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Steinkopf ist 500 Jahre alt

Steinkopf ist 500 Jahre alt

Wurzen. Die Polizei hat bislang noch keine Spur vom verschwundenen Kopf des Heiligen Wenzel. Wie berichtet wurde der Kopf aus einer durch Metallgitter gesicherten Mauernische in der Wurzener Wenceslaigasse gestohlen.

In diesem Haus wurde Christian Schöttgen, der einstige Wurzener Stadtchronist, 1687 geboren. Wie die Hauseigentümerin Ines Großjohann erzählte, soll Schöttgen selbst den Kopf entdeckt und ihm einen Platz im Mauerwerk des Hauses gegeben haben.Für den jetzigen Wurzener Ortschronisten Wolfgang Ebert ist es erschreckend, dass Kulturgüter auf diese Weise verschwinden. Es sei aber auch traurig, dass über diese so wenig Zutreffendes in Erinnerung geblieben ist. Daher ergänzt der Wurzener die Informationen und klärt zugleich einige Unstimmigkeiten auf, die im Zusammenhang mit der Diebstahlmeldung veröffentlicht wurden. So wurde der gestohlene Steinkopf von Schöttgen nicht an die jetzt bekannte Stelle gesetzt, sondern erst 1951 von der Hofseite des Hauses an die Straßenfront versetzt. „Er war 1936 bei einer Begehung und Besichtigung der Rietzschkegewölbe gefunden worden", so Wolfgang Ebert. Damals habe man sich erinnert, was Stadtchronist Schöttgen - er lebte bis 1751 - über den Kopf mitgeteilt hatte. Aus dessen Besitz befindet sich heute noch eine doppelbändige Ausgabe seiner Stadtchronik von 1717 mit handschriftlichen Bemerkungen und Ergänzungen in der Sächsischen Landesbibliothek Dresden. Wolfgang Ebert verweist auf die Seite 281. Dort sei zu lesen: „ Haben wir schon oben gemeldet, dass er a. 1513 von Bischoff Johann von Salhausen erbauet worden war. An der Seite gegen Abend stehet diese Jahr-Zahl in Stein gehauen, und zwar unter einem Raum oder Fach, darinnen vor diesen Zeiten des heil. Wenzeslai Bildniß in einem Stein eingehauen gestanden. Bey was vor Gelegenheit es herunter gekommen, kann ich nicht sagen, dieses aber ist mir bekannt, dass der Kopff davon in meines seel. Vaters Hauße, vor dem Wenzels-Thore, wo itzund Meister Ambroß Hunger wohnt, noch heutigen Tages in der Küche eingemauert ist..."Wie Wolfgang Ebert erklärt, gab der Hinweis Schöttgens Aufschluss über die Bedeutung des Steinkopfes. 1936 konnte auch eindeutig die Wenceslaigasse 12 als das Geburtshaus Schöttgens identifiziert werden. „Es gab damals eine lange Auseinandersetzung mit der Stadtverwaltung wegen der Präsentation des Kopfes an der Hausfassade", erinnert der Stadtchronist.Wie er ergänzt, wurde in den 70er Jahren in der Albert-Kuntz-Straße noch ein solcher Kopf gefunden. Es sei davon auszugehen, dass beide Köpfe zu einer Figurengruppe an der Wenceslaikirche gehörten, die um 1500 entstanden ist. Vermutet wird, dass diese in den Wirren der Reformationszeit mit ihren Bilderstürmereien zerstört wurde. Daher ist der Steinkopf – er besteht aus Porphyrtuff – 500 Jahre alt. An der Hauswand aber wird er erst seit 60 Jahren gezeigt. noch keine Spur vom verschwundenen Kopf des Heiligen Wenzel. Wie berichtet wurde der Kopf aus einer durch Metallgitter gesicherten Mauernische in der Wurzener Wenceslaigasse gestohlen. In diesem Haus wurde Christian Schöttgen, der einstige Wurzener Stadtchronist, 1687 geboren. Wie die Hauseigentümerin Ines Großjohann erzählte, soll Schöttgen selbst den Kopf entdeckt und ihm einen Platz im Mauerwerk des Hauses gegeben haben.

Conny Hanspach

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