erfolgen. „Wir werden gut damit umgehen können“, ist Schumann, die die Einrichtung seit 2009 leitet, optimistisch. „Schließlich haben wir bei den Sanierungen in den Sanitärbereichen in den vergangenen Jahren Erfahrung sammeln können.“

Von Ines Alekowa

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