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Wurzen Streit um Finanzierung – Borsdorfer Bürgermeister droht im Gemeinderat mit Rücktritt
Region Wurzen Streit um Finanzierung – Borsdorfer Bürgermeister droht im Gemeinderat mit Rücktritt
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00:25 02.04.2018
Ganz neu, ganz chic, ganz modern: Die Gemeinde Borsdorf will im April in Kombination mit dem Landesschützentag diese Sportstätte als Zweifeldsporthalle einweihen. Quelle: Frank Schmidt
Borsdorf

Besucher der 3. öffentlichen Sitzung des Borsdorfer Gemeinderates erlebten dank einer zuweilen hitzigen Diskussion der 15 (von 19) anwesenden Parlamentarier eine turbulente Sitzung mit Eklat. Stein des Anstoßes waren die „Mittelbereitstellung für die Durchführung des 20. Sächsischen Landesschützentages am 20. und 21. April“ (Punkt 8 der Tagesordnung) und die „Mittelbereitstellung für die festliche Inbetriebnahme der Zweifeldsporthalle Borsdorf am 21. April“ (Punkt 9).

Parlamentarier mit Erinnerungslücken

Zunächst entzündete sich die Diskussion an der Verwunderung einiger Parlamentarier, dass die Gemeinde als Gastgeber oder Veranstalter für den Landesschützentag auftritt. „Und zwar gemeinsam mit der Leipziger Communalgarde, was ein Beschluss des Gemeinderates war und seitdem genau so in der Öffentlichkeit erwähnt sowie in jeder Veröffentlichung geschrieben wird“, rief Bürgermeister Ludwig Martin (CDU) mit leichtem Anflug der Entrüstung in Erinnerung und bezeichnete diese Wissenslücke als „äußerst peinlichen Vorgang“. Richtig sei, so das Gemeindeoberhaupt, dass mit dem Beschluss nicht über die Kosten gesprochen worden sei, die aber jetzt näher beziffert werden könnten. So werden etwa 2 700 Euro benötigt, die Communalgarde mit Domizil in Panitzsch werde sich mit 1 500 Euro an den Kosten beteiligen, informierte Martin. Weitere 7 200 Euro sind für die am gleichen Wochenende geplante Inbetriebnahme der neu gebauten Zweifeldsporthalle vorgesehen.

Kosten sorgen für Ärger

Doch die Kosten werden „in Zeiten knapper Gemeindekassen“ von Tobias Uhlmann (fraktionslos) moniert. „Wenn ich gewusst hätte, dass der Landesschützentag für uns mit Kosten verbunden ist, hätte ich dem Beschluss nicht zugestimmt“, untermauerte er seine Ablehnung zur Finanzierung des Events. Deshalb stellte Matthias Schütze (Die Linke) den Antrag zur Geschäftsordnung, den Punkt acht zurückzustellen, mit klarer Ansage an den Bürgermeister, an der Kostenschraube und -verteilung zu drehen, um später darüber abzustimmen. Als eine schon trotzig anmutende Reaktion darauf warf Arne Rodloff (CDU) einen „weitergehenden Antrag“ in die Runde. „Wir sagen den Landesschützentag ab.“

Martin: „Ich lasse mich nicht zum Hanswurst machen“

Um das zu verhindern, fuhr Martin, der selbst im Vorstand der Leipziger Communalgarde sitzt, sichtlich verärgert schweres Geschütz auf. „Ich sage Ihnen definitiv, wenn Sie das mit mir machen, trete ich zurück. Ich lasse mich nicht zum Hanswurst machen.“ In dem dadurch quertischein entfachten heftigen Wortgefecht warf Rodloff den Beschwerdeführen vor, „die Gemeinde lächerlich zu machen und vorzuführen.“

Um Sachlichkeit bemüht, ergriff Susanne Wolf (CDU) das Wort. „Zum einen ist der Landesschützentag ein Aushängeschild für Borsdorf. Des Weiteren sehe ich definitiv den Vorteil der Kostenteilung. Denn für die Einweihung der Zweifeldsporthalle hätten wir sowieso Aufwand und Kosten gehabt, die wir nun aber teilen können – das ist doch toll“, sagte sie und fügte mahnend an, „wir sollten den Prestigewert dieser Veranstaltung nicht verkennen.“

Der Antrag auf Zurückstellung von Punkt acht wurde mehrheitlich abgelehnt, um anschließend den beide strittigen Punkten acht und neun ebenfalls mehrheitlich zuzustimmen.

Von Frank Schmidt

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