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Wurzen Star mit Verdeck und Schwiegermuttersitz
Region Wurzen Star mit Verdeck und Schwiegermuttersitz
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16:05 09.09.2018
Kay Kampfmeier präsentierte seinen Ford von 1931. Quelle: Bert Endruszeit
Lossatal/Großzschepa

Einen vierrädrigen Gast aus den USA hatte Kay Kampfmeier am Sonnabend in den Rittergutspark Großzschepa gefahren. Der passte perfekt, schließlich drehte sich beim diesjährigen Parkfest des Fördervereins Großzschepa alles um Amerika. „Das ist ein Ford A, Baujahr 1931“, verriet Kampfmeier. „Den habe ich seit 20 Jahren, sein Vorbesitzer hat ihn damals direkt aus den USA importiert und ich habe ihn dann teilweise selbst restauriert.“ Jetzt werde er gehegt und gepflegt, was durchaus wörtlich zu nehmen ist.

Gutsherrenpaar: Simone und Henri Martin eröffneten das Fest als barockes Gutsherrenpaar. Quelle: Bert Endruszeit

Schwiegermutter sitzt im Freien

Gebaut wurden die Wagen damals so, dass ihn jeder Hinterwäldler mit Zange und Hammer selbst reparieren konnte, Werkstätten waren dünn gesät. Allein gelassen wurde mit dem Auto aber niemand, für jeden Besitzer gab es ein dickes Handbuch als Loseblattsammlung. So konnten laufend Ergänzungen eingeheftet werden. „Alle 800 Kilometer ist ein kompletter Ölwechsel fällig, denn diese Autos hatten damals keine Ölfilter“, sagte der Pausitzer. Von diesem Auto wurden rund vier Millionen Stück gebaut, sein Sportcoupé ist jedoch ein besonders rares Exemplar. „Der hat ein Stoffverdeck, das sich jedoch nicht umklappen lässt.“ Die Passagiere sitzen also immer gut geschützt unterm Dach, die Schwiegermutter brauchte jedoch im Fall des Falles Regenkleidung. Denn: „Hinten gibt es den so genannten Schwiegermuttersitz, der sich einfach herausklappen lässt. Dort saß man völlig offen. Doch damals trugen ja sowieso alle Leute einen Hut, da war das kein Problem.“

Barockes aus Bad Düben

Einen überaus vornehmen Kopfputz trugen zum Parkfest Simone und Henri Martin. Die beiden eröffneten die Veranstaltung als neues Gutsherrenpaar. „Wir wohnen schon lange in Großzschepa, und Mitglieder im Förderverein sind wir auch.“ Damit ihr Auftritt zu den alten Schlossmauern passte, schlüpften die beiden in barocke Kleidung. „Die haben wir uns bei einem Kostümverleih in Bad Düben geholt.“ Für ihr Amt als Rittergutspaar vertieften sich die Eheleute auch noch in einige historische Details. „Man entdeckt ja immer neue Dinge.“ Nur auf einen separaten Benimm-Kurs für feine Herrschaften habe man verzichtet.

Ihr Können am Luftgewehr konnten die Besucher bei der Feuerwehr unter Beweis stellen. Denn die verfügt schon seit vielen Jahren über einen transportablen Luftgewehrschießstand. „Wir suchen wieder den Schützenkönig, es gibt Pokale für Frauen, Männer und Kinder“, sagte Feuerwehrchef Steffen Knull.

Von Bert Endruszeit

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