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Süßwarenfabrik Wurzen: Belegschaft fordert Antworten ein

Süßwarenfabrik Wurzen: Belegschaft fordert Antworten ein

Weil René Willfurth und seine Kollegen von Griesson-de Beukelaer weder zur Stadtratssitzung am 16. Oktober geschweige denn danach auf ihre Frage eine Antwort erhalten haben, sind sie enttäuscht und verärgert.

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René Willfurth

Quelle: Andreas Röse

Wurzen. Wie der 42-Jährige jetzt gegenüber LVZ sagte, löste die Ankündigung des Unternehmens, den Produktionsstandort Wurzen aufgrund der Probleme beim Mühlgraben mittelfristig zu schließen, bislang nur ein politisches Hauen und Stechen bei den Stadteliten aus - "und zwar auf dem Rücken der verunsicherten Belegschaft".

Willfurth, der seinerzeit mit gut zwanzig Mitarbeitern der Parlamentstagung beiwohnte und in ihrem Namen ans Mikrofon ging, erinnert sich noch genau an den 10. Oktober, als die Hiobsbotschaft aus dem Konzernsitz Polch öffentlich wurde. "Meine Frau, die aus der Nachtschicht kam, weckte mich und sagte: Die wollen die Firma schließen!" Erst später erfasste er die Tragweite ihrer Worte und war entsetzt.

Die Dementis folgten prompt. So berief der Werksleiter eine Versammlung zu Willfurths folgender Spätschicht ein, versicherte, dass Griesson-de Beukelaer keineswegs die Fabrikation schließe und selbstverständlich weiter investiere. "Es gab und gibt immer noch viele heiße Diskussionen unter den Leuten und natürlich Verunsicherung." Besonders darüber, was das Unternehmen per E-Mail konkret dem Oberbürgermeister mitgeteilt habe. Willfurth und andere jedenfalls sind trotz der beunruhigenden Vorgänge froh darüber, dass der Schriftverkehr ans Tageslicht kam. "Ich finde die Veröffentlichung gut und richtig, weil die Mitarbeiter nun endlich über die Hintergründe Bescheid wissen." Sie müssten schließlich auch unter den möglichen Folgen leiden. Mit Unverständnis reagiert Willfurth jedoch auf das nicht erfolgte Echo aus den Reihen der Wurzener Kommunalpolitiker. Zur Ratssitzung fragte er nämlich: "Welche Maßnahmen unternehmen die einzelnen Fraktionen CDU, SPD, Die Linke und Bürger für Wurzen, um Investitionen zur Sicherung der Arbeitsplätze in der Wurzener Dauerbackwaren GmbH zu ermöglichen?" Es folgte eine Erklärung des Oberbürgermeisters Jörg Röglin (parteilos) unter Tagesordnungspunkt 6 a, die das Stadtoberhaupt selbst zwei Tage später in einem regionalen Internetportal als "Warum mir der Kragen platze?" titulierte. Und Röglins Verbot einer Reaktion der Mandatsträger im Nachgang: "Aussprache nicht vorgesehen!" Zwar habe er, so Willfurth, erst Beifall gespendet, war dann aber kurz darauf frustriert, da die Zuschauer von Griesson-de Beukelaer eigentlich Antworten von den Fraktionen erwarteten.

Diese folgten nicht einmal Tage später, wie er sagt. Vielmehr parteipolitisches Gezänk oder Lobhudeleien. "Hier geht es um unsere Jobs, nicht um den Arbeitsplatz des Oberbürgermeisters oder um die Arbeitsplätze der Stadt­räte", bekräftigt er seine Forderung nach Resonanz und einer Rückendeckung für die Belegschaft. Zudem fand Willfurth die Anschuldigungen Röglins gegenüber seines Verwaltungsvizes Gerald Lehne (CDU) "nicht in Ordnung", setzt nunmehr alle Hoffnung darin, dass Lehne bis zum 31. Dezember eine Lösung präsentiert. Hiermit hatte Röglin den Gescholtenen beauftragt.

Ebenfalls Antworten erhoffen sich Willfurth und die circa 250 Festangestellten am Standort Wurzen von Andreas Land. Der vorsitzende Geschäftsführer und Gesellschafter von Griesson-de Beukelaer ist übrigens heute vor Ort.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.10.2013
Kai-Uwe Brandt

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