Volltextsuche über das Angebot:

23 ° / 15 ° Regenschauer

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Stadt Brandis lehnt Tonabbau weiter ab

Stadt nimmt Stellung Stadt Brandis lehnt Tonabbau weiter ab

Die Tonwerke Brandis GmbH beabsichtigt, südlich des Zeititzer Weges auf 28 Hektar vier Millionen Tonnen Ton abzubauen. Zur jüngsten Stadtratssitzung, zu der die Besucherstühle trotz des brisanten Themas weitgehend leer geblieben waren, informierte die Verwaltung zum Sachstand. Brandis lehnt das Vorhaben weiter ab.

Südlich des Zeititzer Weges will die Tonwerk Brandis GmbH rund vier Millionen Tonnen Ton abbauen. Brandis lehnt diese Pläne ab.

Quelle: Andreas Döring

Brandis. Nach Aussetzen des Raumordnungsverfahrens zum Tontagebau Brandis Nordfeld im Oktober 2016 hat sich der Antragsteller zu den bisher vorgebrachten Bedenken der Raumordnungsbehörde geäußert. Die Stadt Brandis wurde deshalb erneut zu einer Stellungnahme aufgefordert. Zur Erinnerung: Die Tonwerke Brandis GmbH beabsichtigt, südlich des Zeititzer Weges auf 28 Hektar vier Millionen Tonnen Ton abzubauen. Zur jüngsten Stadtratssitzung, zu der die Besucherstühle trotz des brisanten Themas weitgehend leer geblieben waren, informierte die Verwaltung zum Sachstand.

Der neue Antrag der Tonwerke sei mit sechs Seiten Umfang äußerst dürftig, kritisierte der von der Stadt hinzugezogene Landschaftsplaner Bernd Knoblich. „Dem Schreiben liegen keine neuen oder überarbeiteten Unterlagen bei, die die bisherigen qualifiziert hätten“, bestätigte Bürgermeister Arno Jesse (SPD). So fehlten beispielsweise nach wie vor Studien, die die Auswirkungen auf das Grundwasser untersuchen. „Es ergibt sich demnach kein neuer Erkenntnisstand, so dass der Antrag weiterhin abzulehnen ist“, bleibt Jesse dabei und ergänzte: „Wir stehen dem Vorhaben weiter äußerst kritisch gegenüber, da die Beeinträchtigungen für die Bevölkerung und von Boden, Natur und Landschaft als Voraussetzung für gesunde Wohn- und Lebensverhältnisse den wirtschaftlichen Nutzen eines einzelnen Unternehmens mit nur sechs Arbeitsplätzen bei Weitem überwiegen.“

Der Vorhabenträger argumentiere beispielsweise, dass der Tonabbau durch den Regionalplan (RP) gebilligt werde. „Dabei wird verkannt, dass die Rohstoffgewinnung gemäß Ziel 7.3 des RP so erfolgen soll, dass Eingriffe in Natur und Landschaft so gering wie möglich gehalten werden.“ Würde dem entsprochen,„müsste auf das Abbaufeld südlich der Waldstraße verzichtet werden, da hier wertvolle Biotope beseitigt werden und das Quellgebiet des Todgrabens vollständig künstlich verändert wird. Auch die geplante Grundwasserabsenkung in direkter Nachbarschaft zu gewachsenen Waldbeständen, die wegen ihres Wertes als europäisches Vogelschutzgebiet ausgewiesen sind, berücksichtigt gerade nicht diesen Punkt“, betonte der Bürgermeister. Teilweise, so Knoblich, habe die Argumentation im Antrag sogar absurde Züge, „so wenn behauptet wird, die Verkippung schütze das Grundwasser“.

Ein zweites Beispiel: Die mit Transporten verbundene Belastung der Bevölkerung und des Straßennetzes soll durch Minimierung von Ortsdurchfahrten und Einsatz umweltschonender Transportmittel so gering wie möglich gehalten werden. „Auch dieses Thema ist planerisch nicht beachtet worden“, so Jesse. „Insbesondere die Transporte Richtung Westen führen vollständig durch die Stadt mit der daraus resultierenden erheblichen Belastung von Bevölkerung und Straßennetz.“ In Verbindung mit den aus Stadtsicht „widersprüchlichen beziehungsweise falschen Angaben“ zu Transporten sowie fehlenden Untersuchungen zur Eignung der Straßen und zu Lärm- und Staubbelastung liege auch hier ein Widerspruch zur RP vor. Das Fazit ist eindeutig: „Die Stadt lehnt die Erweiterung des Tontagebaus anhand der Unterlagen weiter ab. Das Schreiben des Vorhabenträgers führt aus unserer Sicht keinesfalls zur Klarstellung aufgeworfener Fragen, sondern wirft zusätzliche auf“, resümierte Jesse.

Die Stadträte sahen das ähnlich und legten Vorschläge auf den Tisch, wie den Absichten der Tonwerke Einhalt geboten werden könnte. Alexander Busch (CDU) erinnerte daran, dass die Bürger in der ersten Phase des Verfahrens sehr aktiv waren – über 400 Einwendungen gingen bei der Landesdirektion (LD) ein. „In solchen Fragen ist Öffentlichkeit sehr hilfreich“, bestätigte Knoblich, „auch Naturschutzverbände müssten sich darauf stürzen.“ Allerdings sei eine erneute Bürgerbeteiligung nicht angedacht, so die Fachbereichsleiterin Bau, Kerstin Quandt, laut LD seien nur die Träger öffentlicher Belange um Stellungnahme gebeten. Während Stadtrat Alexander Schmidt (Bündnis 90/Grüne) aus der Gefährdung von Biotopen und Grundwasser ein „gutes Klagerecht“ ableitete, sah Frank Mieszkalski (SPD) „die einzige Chance der Stadt darin, nachzuweisen, dass der Tonabbau in unsere Planungshoheit eingreift“. Das sei nur mit einer qualifizierten Bauplanung möglich, die zum Beispiel auf eine Erweiterung des Friedhofes abzielt oder eine Aktivierung der Waldstraße bis nach Waldpolenz. „Oder Umweltschützer und Kreis müssten sagen, wir wollen ein Landschaftsschutzgebiet, das Polenz- und Planitzwald verbindet.“

Von Ines Alekowa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wurzen
  • LVZ-Sommerkino im Scheibenholz
    LVZ Sommerkino im Scheibenholz: Alle Infos zu Filmen, Ticketverkauf und dem Rahmenprogramm.

    Das LVZ-Sommerkino lud wieder zu unterhaltsamen Filmabenden ins Scheibenholz ein. Sehen Sie hier einen Rückblick in Fotos und Geschichten. mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr

Blättern Sie in der prall gefüllten Veranstaltungsbeilage und entdecken Sie die Termine aus unserer Region. mehr

Gemäß des packenden „Drei in einer Reihe“-Prinzips müssen Reihen aus mindestens 3 Steinen gebildet und aufgelöst werden. Hier kostenlos im Spieleportal von LVZ.de spielen! mehr

  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr

  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2017

    "Sport frei!" heißt es auch 2017 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Gutes von hier

    Das regionale Schaufenster mit Produkten und Dienstleistungen aus dem Leipziger Raum - von traditionell bis innovativ. Gutes von hier eben! mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Digital Abo

    "LVZ Digital Abo" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kön... mehr

19.08.2017 - 05:12 Uhr

Hochspannung beim Auftakt der Nordsachsenliga / Mügeln peilt in Beilrode die ersten Punkte an

mehr