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Wurzen Straßenkampf vorbei – Deuben wieder frei
Region Wurzen Straßenkampf vorbei – Deuben wieder frei
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00:21 09.11.2017
Zahlreiche Gäste beim Banddurchschnitt: Auch Andreas Kultscher von Regionalbus Leipzig (Dritter v.l.), neben ihm Bürgermeister Bernd Laqua und Markus Heier vom Straßenbauamt waren dabei. Quelle: Foto: Andreas Döring
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Wurzen/Bennewitz/Machern

Die Berufspendler zwischen Wurzen und Leipzig können aufatmen: Der „Straßenkampf“ ist vorbei, Deuben wieder frei! Montag Vormittag, und damit zwei Wochen eher als geplant, rollten auf der B 6 die ersten Autos. Der Bann war gebrochen, das Band durchschnitten. Seit Mai wurde die Straße auf einer Länge von 370 Metern zwischen Teichweg und Saubachbrücke erneuert. Ein Rad- und Gehweg verläuft nun parallel zur Bundesstraße. Die neue Linksabbiegespur bindet das Gewerbegebiet an.

Oberbauleiter Jürgen Nicolaus von der Straßentiefbau Eilenburg GmbH war sichtlich stolz: „Die letzten 100 Meter unter Vollsperrung haben wir in nur zwei Wochen geschafft!“ Gearbeitet habe man auch am Feiertag sowie sonnabends: „Es war uns wichtig, die B 6 so früh wie möglich freizubekommen.“

Es flossen 1,2 Millionen Euro Fördergelder, 200 000 Euro investierte die Gemeinde, 160 000 Euro schoss der Bund dazu. Den Hut hatte sich der Bennewitzer Bürgermeister Bernd Laqua (parteilos) aufgesetzt: „Wir übernahmen die Verantwortung als Bauherr. Das war die Voraussetzung dafür, dass es endlich losgehen konnte.“ Zur Verkehrsfreigabe waren sie alle erschienen: Siegfried Pohl, Nadine Schuster, Klaus-Dieter Kaschmierzeck, Eveline Bergmann, Karsten Kühnapfel, Holger Zur, Christel Neustadt – Gemeinderäte von Bennewitz.

Andreas Kultscher, Geschäftsführer der Regionalbus Leipzig GmbH, zeigte sich überglücklich: „Durch den Linksabbieger und die noch folgende Ampel kommen unsere Busfahrer nun aufs Betriebsgelände, ohne den nachfolgenden Verkehr zu behindern. Außerdem radeln unsere Mitarbeiter fortan bequemer zum Dienst.“ Betriebsleiter Fred Janke erinnerte an die Zeit der Vollsperrung: „Die Macherner Landwirtschaft GmbH hatte uns geholfen. Auf ihrem Gelände in Grubnitz konnten wir 28 Busse abstellen. Eine Woche lang sind wir von dort ausgerückt.“ Das Busunternehmen mit Sitz in Deuben hat große Pläne. Noch in diesem Jahr sei Baubeginn für ein weiteres Depot. Auch das Verwaltungs- und Sozialgebäude werde erweitert.

Markus Heier vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr zieht ein positives Fazit: „Seit 2016 haben wir auf der B 6 auf 3,6 Kilometern neu gebaut. Von den Teichkurven bis zur B 107, von Machern Richtung Leipzig, zwischen Machern und dem Knoten zur B 107 und nun in Deuben.“ Mittelfristig sei sowohl die Entschärfung der Teichkurven als auch der Ausbau der B 6 innerorts von Machern geplant. Der Bennewitzer Bürgermeister ergänzte: „Nächstes Jahr verlängern wir noch den Radweg über den Ottendorfer Saubach bis Altenbach."

Laqua bedankte sich ausdrücklich bei den geplagten Bewohnern entlang der Ausweichstrecken: „Da sich leider kaum einer an die offiziell ausgewiesene Umleitung zum Beispiel von Leipzig über die A 14 nach Grimma und weiter bis Wurzen hielt, hatten wir in Altenbach und anderen Orten schlimme Zustände.“

Wer wüsste das besser als Andreas Ziebolz. „Fünf Wochen Wahnsinn! Die Straße ,An der Teeplantage’ ist eng, hat weder Mittelstreifen noch Fußweg. Von morgens fünf bis abends 22 Uhr hattest du die Autos gefühlt im Wohnzimmer. Zwar fischte die Polizei einige Laster raus – trotzdem: die Randstreifen sind dahin.“ Keiner habe sich getraut, die Kinder wie sonst üblich zu Fuß in die Schule zu schicken. „Es war einfach viel zu gefährlich.“

Eine Kollegin mit Signalweste durchleuchtete mit hochmoderner Technik den Untergrund. Auf die Frage, ob die gerade erst asphaltierte Straße in Deuben womöglich wegen eines Schatzes wieder aufgerissen werden müsse, konnte sich Kai Michaelis ein Lächeln nicht ganz verkneifen: „Nein, wir sind keine Goldsucher. Das ist kein Metalldetektor. Wir kontrollieren nur die Qualität.“

Von Haig Latchinian

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Jetzt rollt er wieder, der Verkehr in Deuben. Montag Vormittag, 10 Uhr, wurde der Knoten von Bundesstraße 6 und Gewerbegebiet freigegeben. „Und damit circa drei Wochen vor dem geplanten Bauende“, wie der Bennewitzer Bürgermeister Bernd Laqua (parteilos) zufrieden betonte.

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