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Stuntman sorgt für erste Überraschung zum Pesta-Jubiläum in Wurzen

Oberschul-Fest Stuntman sorgt für erste Überraschung zum Pesta-Jubiläum in Wurzen

Mit dem Sturz aus 14 Meter Höhe hat Stuntman Tilo Hase für den ersten Höhepunkt beim Jubiläumsfest der Pestalozzi-Oberschule Wurzen gesorgt. Hunderte Gäste und Schüler feierten gemeinsam mit der Bildungsstätte die Einweihung des Hauses vor 125 Jahren.

So feierte die Pestalozzi-Oberschule Wurzen am Donnerstagnachmittag ihr 125-jähriges Jubiläum.

Quelle: Frank Schmidt

Wurzen. Hunderte Gäste, viele Überraschungen, zig Stände und ein überfüllter Schulhof: So feierte die Pestalozzi-Oberschule Wurzen am Donnerstagnachmittag ihr 125-jähriges Jubiläum. Eigens dafür hatte sich Schulleiter Steffen Rößler mit Frack und Zylinder kostümiert und führte durchs bunte Programm.

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So feierte die Pestalozzi-Oberschule Wurzen am Donnerstagnachmittag ihr 125-jähriges Jubiläum.

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„Um Gottes Willen, was macht denn der Mann dort oben?“ Der Schuldirektor traute seinen Augen nicht beim Blick gen Himmel. Ein Mann, um genau zu sein ein Stuntman, ist dem Sanitärtrakt aufs Dach gestiegen. „Oh weh, ich muss zugeben, zu meiner Zeit hat es so etwas Verrücktes nicht gegeben“, konnte sich der Herr Direktor nicht beruhigen. Ganz anders Tilo Hase, jener Stuntman war die Ruhe in Person. Wie auch seine zwei Helfer „am Set“, Kevin Rühle und Nils Schumann. Beide Sechstklässler standen mit auf dem Dach und nahmen dafür all ihren Mut zusammen. Mehr noch plauderte sie via Mikrofon, wie es doch da oben in luftiger Höhe so ist. Nicht wirklich nachahmenswert, obgleich die beiden 13-jährigen Jungen, auch das sei erwähnt, sehr gut gesichert waren. „Selbst wenn sie wollten, dank ihrer Seilsicherung würden sie gar nicht bis zur Dachkante kommen, geschweige denn runterspringen können“, versicherte das Team um den Stuntman. Und dann war es soweit.

Tilo Hase trat nach vorn und ließ seine Schuhspitzen schon mal etwas über die Dachkante hinaus ragen, während manchen der Zuschauer im Schulhof das Herz in die Hose rutschte. Der Stuntman schaute noch einmal kurz nach hinten, um sich bei seinem Team zu verabschieden. Quatsch. Natürlich, um sich zu bedanken und sprang 14 Meter in die Tiefe. Das heißt in einem großen Stapel von 200 Pappkartons, die eine Art 2,80 mal vier Meter großes Sprungtuch darstellten. Die Bewunderung der wieder Luft holenden Zuschauer war ihm samt Applaus sicher.

Mit einen Exkurs in die wechselvolle Geschichte ließ zudem der einstige Schüler und Lehrer, der heutige Ehrenbürger und Stadtchronist Wolfgang Ebert aufhorchen. Denn eigentlich sei er erstaunt darüber, dass die altehrwürdige Bildungsstätte ihr 125-jähriges Jubiläum begeht. Schließlich wurde hier schon vor Fertigstellung des Baus zu Ostern 1891 unterrichtet – nämlich ab 1890 und im unfertigen Gebäude, also vor 126 Jahren.

Dass die Schule zwei Eingänge habe, läge daran, dass der eine für Knaben, der andere für die Mädchen angelegt wurde. Damals jedenfalls, so Ebert, stand die Pesta ganz allein auf der grünen Wiese, entlang der heutigen Schillerstraße plätscherte noch der Bach Rietzschke. In den Jahren 1971/1972 gingen übrigens 1542 Kinder zur Schule, mussten aufgrund des Platzmangels sogar in den Gaststätten der Nähe, wie dem „Sächsischen Hof“ oder im „Carolaschlößchen“ den Lehrstoff pauken. Übrigens, schloss Ebert seinen Vortrag, um noch mehr Details im neu eröffneten Schulmuseum zu verkünden, hätte die Oberschule gut und gern zwei Jubiläen feiern können – 125 Jahre Pesta und 70 Jahre Namensgebung. Den Namen Pestalozzi trägt die Einrichtung seit 16. Januar 1946.

Von Frank Schmidt und Kai-Uwe Brandt

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