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Wurzen Stille auf der Lid-Baustelle
Region Wurzen Stille auf der Lid-Baustelle
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05:00 09.01.2010
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Jetzt lässt ein seit wenigen Tagen fest installierter Maschendrahtzaun die Gerüchteküche brodeln. Kaum ein Bauvorhaben wurde in Wurzen so lange und so kontrovers diskutiert wie der Bau eines Lidl-Marktes an der so genannten Zimmermannskreuzung. Bereits 2005 startete die Debatte. Kritikern war ein weiterer Discounter in der Stadt zu viel. Befürworter sahen in der Nähe zum Zentrum doch Chancen für die Belebung der Innenstadt. Zugehörige beider Lager waren sich hingegen einig, dass der Abriss historischer Gebäude für den gewünschten Bauplatz ein schmerzlicher Einschnitt sei. Auch der Denkmalschutz hatte Bedenken seine Zustimmung für den Abriss des zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts errichtete Möbelhaus und das Fachwerkhaus der ehemaligen Posthalterei zu geben (die LVZ berichtete). Trotz Protesten und Mahnwachen fiel im Dezember 2008 schließlich, was von den runiösen Häusern noch stand. Dass die Architektur des neuen Lidl anders sein sollte, als bei üblichen Märkten, versöhnte ein wenig. Dass sich seither auf der Baubrache nichts tut, sorgt bei den Wurzenern indes erneut für Unmut. Längst werden Fragen laut, ob Lidl die Baupläne überhaupt noch ernsthaft verfolge. „Das tun wir. Wir bauen auf jeden Fall in Wurzen und auch an diesem Platz“, antwortet Lidl-Immobilienleiter Michael Tschernick gestern auf LVZ-Nachfrage. Grund für die Verzögerungen seien Grabungen, die das Landesamt für Archäologie auf dem Bauplatz noch vornehmen muss. Der Termin für diese Aktion habe sich auch nach verschoben, weil zahlreiche Unterlagen einzubringen waren. „Wir mussten unter anderem dokumentieren, was dort gestanden hat, was abgerissen wurde, damit die Dresdner entscheiden können, wo sie mit den Untersuchungen ansetzen“, erklärte Tschernick.

Zudem musste eine Vereinbarung zwischen Landesamt und Lidl hinsichtlich der Kosten für diese Grabungen erarbeitet werden. Lidl hat den finanziellen Aufwand zu tragen. Es sei nun abgesprochen worden, dass die Ergebnisse einer ersten Grabung darüber entschieden, ob eine zweite Grabung durch die Fachleute notwenig ist. Die Baufläche für den Supermarkt sei für die Archäologen interessant, weil das Areal zu den ältesten Besiedlungsgebieten der Muldestadt gehört. Es sei momentan davon auszugehen, dass sobald es Wetter und Terminkalender der Dresdner zulassen, die Arbeiten auf der Baustelle beginnen. Um den Markt zu errichten brauche Lidl in der regel sechs Monate. Darauf, einen termin für die Fertigstellung zu nennen, will sich Michael Tschernick dennoch nicht einlassen.

 „Die Baugenehmigung wurde 2008 erteilt und ist drei Jahre gültig. Notfalls könnte eine Verlängerung beantragt werden. Ich gehe jedoch nicht davon aus, dass wir von dieser Möglichkeit Gebrauch machen müssen“, sagt er. Der Maschendrahtzaun, so ergänzt Tschernick sei eine Auflage der Stadt gewesen. Wegen der Höhenunterschiede am Rand der Fläche sollte verhindert werden, dass Unbefugte das Areal betreten und sich verletzen.

Conny Hanspach

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