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Wurzen Stadt weist Änderungen zurück
Region Wurzen Stadt weist Änderungen zurück
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05:00 12.04.2011
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. Dabei muss er sich noch mit zwei Änderungsanträgen hinsichtlich des Konzeptes auseinandersetzen. Die Verwaltung hat aber schon signalisiert, dass sie mit einer Streichung der bemängelten Passagen nicht einverstanden wäre.

So groß die Aufregung war, so rar waren die Einsprüche. Schon frühzeitig hatte die Stadtverwaltung im vergangenen Jahr deutlich gemacht, dass jeder Händler, der sich über das Einzelhandelskonzept echauffierte, die Möglichkeit haben werde, Änderungen einzufordern. Denn es gab nicht wenige, die gegen das Papier Sturm liefen. Vor allem an einem Punkt entzündete sich der Zorn: Das Konzept listete Sortimente auf, für die es Bedarf in Wurzen gebe. Unter anderem sind dies etwa ein Sportartikel-, ein Spielwaren- oder ein Porzellangeschäft. Viele sahen darin eine Einladung an mögliche Konkurrenz, sich in der Domstadt niederzulassen. Andere hielten das Konzept in diesem Punkt für schlecht ausgearbeitet. Immerhin hatten Händler, die sich auf diese Angebote spezialisiert hatten, in Wurzen ihr Geschäft wieder schließen müssen. Doch bis zum Ende der offiziellen Frist Ende Dezember gab es nur einen einzigen Einwand gegen das Konzept.

Diesen hatte Christine Müller, die ein Reformhaus in der Jacobsgasse betreibt, formuliert. Sie schrieb: „Für die Stadt Wurzen werden Naturkost und Biolebensmittel 200 Quadratmeter Verkaufsfläche angesetzt. (...) Ich wende hiermit ein, dass allein durch die Vergrößerung meines Geschäftes auf 197 Quadratmeter im Jahr 2010 dieser Bedarf gedeckt ist und damit kein weiterer zusätzlicher Bedarf an Reformwaren, Naturkost und Bioartikeln für die Stadt Wurzen besteht." Müller bittet, den entsprechenden Passus zu streichen.

Die Stadtverwaltung lässt aber in ihrer Vorlage für den Rat erkennen, dass sie dies ablehnt. Wie in der Vergangenheit betont sie, dass ein Einzelhandelskonzept nicht in das wirtschaftliche Geschehen vor Ort eingreife, sondern ein Leitfaden für die Stadtplanung sei. „Die kritisierten Passagen beziehen sich nicht auf ein bestimmtes Geschäft in Wurzen, sondern stellen allgemein den Bedarf an diesem Sortiment in Wurzen fest", argumentiert die Verwaltung. In dem speziellen Fall der Reformwaren würde der festgestellte Bedarf beschrieben, der sich glücklicherweise mit dem Bestand decke. Die Verwaltung regt deswegen an, die Passage nur umzuformulieren. Eine Löschung des Passus wäre „fatal". „Falls die Passagen gänzlich gestrichen würden, unterläge dieses innerstädtische Sortiment auch nicht mehr dem Schutz des städtebaulichen Instrumentes ,Einzelhandelkonzept‘." Denn die Verwaltung möchte mit dem Konzept die Ansiedelungen neuer Geschäfte regeln können. So soll etwa verhindert werden, dass mit weiteren Discountern in Randlagen die Innenstadt weiter geschwächt wird.

Einen weiterer Einwand, der allerdings mehr als anderthalb Monate nach der offiziellen Frist eingebracht wurde, hat die „SB-Markt-Wurzen Gesellschaft" formuliert, wie den Unterlagen zu entnehmen ist. Die Betreibergesellschaft möchte, dass die Käthe-Kollwitz-Straße als Agglomerationsstandort im Konzept beschrieben wird, der das Innenstadt-Angebot nur unterstützt. Die Verwaltung möchte auch diesen Einspruch abgelehnt wissen. „Die Ausweisung eines weiteren zentralen Versorgungsbereiches ist nicht schlüssig, das heißt, andere Agglomerationsstandorte könnten den gleichen Anspruch erheben", schreibt sie. „Nicht zuletzt schwächt ein weiterer zentraler Versorgungsbereich den zentralen Versorgungsbereich für Wurzen, die Innenstadt."

Kai Kollenberg

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