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Wurzen Steht das Wurzener Ringelnatzhaus vor dem Verkauf?
Region Wurzen Steht das Wurzener Ringelnatzhaus vor dem Verkauf?
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00:33 22.11.2015
Der parlamentarische Ausschusses für den Kulturbetrieb Wurzen hat die Stadtverwaltung mit der Prüfung zur Veräußerung der historischen Immobilie beauftragt. Quelle: Andreas Röse
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Wurzen

Seinem Vorschlag fügte der 47-Jährige zwei historische Objekte als positives Beispiel an, die dank privater Hand erhalten werden konnten – das Schloss, heute Hotel und Restaurant, sowie die Domherrenkurie, mittlerweile Heimstatt für Senioren. Bislang gab es für das Ringelnatzhaus über die Jahre hinweg ebenfalls zahlreiche Zukunftsideen. Jedoch fehlte es mal am Geld, dann wieder an einem Betreiber. Zuletzt – und zwar am Dienstag – offerierte der Kulturbetrieb das jüngste Gedankenspiel und somit Variante drei. Nämlich den Umbau zu einer Kindertagesstätte.

Über diesen Vorschlag waren einige Volksvertreter sichtlich geplättet. So wollte unter anderem Kathrin Gehres-Kobe (CDU) wissen, woher der Vorstoß stamme. „Aus dem Ältestenrat“, antworteten Oberbürgermeister Jörg Röglin (parteilos) und Kulturbetriebsleiterin Bettina Kretzschmar. Den Stand der Dinge rund um das Ringelnatzhaus erläuterte aber zunächst Hartmut Krause vom Wurzener Büro Weidemüller. Krause kennt das Gebäude wie seine Westentasche und die Konzepte hierzu. Daher fasste er alle Bestrebungen inklusive Investitionskosten für die Abgeordneten zusammen. Zum Beispiel die eines multifunktionalen Fachhauses, wie es sich der Ringelnatzverein wünscht – Kostenpunkt 750.000 Euro oder Variante zwei, datiert von 2011 und damals 1,3 jetzt wohl anderthalb Millionen Euro teuer.

Aus beiden Zielen wurde nichts. Doch die Substanz des Hauses, betonte Krause, „braucht dringend eine Sanierung, um Primärschäden zu vermeiden“. Selbstverständlich sei aus Sicht des Architekten eine Kita für 30 bis 35 Kinder „machbar“, allerdings müsste „massiv ins Haus eingegriffen werden“. Und eine öffentliche Nutzung wäre danach keinesfalls möglich. Für weitaus mehr Redebedarf sorgte schließlich Hinneburgs Verkaufshinweis – mit durchschlagendem Echo. „Der Verkauf ist keine Entscheidung gegen das Ringelnatzhaus, sondern dafür“, sagte Gehres-Kobe. Und Steffi Ferl von der SPD-Fraktion merkte an: „Ein Verkauf ist besser, bevor wir uns blamieren, weil das Haus zusammenfällt.“

Die Quintessenz der Diskussion mündete letztlich in einem Satz, den Röglin fürs Protokoll und für die Abstimmung formulierte: „Die Verwaltung erhält den Auftrag, den Verkauf des Ringelnatzhauses ernsthaft zu prüfen.“ Alle sieben Hände der anwesenden Ausschussmitglieder gingen nach oben. Für die Prüfung der Kita-Variante votierten dennoch drei und vier mit Nein.

Von Kai-Uwe Brandt

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