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Wurzen Start für schnelles Internet in Bennewitz
Region Wurzen Start für schnelles Internet in Bennewitz
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08:06 02.03.2019
Symbolischer Spatenstich für die Glasfaserversorgung von Bennewitz: Bürgermeister Bernd Laqua und web+phone-Geschäftsführer Martin Flechsig (r.) deuteten im Beisein von Anwohnern und Gemeinderäten den Beginn der Verlegung von Hausanschlüssen an. Quelle: Thomas Kube
Bennewitz

Startschuss für schnelles Internet: Am Freitag griffen Martin Flechsig, Geschäftsführer der web+phone GmbH mit Sitz in Grimma, und der Bennewitzer Bürgermeister Bernd Laqua (parteilos) in der Bahnhofstraße in Bennewitz zum Spaten für die zweite Phase des Netzausbaus.

Grimmaer Firma verzichtet auf Bedarfsanalyse

Die 2012 gegründete Grimmaer Firma engagiert sich bereits seit 2016 für einen schnellen und nachhaltigen Internetzugang in der Gemeinde und setzt dabei auf die zukunftsfähige Glasfaser. „Wir sind in Bennewitz auch deswegen angetreten, um zu beweisen, dass durch flexibles Denken und einen intelligenten Ausbau auch der ländliche Raum wirtschaftlich erschlossen werden kann“, sagt Flechsig, selbst gebürtiger Grimmaer. Anders als zum Beispiel die Deutsche Glasfaser verzichtet web+phone auf eine vorherige Nachfragebündelung mit der Zielmarke 40 Prozent. „Wir wissen, dass der ländliche Raum unterversorgt und somit auch der Bedarf da ist“, erklärt Flechsig.

Versorgungsnetz liegt bereits in Bennewitz

Den teuren Glasfaserausbau nimmt die Firma in mehreren Phasen vor. In der ersten hat web+phone circa eine halbe Million Euro in ein Versorgungsnetz investiert, das heißt die Glasfaser bis in die vorhandenen Kupfer-Kabelverzweiger in den einzelnen Ortschaften gelegt, um möglichst vielen Einwohnern zumindest schon VDSL-Anschlüsse bereitzustellen. Seit Anfang 2017 verfügen alle Einwohner von Bennewitz, Mark Ottendorf und Altenbach über die Möglichkeit, über Vectoring bis zu 100 Mbit Datentransfer pro Sekunde zu erreichen. „Wenn sich dann Interesse für mehr abzeichnet, erweitern wir hin zum Kundenanschlussnetz, bringen also Glasfaser bis ins Haus“, erklärt Flechsig. Die Tarife reichen aktuell bis zu 500 Mbit/s. Glasfaser, betont Flechsig, lasse aber mehrere Gigabit Transferleistung zu.

Kabel werden ohne große Erdarbeiten verlegt

Für das Kundenanschlussnetz werden auch die in Phase eins generierten Einnahmen genutzt. web+phone baue ohne Subunternehmen, so Flechsig. „Müssten wir Arbeitskräfte einkaufen, könnten wir nicht so kostengünstig bauen, denn der Tiefbau macht 80 Prozent der Kosten aus.“ Bei der grabenlosen Verlegung werden im Abstand von maximal 150 Metern Löcher gegraben und dann über ein Spülbohrverfahren die Rohre mit den Kabeln in die Erde gebracht – 60 Zentimeter tief, „das ist nachhaltiger als geringere Tiefen“, meint Flechsig.

Erste Hausanschlüsse in Bennewitz

Nächste Woche, kündigte Flechsig an, werde man in der Albert-Kuntz-Straße die Hausanschlüsse bringen. „Wir beginnen dort, wo die meisten Leute einen Anschluss gebucht haben“, so der Geschäftsführer, „deshalb kann es sein, dass wir nach einigen Straßen in Bennewitz nach Altenbach wechseln.“ Momentan zählt Flechsig etwa 700 bis 800 Verträge, täglich kämen zehn bis 20 dazu. Insgesamt gibt es 3200 Haushalte in den wirtschaftlichen Gebieten. „Nutzt die Chance“, warb Laqua. „Die Jungen brauchen Glasfaseranschluss für die Arbeit, die Älteren, um ihr Grundstück aufzuwerten. Deshalb unterstützen wir jede Firma, die Glasfaser bis ins Haus bringt.“ Dieses Ziel verfolge nicht jede, schoss Laqua in Richtung Telekom. „Die hat vor acht Wochen an selber Stelle die Straße aufgerissen, die hätten gekonnt, aber wollten nicht.“

Ziel von Bennewitz. Schnelles Internet für alle ab 2020

Laqua verfolgt ein ehrgeiziges Ziel: „Ich will bis Ende 2020 die gesamte Gemeinde mit Glasfaseranschlüssen abgedeckt haben. Also drücken Sie auf die Tube“, sagte er zu Flechsig. In der Dorfstraße in Bennewitz gibt der Abwasserzweckverband Muldenaue das Zeitfenster vor. Wenn im Juni der Kanalbau beginnt, wird sich web+phone gleich mit einbringen, informierte Laqua. Eine Lösung gibt es inzwischen auch für Schmölen. Hierher wollte Mitnetz die Gasleitung von Mark Ottendorf ziehen – im Hochwassergebiet nach Laquas Ansicht die umweltfreundlichere Lösung im Vergleich zum Öltank. Durch die jetzt gleichzeitige Verlegung von Gasanschluss durch Mitnetz und Glasfaseranschluss durch web+phone konnte ersterer günstiger dargestellt werden, und die Zahl der Interessenten sprang von 40 auf 90.

Darüber hinaus will im Oktober die WuLaWe Glasfaser in Neualtenbach, Zeititz, Leulitz, Neuweißenborn, Rothersdorf und Bach aktiv werden. Die 2017 gegründete Tochter der Wurzener Land-Werke erschließt in Wurzen, Bennewitz, Thallwitz und Lossatal mit Fördermitteln die nicht wirtschaftlichen Regionen, in denen zurzeit maximal 30 Mbit/s verfügbar sind. Auf Bennewitzer Gebiet sind das circa 780 Haushalte. „Wir wollen in allen vier Kommunen des Wurzener Landes zeitgleich starten“, kündigte Laqua an. Zur Zeit wird die Ausschreibung für Planung und Bau sowie Netzbetrieb vorbereitet.

Von Ines Alekowa

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