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Stadtrat Wurzen gibt grünes Licht für Erschließung neuer Wohnstandorte

Parlamentssitzung Stadtrat Wurzen gibt grünes Licht für Erschließung neuer Wohnstandorte

Die Nachfrage, insbesondere von jungen Familie, ist groß. Daher will die Stadt Wurzen jetzt zwei neue Wohnstandorte erschließen. Zur jüngsten Ratstagung gaben die Abgeordneten grünes Licht für beide Vorhaben. Zugleich verpflichtete der Oberbürgermeister den Sozialdemokraten Axel Fleck als künftigen Abgeordneten.

Oberbürgermeister Jörg Röglin überreicht dem neuen SPD-Stadtrat Axel Fleck die Verpflichtungsurkunde. Fleck tritt die Nachfolge für den verstorbenen Peter Konheiser an.

Quelle: Kai-Uwe Brandt

Wurzen. Das Wurzener Parlament ist wieder vollzählig. Zur jüngsten Sitzung der Volksvertreter im Plenarsaal des Stadthauses verpflichtete Oberbürgermeister Jörg Röglin (SPD) den Sozialdemokraten Axel Fleck zum neuen Stadtrat. Der ehemalige Geschäftsführer der AWU Wurzen GmbH rückte damit für den Ende des Vorjahres verstorbenen Peter Konheiser nach. Eigentlich hätte Steffi Schnirpel nach der Stimmenanzahl zur Kommunalwahl im Mai 2014 das vakante Mandat für die SPD-Fraktion besetzen müssen. Sie lehnte aber aus privaten Gründen das politische Ehrenamt ab, wie Röglin informierte. Fleck übernimmt zugleich alle Funktionen, die sein Vorgänger bekleidete – unter anderem wurde er vom Stadtrat in den Ausschuss Kulturbetrieb Wurzen gewählt.

Kurz zuvor verkündete das Stadtoberhaupt eine Personalie, welche allerdings die Verwaltung betraf. Demnach wird Raymund Töpfer, ehemaliger Fachbereichsleiter für Schulen, Sport, Kultur und Soziales, ab kommender Woche Verwaltungsleiter des Kulturhistorischen Museums, um dort Museumsleiterin Sabine Jung in ihrer Arbeit zu unterstützen. Im Zuge der Umstrukturierung im Stadthaus Ende 2016 trat Töpfer in die zweite Reihe, unterstand bis dato dem Fachbereich „Allgemeine Verwaltung/Kämmerei“ von Uta Schwarze.

Die nächsten Tagesordnungspunkte wurden rasch behandelt, da sie bereits in den Fachausschüssen eine Rolle spielten. So zum Beispiel zwei neue Wohnstandorte. Wie berichtet, will das Stadthaus am Posthof ein etwa 8000 Quadratmeter großes Gelände als Bauland für Eigenheime erschließen, um die starke Nachfrage junger Familien zu decken. Für fünf Gebäude wäre Platz auf dem Areal, wo einst die Fabrikantenvilla Krietsch befand. Weitaus mehr Fläche steht nach Änderung des Bebauungsplanes an der Eilenburger Straße für Interessenten zur Verfügung – gleich hinter der ehemaligen Kaserne, dem heutigen König-Georg-Park, und bis zum Solarpark der Wärmeversorgung Wurzen GmbH. Für beide Vorhaben gaben die Kommunalpolitiker jetzt grünes Licht.

Mit dem Votum der Parlamentarier wurden ebenso die Gesellschaftsverträge der beiden stadteigenen Unternehmen – der Wurzener Gebäude- und Wohnungsgesellschaft mbH sowie der Wärmeversorgung – geändert. Zunächst am 25. Oktober des Vorjahres durch die jeweiligen Vertreter der Gesellschafterversammlung. Doch den formalen Akt vor drei Monaten monierte die Rechtsaufsicht und forderte dazu einen Stadtratsbeschluss, der nunmehr erfolgte. Die Neufassung regelt den Einfluss der Stadt, insbesondere bei wichtigen Entscheidungen der Unternehmen.

Zum Schluss der aktuellen Tagung hatten schließlich die Ratsmitglieder noch Gelegenheit, Fragen an die Verwaltung zu stellen. Hannelore Dietzschold (CDU) wollte wissen, wie viele Flüchtlinge derzeit in Wurzen und den Ortsteilen untergebracht sind. 198, antwortete Röglin, darunter auch welche mit dem Status als anerkannte Asylberechtigte.

Zum Stand des Projektes „Die hängenden Gärten von Wurzen“ an der Nordseite des Schlosses wünschte dagegen Kay Ritter (CDU) Auskunft. Hier, so der Oberbürgermeister, habe das Stadthaus eine Gebietserweiterung beantragt, um Gelder aus einem Förderprogramm zu akquirieren. „Wir warten auf den Bescheid.“

Verärgert zeigte sich indes CDU-Stadtrat Wolf-Rüdiger Jacoby in Bezug auf die Erklärung der Bürgermeister des Wurzener Landes zur jüngsten Auseinandersetzung von deutschen und ausländischen Jugendlichen. Der Aufruf sei nicht nur von den vier Rathauschefs unterzeichnet worden, so Jacoby, sondern zugleich im Namen der Stadt- und Gemeinderäte. Er und andere kannten das Manifest aber vor der Veröffentlichung nicht. „Wenn man so etwas verfasst, sollten wir etwas davon wissen“, mahnte er daher an. Die Reaktion von Oberbürgermeister Röglin: „Ich nehme die Kritik mit.“

Von Kai-Uwe Brandt

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