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Stadtbekannter Fotograf zeigt interessante historische Ansichten von Grimma

Zur Ausstellung „173 Jahre Bilder aus Licht“ spricht Manfred Pippig und zeigt Dias Stadtbekannter Fotograf zeigt interessante historische Ansichten von Grimma

Im Rahmen der Ausstellung „173 Jahre Bilder aus Licht“ bietet Manfred Pippig am Sonntag, 11. September, um 15 Uhr für alle Interessierten einen Dia-Vortrag mit historischen Ansichten von Grimma an. Rund 300 Fotos sind schon in der Ausstellung zu bestaunen.

Der Fotograf Manfred Pippig vor seinem ehemaligen Geschäft in Grimma. Er hat es inzwischen an einen Nachfolger übergeben.

Quelle: Andreas Döring

Grimma. Einen Dia-Vortrag mit historischen Ansichten von Grimma kann man am Sonntag, 11. September, ab 15 Uhr im Kreismuseum Grimma erleben. Die Veranstaltung findet im Rahmen der Ausstellung „173 Jahre Bilder aus Licht“ statt. Der Grimmaer Fotograf Manfred Pippig wird den Vortrag halten.

Circa 300 Fotos sind schon in der Ausstellung zu bestaunen. Die Sammlung des traditionsreichen Fotogeschäftes Pippig beläuft sich auf tausende Aufnahmen. „Manfred Pippig kann somit für seinen Vortrag aus dem Vollen schöpfen“, freut sich Marita Pesenecker schon jetzt auf den Vortrag.

Ihren Worten zufolge stammen die ältesten Fotos – die sogenannten Daguerreotypien – aus den 40er-Jahren des 19. Jahrhunderts. Ein Original ist in der Ausstellung nicht zu sehen, sondern nur Abbildungen. „Die Originale sind kaum mehr zu erkennen. Nur in einem bestimmten Lichtwinkel sind die Personen auf den Daguerreotypien noch mit dem Auge zu erfassen“, bedauert sie. Bei den Daguerreotypien handele es sich um versilberte Kupferplatten, die durch Joddampf lichtempfindlich gemacht wurden. Das Gerät, mit dem diese Aufnahmen angefertigt wurden, ist als Nachbau in der Ausstellung zu sehen. „Um eine Daguerreotypie herzustellen, benötigte der Fotograf früher etwa zehn bis 15 Minuten. Später wurde diese Zeit auf eine halbe Minute reduziert. Bei der kleinsten Bewegung war das Foto misslungen und der Streit um die Unkosten der verdorbenen Kupferplatte sicher heftig. Gegenwärtig dauert eine Aufnahme hundertstel Sekunden“, weiß die Museumschefin.

In der Ausstellung wird auch ein Großfoto gezeigt, auf welchem etwa 60 Männer an einem großen u-förmigen Tisch sitzend zu sehen sind. Hier ist laut Pesenecker die Frage der Tiefenschärfe interessant. „Alle Personen müssen gut zu erkennen sein. Dafür musste der Fotograf alle Personen einzeln fotografieren. Diese 60 Porträtfotos wurden dann mit der Schere bearbeitet – also die Personen ausgeschnitten und an den Tisch gesetzt – das heißt montiert“, erzählt sie. Nachdem alle Personen montiert waren, wurde der Hintergrund gemalt – und fertig war das Original. Das so entstandene Bild wurde dann einfach abfotografiert.

Die in Grimma tätigen Fotopioniere werden in der Ausstellung kurz vorgestellt. Für diejenigen, die mehr erfahren möchten, bietet das Museum eine Broschüre, in der alle Fotografen von 1843 bis 1945 aufgeführt sind. Erarbeitet wurde das Heft von Kunsthistoriker Peter Fricke mit Hilfe von Manfred Pippig. „Damit konnte wieder eine Lücke in der Grimmaer Stadtgeschichtsforschung geschlossen werden. Niemand hat vermutet, dass schon vier Jahre nach der Erfindung der Fotografie ein reisender Fotograf auch Grimma aufsuchte“, resümierte Museumsleiterin Marita Pesenecker.

Von Cornelia Braun

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