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Wurzen Streit über Envia-Radelprämie in Brandis
Region Wurzen Streit über Envia-Radelprämie in Brandis
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14:15 09.01.2012
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. Nun ist um die Prämie ein Streit entbrannt.

143 große und kleine Sportler hatten zum Stadtfest im August kräftig in die Pedale getreten. Lohn der Mühe: 9300 Euro. Projekte von drei Vereinen hatten am Tag des Wettkampfs zur Wahl gestanden. Per Stimmzettel fiel schließlich die Entscheidung, ein Vorhaben des SC Polenz finanziell zu unterstützen. Sollte Brandis am Ende eine Geldprämie gewinnen, so ergab die Abstimmung der Stadtfestbesucher, möge damit ein Kleinfeld für die Polenzer Nachwuchskicker errichtet werden.

Riesig war die Freude, als Brandis sich im Starterfeld der 30 Kommunen tatsächlich lange an der Spitze hielt und schließlich nur Vorjahressieger Hohenstein-Ernstthal den Vortritt lassen musste. „Noch nie hat ein Newcomer im Wettbewerb so gut abgeschnitten", lobte Envia-Vertriebschef Andreas Auerbach die sportlichen Brandiser.

Bei einigen ist die Begeisterung indes verflogen. Grund ist ein Schreiben der Sportvereine aus Brandis und Beucha. Der ESV Lok Beucha und der FSV Brandis werfen den Polenzer Sportlern Monate nach dem Ereignis falsches Spiel vor. Es sei ihnen unerklärlich, wie der hohe Stimmanteil für Polenz zustande gekommen sei. „Als unsere Sportler und deren Eltern selbst gegen 13.30 Uhr ihre Stimme abgeben wollten, waren die Zettel schon allesamt ausgefüllt. Es bestand keine Chancengleichheit mehr." Die Vermutung liege nahe, so die Vereinsvorsitzenden Margit Klostermann (Beucha) und Günter Kögler (Brandis) in ihrem Brief an die Polenzer, dass es nicht mit rechten Dingen zugegangen sei. „Aus unserer Sicht ist, um im Nachhinein dem Gedanken der Fairness Rechnung zu tragen, nur eine Aufteilung der übergebenen Prämie unter allen beteiligten Vereinen ein taugliches Mittel."

In Polenz möchte man auf das Schreiben eigentlich gar nicht reagieren. „Wir haben keinen Grund, uns zu rechtfertigen", erklärte Joachim Aust, Vorsitzender des SC Polenz, gegenüber LVZ. Die Vorwürfe würden jeder Grundlage entbehren. „Wir haben die Wettbewerbskriterien nicht gemacht. Auch von Seiten unseres Vereins wollten Leute am Nachmittag des Stadtfestes noch ihre Stimme abgeben und konnten es nicht." Keiner der beteiligten Vereine habe im Vorfeld gewusst, dass pro Stadt generell nur 300 Stimmzettel zur Verfügung stehen. „Wir haben uns intensiv auf diesen Tag vorbereitet und alles mobilisiert, was ging, unsere Mädels haben die Stadtfestbesucher aktiv angesprochen und um ihre Stimme für unser Projekt gebeten. Aber das", so Aust, „hätten alle anderen Vereine auch tun können." Das Envia-Geld sei im Dezember auf dem Vereinskonto eingegangen. „Wir haben eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich in nächster Zeit ausschließlich um das Projekt Kleinfeld kümmern wird", erklärte Aust.

Groß ist das Bedauern ebenfalls bei Bürgermeister Andreas Dietze (parteilos). „Ich befürchte, dass wir uns unter diesen Umständen beim nächsten Städtewettbewerb gar nicht mehr beteiligen müssen." Es sei nicht anzunehmen, dass dann wieder alle an einem Strang ziehen. Die Entscheidung, ob sich Brandis wieder als Austragungsort bewirbt, sei noch nicht gefallen.

Simone Prenzel

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