Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wurzen Studie für Besucher- und Informationszentrum
Region Wurzen Studie für Besucher- und Informationszentrum
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:33 03.06.2018
Wie in guten alten Zeiten: Der Wurzener Bahnhof soll als Besucher- und Informationszentrum Wurzener Land Touristen für die Region empfangen, so wie es zum Jubiläum 175 Jahre Eisenbahnstrecke Leipzig-Dresden schon einmal inszeniert wurde. Quelle: Frank Schmidt
Anzeige
Wurzen

„Der Bahnhof Wurzen soll touristisches Tor nicht nur für die Stadt werden, sondern für eine ganze Region – und zwar für das Wurzener Land.“ Mit dieser Prämisse schwor Oberbürgermeister Jörg Röglin (SPD) seine Stadträte auf ein Vorhaben ein, für das im Parlament eine Machbarkeitsstudie vorstellt wurde.

Kooperation der Kommunen nötig

Doch dafür bedürfe es noch der Kooperation aller Kommunen im Wurzener Land, respektive der Gemeinden Bennewitz, Thallwitz und Lossatal sowie regionaler Netzwerke und Verbände wie der Geopark Porphyrland und das Sächsische Burgenland. Eine entsprechende Kooperationsvereinbarung müsse dafür auf den Tisch, in der die Akquirierung von Fördermitteln ebenso geregelt werden müsste wie die finanzielle Beteiligung. Zudem müsse in dieser Vereinbarung die Bereitschaft zur Abstimmung möglicher Tourismus- und Marketingstrategien formuliert werden, um die Region erfolgreich vermarkten zu können (LVZ berichtete).

Um es gleich vorwegzunehmen: Was so im Beschlussantrag der Verwaltung formuliert war, haben die Stadträte mit zwei Gegenstimmen aus der CDU-Fraktion per Votum zur Kenntnis genommen.

Koordinatorin: Wurzener Land besitzt viel Potenzial

Zum Inhalt der Machbarkeitsstudie äußerte sich die Autorin Katrin Hussock. Als einstige Wurzener Stadtmarketingkoordinatorin führte die jetzt selbstständige „Ideenmeisterin“ gemeinsam mit Sabine Heymann die Feder für dieses Zukunftsprojekt. Einleitend aber verlor sie kritische Worte zum Status quo. „Das Wurzener Land besitzt soviel Potenzial, hat sich aber trotz seiner Historie und trotz seiner geologischen Entwicklung und Vielfalt touristisch nicht wirklich entwickelt und steckt in den Kinderschuhen.“ Ihr Appell zielte darauf hinaus, unter anderem „die schöne Loreley aufzuwecken“.

Eigentümer des Bahnhofs wirkt mit

Mit dem Bahnhofsgebäude als Domizil für ein Besucher- und Informationszentrum Wurzener Land sollte das möglich sein. Auch, nachdem Utz Leischnig als privater Eigentümer des Bahnhofes seine Bereitschaft zeigt, in das Gebäude zu investieren, zu revitalisieren und dafür von Beginn an am Projekt mitwirkt. „Weil es ein Ort ist, der für alle spricht. Optimal gelegen an der Ferneisenbahn Dresden-Leipzig ist es ein Verkehrsknotenpunkt und mit mindestens 2000 Fahrgästen pro Tag der am meisten frequentierte Bahnhof im Landkreis Leipzig“, betonte die Ideenmeisterin. Das Gebäude biete sich auch als Tourismusinformation an, da es in zehn Minuten fußläufig gut vom und ins Stadtzentrum zu erreichen sei. Parkplätze und Busanbindung sowie überdachte Fahrradstellplätze und Toilettenanlagen würden schon jetzt eine gute Infrastruktur bieten. Perspektivisch wären weitere Mobilitätsangebote denkbar, etwa Verleih von E-Bikes oder eCarSharing. „Das Gebäude selbst verfügt über große Flächen, die ausgebaut werden können.

Investition von 615 000 Euro

Aber all das kostet. Von Betriebs- und Personalkosten abgesehen, die mit jeweils 5740 Euro und 10380 Euro pro Monat im Plan stehen, die wiederum Einnahmen von etwa 17 000 Euro einbringen könnten, braucht es Investitionen für den Um- und Ausbau sowie für die Ausstattung des Tourismuszentrums. Und dafür nannte Hussock eine Summe von 615 000 Euro investiven Mitteln. Darin noch nicht enthalten sei die Summe für Erwerb oder Pacht des Gebäudes. Positiv stimme, dass Partner und Fördermittelgeber ihre Bereitschaft signalisiert hätten, in dieses Projekt investieren zu wollen.

Mit Bedenken zu den Kosten, die „unüberschaubar“ seien, stand Stadtrat Roland Mühlner (CDU) isoliert da. Fraktionskollegin Kathrin Gehres-Kobe sprach sich dafür aus, dem Projekt eine Chance zu geben.

Von Frank Schmidt

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

50 sächsische Kirchenhistoriker kommen von Donnerstag bis Sonnabend zu ihrer 70. Jahrestagung in Wurzen zusammen. Nach 1962 und 1992 sind sie bereits zum dritten Male zu Gast in der Muldestadt. Der Leiter der Arbeitsgemeinschaft, Professor Armin Kohnle, betont, dass die meisten Veranstaltungen bei freiem Eintritt offen für alle sind.

03.06.2018

Feierstimmung an der Lernförderschule Burkartshain. Passend zum Schulfest ermöglichen 13 regionale Sponsoren die Nutzung des Kleinbusses für weitere fünf Jahre. Bei schlechter ÖPNV-Anbindung ein großes Plus.

30.05.2018

Volles Haus am Dienstagabend im Thallwitzer Kulturgut. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer diskutierte mit rund 230 Gästen über Perspektiven für den ländlichen Raum.

31.05.2018
Anzeige