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Wurzen Steigende Schülerzahlen stellen Brandis vor Probleme
Region Wurzen Steigende Schülerzahlen stellen Brandis vor Probleme
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08:00 14.07.2016
Baustelle Grundschule: Bis unters Dach werden Brandschutzmaßnahmen realisiert. Quelle: Andreas Döring
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Brandis

Leipzig muss bei Schulbauten kräftig Gas geben, weil die Infrastruktur mit dem Zuzug nicht Schritt hält. Und auch Brandis geht es nicht viel anders. „Unsere Schülerzahlen werden in den nächsten Jahren auf konstant hohem Niveau bleiben, teilweise sogar noch ansteigen“, benennt Bürgermeister Arno Jesse (SPD) die Herausforderung.

Derzeit stellt die Kommune intensive Überlegungen an, wie man sich der Mammutaufgabe stellt. Bereits seit Jahren werden immense Summen in die Brandiser Bildungslandschaft gesteckt. Die Kommune kann auch zwei Grundschulen, eine Oberschule und ein Gymnasium verweisen, wenn sich Neubürger nach vorhandenen Bildungsstätten erkundigen.

Schulen plagt chronischer Raummangel

In der Poststraße wurde erst 1999 eine komplette Bildungseinrichtung aus dem Boden gestampft, 2009 wurde noch einmal sechs neue Klassenzimmer an die neue Oberschule angebaut. Doch inzwischen ist klar: Selbst diese schon aufgestockten Kapazitäten reichen vorn und hinten nicht. „Die Stadt hatte sich von Beginn an bemüht, einen dreigeschossigen Neubau gefördert zu bekommen“, erinnert sich der zuständige Rathausmitarbeiter Bernd Ertel. „Doch es führte einfach kein Weg rein. Die Prognosen waren einfach nicht auf unserer Seite.“ Mittlerweile sind sie es. Die Oberschule platzt aus allen Nähten und der Zeitdruck ist enorm. „Bislang besuchten 450 Schüler die Einrichtung. Im neuen Schuljahr werden es 508 sein“, erläutert Jesse. „Und nach Einschätzung der Bildungsagentur pendelt sich die Schülerstärke langfristig bei 480 ein.“ Die Stadt müsse handeln. Das ins Auge gefasste Aufstocken des Gebäudes ist nicht bezahlbar. „Von vier Millionen Euro würden wir dabei reden. Das kann keiner bezahlen.“ Intensiv werden jetzt Alternativen geprüft. Noch im Juli wird es trotz parlamentarischer Sommerpause einen Stadtrat geben, der erste Weichen stellen soll. „Die Verwaltung möchte, dass für die Erweiterung der Oberschule die Leistungsphasen 1 und 2 beauftragt werden.“ Auch räumlich müsse man dem guten Ruf der Brandiser Schulen Rechnung tragen, appelliert Jesse.

Bürgermeister Arno Jesse (l.) begutachtet mit Bauplaner Matthias Mosinski die Stellen im Flur der Grundschule, an denen sich der Boden bereits hebt. Quelle: Andreas Döring

Handlungsbedarf gibt es aber auch am Gymnasium und an der Brandiser Grundschule. Die Abiturschmiede ist seit Jahren auf Unterricht im Container angewiesen, dessen Tage aber sind gezählt. „Auch hier müssen wir dringend über einen Ersatz nachdenken.“ Noch gebe es kein positives Signal der Bauaufsicht, dass die Interimslösung weiter genutzt werden kann. In der Grundschule sind aktuell die seit Jahren vom Landratsamt geforderten Brandschutzarbeiten im Gange. „Wir installieren eine komplett neue Brandmeldeanlage“, so Planer Heiko Ling. Verbaut werden rund 130 000 Euro. Drei Brandschutzmauern werden bis unters Dach gezogen, um das Gebäude in mehrere Abschnitte zu unterteilen und im Ernstfall ein schnelles Ausbreiten der Flammen zu verhindern.

Boden in der Grundschule hebt sich

Im Untergrund deutet sich derweil neues Ungemach an. „Das Gebäude wurde in den 50er Jahren gebaut, jetzt steigt die Feuchtigkeit hoch und hebt schon teilweise die Böden an“, erläutert Gutachter Matthias Mosinski. Eine Tür musste schon mehrfach abgesägt werden, weil sie sich sonst nicht mehr hätte öffnen lassen. Um einen Bodenaustausch werde man nicht umhin kommen, fürchtet Jesse. „Das wird sowohl finanziell als auch logistisch ein Kraftakt.“ Die nötigen Investitionen an allen drei Brandiser Schulen beziffert Jesse aktuell auf vier bis sechs Millionen Euro in den nächsten fünf Jahren. In den anstehenden Etatberatungen werde das Thema eine Rolle spielen müssen.

Von Simone Prenzel

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