Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wurzen Süßwarenfabrik Wurzen: Belegschaft fordert Antworten ein
Region Wurzen Süßwarenfabrik Wurzen: Belegschaft fordert Antworten ein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:26 19.05.2015
René Willfurth Quelle: Andreas Röse

Wie der 42-Jährige jetzt gegenüber LVZ sagte, löste die Ankündigung des Unternehmens, den Produktionsstandort Wurzen aufgrund der Probleme beim Mühlgraben mittelfristig zu schließen, bislang nur ein politisches Hauen und Stechen bei den Stadteliten aus - "und zwar auf dem Rücken der verunsicherten Belegschaft".

Willfurth, der seinerzeit mit gut zwanzig Mitarbeitern der Parlamentstagung beiwohnte und in ihrem Namen ans Mikrofon ging, erinnert sich noch genau an den 10. Oktober, als die Hiobsbotschaft aus dem Konzernsitz Polch öffentlich wurde. "Meine Frau, die aus der Nachtschicht kam, weckte mich und sagte: Die wollen die Firma schließen!" Erst später erfasste er die Tragweite ihrer Worte und war entsetzt.

Die Dementis folgten prompt. So berief der Werksleiter eine Versammlung zu Willfurths folgender Spätschicht ein, versicherte, dass Griesson-de Beukelaer keineswegs die Fabrikation schließe und selbstverständlich weiter investiere. "Es gab und gibt immer noch viele heiße Diskussionen unter den Leuten und natürlich Verunsicherung." Besonders darüber, was das Unternehmen per E-Mail konkret dem Oberbürgermeister mitgeteilt habe. Willfurth und andere jedenfalls sind trotz der beunruhigenden Vorgänge froh darüber, dass der Schriftverkehr ans Tageslicht kam. "Ich finde die Veröffentlichung gut und richtig, weil die Mitarbeiter nun endlich über die Hintergründe Bescheid wissen." Sie müssten schließlich auch unter den möglichen Folgen leiden. Mit Unverständnis reagiert Willfurth jedoch auf das nicht erfolgte Echo aus den Reihen der Wurzener Kommunalpolitiker. Zur Ratssitzung fragte er nämlich: "Welche Maßnahmen unternehmen die einzelnen Fraktionen CDU, SPD, Die Linke und Bürger für Wurzen, um Investitionen zur Sicherung der Arbeitsplätze in der Wurzener Dauerbackwaren GmbH zu ermöglichen?" Es folgte eine Erklärung des Oberbürgermeisters Jörg Röglin (parteilos) unter Tagesordnungspunkt 6 a, die das Stadtoberhaupt selbst zwei Tage später in einem regionalen Internetportal als "Warum mir der Kragen platze?" titulierte. Und Röglins Verbot einer Reaktion der Mandatsträger im Nachgang: "Aussprache nicht vorgesehen!" Zwar habe er, so Willfurth, erst Beifall gespendet, war dann aber kurz darauf frustriert, da die Zuschauer von Griesson-de Beukelaer eigentlich Antworten von den Fraktionen erwarteten.

Diese folgten nicht einmal Tage später, wie er sagt. Vielmehr parteipolitisches Gezänk oder Lobhudeleien. "Hier geht es um unsere Jobs, nicht um den Arbeitsplatz des Oberbürgermeisters oder um die Arbeitsplätze der Stadt­räte", bekräftigt er seine Forderung nach Resonanz und einer Rückendeckung für die Belegschaft. Zudem fand Willfurth die Anschuldigungen Röglins gegenüber seines Verwaltungsvizes Gerald Lehne (CDU) "nicht in Ordnung", setzt nunmehr alle Hoffnung darin, dass Lehne bis zum 31. Dezember eine Lösung präsentiert. Hiermit hatte Röglin den Gescholtenen beauftragt.

Ebenfalls Antworten erhoffen sich Willfurth und die circa 250 Festangestellten am Standort Wurzen von Andreas Land. Der vorsitzende Geschäftsführer und Gesellschafter von Griesson-de Beukelaer ist übrigens heute vor Ort.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.10.2013
Kai-Uwe Brandt

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Es kreucht und fleucht am Rande des Gerichshainer Gewerbegebietes. Im modernen Labor- und Untersuchungsgebäude der BioChem agrar GmbH wird an hochsensiblen Kleinstlebewesen getestet, ob landwirtschaftliche Präparate nach Jahren der Forschung zugelassen werden können.

19.05.2015

Zwei Deichbrüche hatten während der Juni-Flut in der Gemeinde Thallwitz massive Schäden angerichtet. Nachdem es anfänglich so aussah, dass die Betroffenen weiter mit dem schwächelnden Deich vor ihrer Tür leben müssen, gibt es nun doch ein erstes Aufatmen.

19.05.2015

Die Verbindung zwischen Eilenburg und Wurzen soll wieder ein Stück leistungsfähiger werden. "Ich freue mich, dass wir mit dem Ausbau der S 11 südlich Thallwitz starten können", erklärte beim ersten Spatenstich Sachsens Verkehrsstaatssekretär Roland Werner.

19.05.2015
Anzeige