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Wurzen Steigende Schülerzahlen: Brandis plant Anbau an Oberschule
Region Wurzen Steigende Schülerzahlen: Brandis plant Anbau an Oberschule
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11:27 10.08.2016
Die Brandiser Oberschule soll einen Anbau erhalten. Allein kann die Stadt Brandis die Investition allerdings nicht stemmen. Quelle: Foto: Archiv
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Brandis

Die Stadt Brandis muss auf die konstant hohen Schülerzahlen reagieren. Insbesondere an der Oberschule herrscht seit Jahren akuter Platzmangel. Dieser wird im neuen Schuljahr noch verschärft. Statt zuletzt 450 Schülern drängeln sich seit Montag 508 in den Klassenzimmern. „Das sind 50 mehr als von der Bildungsagentur einmal vorausgesagt“, erklärt Bürgermeister Arno Jesse (SPD) die Situation.

Noch in den Ferien haben die Stadtväter deshalb Nägel mit Köpfen gemacht. Der Stadtrat tagte außer der Reihe, um erste Weichen für eine Erweiterung der Oberschule in der Poststraße zu stellen. „Die Notwendigkeit des Anbaus ist unbestritten“, erklärte der Stadtchef am Dienstag gegenüber LVZ. „Die Schülerzahlen, die auch in den kommenden Jahren konstant hoch bleiben, lassen uns keine andere Wahl.“ Allerdings sendet die Kommune schon jetzt das Signal aus, dass man allein nicht in der Lage sein wird, die Investition zu stemmen und der Bau deshalb auch noch nicht beschlossene Sache ist. „Ersten Schätzungen zufolge reden wir von einer Investitionssumme von fünf Millionen Euro. Vorausgesetzt, wir bekämen eine 40-prozentige Förderung, müsste Brandis immer noch drei Millionen Euro aus eigener Tasche schultern. Das ist auf gar keinen Fall zu verkraften.“ Einerseits würde man sich damit jeglicher finanzieller Spielräume für andere Maßnahmen berauben. Aber vor allem sei es schwer vermittelbar, Brandis den Löwenanteil aufzubürden. „Denn immerhin“, gibt Jesse zu bedenken, „kommt über die Hälfte der Schüler nicht aus unserer Kommune, sondern aus Nachbargemeinden wie Borsdorf und Machern.“ Aktuell würden 53 Prozent der Oberschüler aus anderen Orten stammen. „Damit haben wir eine der höchsten Fremdandienungsquoten im ganzen Landkreis“, erklärt Jesse. Zudem erinnert man in Brandis in dem Zusammenhang auch daran, dass in Borsdorf die dortige damalige Oberschule geschlossen wurde, an deren Stelle sich jetzt ein privates Gymnasium befindet – „zu Ungunsten unseres Brandiser Gymnasiums“. Aus diesen Gründen ist Jesse eher skeptisch, „ob Brandis finanziell in der Lage ist und ob wir politisch gewillt sind, einen solch hohen Eigenanteil zu stemmen.“

Um dennoch zu wissen, worüber man überhaupt redet, wurden jetzt erste Weichen gestellt. Der Stadtrat vergab die Planung für die Leistungsphasen 1 bis 3. Der Auftrag ging für rund 210 000 Euro an das Büro Sahlmann & Partner Architekten + Ingenieure. Die Erarbeitung der Unterlagen gilt als unerlässlich, um Fördermittel zu beanspruchen.

Viel Zeit bleibt nicht. Um an die begehrten Zuschüsse zu gelangen, muss der Antrag in den nächsten Tagen das Rathaus verlassen. „Bis 1. September müssen die Papiere bei der Sächsischen Aufbaubank vorliegen“, sagt das Brandiser Stadtoberhaupt.

Nach ersten Überlegungen ist ein dreigeschossiger Anbau an den westlichen Flügel der Oberschule geplant. Von dem neuen Trakt könnten alle Brandiser Schulen profitieren. Die Idee ist, hier künftig die Mensa sowohl für Grund- und Oberschule als auch das Gymnasium unterzubringen. „Damit hätte endlich die prekäre Situation im jetzigen Speisesaal ein Ende“, unterstreicht SPD-Stadt- und Fraktionschef Markus Bergforth. Hier sei derzeit Essen im Minutentakt angesagt – vor allem für die Grundschüler sei das ungünstig.

Von Simone Prenzel

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