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Wurzen Stadtrundgang mit dem Smartphone: Brandis stellt interaktive Tour vor
Region Wurzen Stadtrundgang mit dem Smartphone: Brandis stellt interaktive Tour vor
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17:57 21.10.2016
Premiere für die Expedition Brandis: Sechstklässler des örtlichen Gymnasiums probierten den interaktiven Stadtrundgang gleich aus.
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Brandis

„Wir sind drin!“ Punkt 14.36 Uhr brach in Brandis gestern ein neues Zeitalter an. Bürgermeister Arno Jesse (SPD) schaltete auf dem Markt das erste freie WLAN im Stadtgebiet scharf. Symbolträchtiger hätte der Tag der Innovationskommune, zu dem die 10 000-Einwohner-Stadt einlud, nicht beginnen können. Schließlich hängen etliche der Projekte, die Brandis als sächsische Musterkommune im Auftrag des Freistaates Sachsen entwickelt, mit Internet und Digitalisierung zusammen.

Brandis feierte am Freitag den „Tag der Innovationskommune“. Auf der Bühne gegenüber dem Rathaus wurde offiziell das WLAN und die Brandis-App freigeschaltet. Im Erdgeschoss des Rathauses wurden mehrere neue Online-Dienstleistungen vorgestellt.

Die Handydichte vor der Bühne, auf der Jesse gemeinsam mit Vize-Landrat Gerald Lehne (CDU) und Peter Sondermann, Leiter der Abteilung IT und E-Government im Dresdner Innenministerium, den roten Button drückte, war enorm. Vom Grundschüler bis zum interessierten Senior zückten alle ihre Mobiltelefone, um die Probe aufs Exempel zu machen. „Das ist schon cool, dass man jetzt kostenlos ins Internet kann“, waren sich Tarnas (12) und Oliver (11), Sechstklässler des Brandiser Gymnasiums, einig. Um das kostenlose Surfen gleich richtig zu genießen, waren sie mit ihren Klassenkameraden und weiteren Brandiser Schülern auf den Markt gekommen. An die technikaffine Zielgruppe richtet sich ein weiteres Teilprojekt der Innovationskommune: das interaktive Stadtspiel „Expedition Brandis“.

Es braucht nur ein Handy und die entsprechende App. Und schon wird der Stadtrundgang zum echten Abenteuer. Der virtuelle Rundkurs wurde von Sebastian Hamann vom Büro Quontum aus Freiberg im Auftrag der Innovationskommune entwickelt. „Wir wollen damit insbesondere Kinder und Familien ansprechen, auf Entdeckungstour durch Brandis zu gehen“, meinte Jesse. Die gestrige Premiere lässt hoffen, dass man damit genau den Nerv des Nachwuchses getroffen hat. „Es macht Spaß, die Stationen aufzusuchen und die Fragen zu beantworten“, meinte Jana Lehmkuhle, elf Jahre alt und Schülerin des Gymnasiums. „Sonst wird man immer nur mit dem Auto durch Brandis gefahren“, pflichtete ihr Clara Schmidt, ebenfalls elf Jahre alt, bei. „Mit Freunden durch die alten Gassen zu streifen, Kirche und Schloss zu entdecken, macht aber viel mehr Laune“, berichtete die Schülerin. Und dass alles per Handy funktioniere, sei schon „sehr modern“. Der Rundgang besteht aus insgesamt 18 Stationen. Das Handy lenkt dabei die Schritte der Besucher durch die Innenstadt oder weiter zu den Zielen in Beucha und Polenz. Touristen, die zufällig vorbeikommen, können die App auf Smartphone oder Tablet herunterladen. Elli und Paul, die zwei Brunnenfiguren auf dem Markt, sind digitale Wegbegleiter der Kids. Genau wie Ritter Gozwinus de Brandis – Namensgeber der Stadt, den es seit Freitag noch als Schlüsselanhänger gibt.

Vorgestellt wurden weitere Dienstleistungen wie die Bürger-App, mit der man Mängel ans Rathaus melden kann. Quelle: Thomas Kube

Papierlos kommen weitere Neuerungen wie die Brandis-App, ein Online-Stadtplan und der Bürgerkoffer daher. „Brandis“, zeigte sich Sachsens IT-Beauftragter Peter Sondermann, begeistert, sei Beispiel dafür, „dass Digitalisierung nicht weh tut, sondern Bürgernähe schaffen kann.“ Er wünsche sich, dass weitere Kommunen auf diesen Zug aufspringen.

Von Simone Prenzel

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