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Tag der Sachsen – Wurzen würde wieder wollen, Borna hatte noch nie den Zuschlag

Großveranstaltungen Tag der Sachsen – Wurzen würde wieder wollen, Borna hatte noch nie den Zuschlag

Es sind hohe Fest- und Feiertage für die sächsischen Städte jenseits der Metropolen Leipzig, Dresden und Chemnitz: Großveranstaltungen wie der alljährliche Tag der Sachsen oder die Landesgartenschauen. Borna hat sich schon beworben, kam aber noch nie zum Zug. Wiederholung nicht ausgeschlossen.

Beim Tag der Sachsen in Wurzen im Vorjahr gab es viel Musik.

Quelle: LVZ

Borna/Grimma/Wurzen. Es sind hohe Fest- und Feiertage für die sächsischen Städte jenseits der Metropolen Leipzig, Dresden und Chemnitz: Großveranstaltungen wie der alljährliche Tag der Sachsen oder die Landesgartenschauen. Während Grimma und Wurzen bereits Gastgeber des dreitägigen größten sächsischen Volksfestes waren, erhielt Borna noch nie den Zuschlag. Eine Bewerbung der Kreisstadt ist zumindest derzeit alles andere als konkret.

„Generell hätten wir schon Interesse daran“, macht die Bornaer Oberbürgermeisterin Simone Luedtke (Linke) klar. Eine Bewerbung in diesem Jahr für 2018 sei aber ausgeschlossen. Dabei wäre es nicht der erste Versuch der Stadt. In den 90er-Jahren hatte Borna mehrfach versucht, den Zuschlag für die Veranstaltung, die in diesem Jahr in Großenhain stattfindet, zu bekommen. Vergeblich, so dass schließlich in eingeweihten Kreisen davon die Rede war, dass Borna auch dann nicht den Zuschlag für die Ausrichtung des Sachsentages erhalte würde, wenn die Stadt der einzige Bewerber wäre.

Dabei waren das nicht die einzigen Versuche, eine Veranstaltung mit freistaatweiter Ausstrahlung nach Borna zu holen. Etwa anderthalb Mal bemühten sich die Verantwortlichen in Borna um die Landesgartenschau, eine monatelange Veranstaltung während der Vegetationsperiode, für die im vorigen Jahr Oelsnitz im Erzgebirge Ausrichter (Motto Blütenträume – Lebensträume“) war und die im Jahr 2019 in Frankenberg unter dem Motto „Natürlich mittendrin“ steht. So scheiterte ein Bornaer Bewerbungsversuch 2004 bereits im Stadtrat. Sieben Jahre später war dann im sachsenweiten Vorausscheid Schluss damit.

„Derzeit ist das kein Thema für uns“, so die Bornaer Oberbürgermeisterin weiter. Die Verwaltung habe für ein entsprechende Vorbereitung schlichtweg keine Zeit, weil sämtliche Fachdienste mit dem sächsischen Programm VWV-Investkraft zu tun hätten.

Grimma würde sich durchaus um die Landesgartenschau bewerben. Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) hat aber ein Luxusproblem. „Uns fehlt es an innerstädtischen Brachen.“ Die aber seien gewissermaßen notwendig, um die Mittel, die dabei aus der Kasse des Freistaats in die Ausrichterkommunen fließen, sinnvoll umzusetzen. Berger weiter: „Bei uns gibt es die Probleme nicht mehr, die wir mit der Landesgartenschau lösen könnten.“ Und der Tag der Sachsen? „Den hatten wir schon.“ Und zwar im Jahr 2008. Mittlerweile sei die Ausrichtung des Sachsentages aber nicht mehr so lukrativ, weil die Besucherzahlen stark zurückgegangen seien. „Außerdem kommen da nur noch B-Promis“, so Berger.

Das würde Bergers Wurzener Amtskollege Jörg Röglin (parteilos) ganz gewiss nicht unterschreiben. Im Gegenteil. Der Oberbürgermeister der Ausrichterstadt 2015 (Motto: Überall ist Wunderland“) würde den Tag der Sachsen jederzeit wieder nach Wurzen holen. „Obwohl das harte Arbeit ist“, so Röglin mit Blick auf die aufwendige Vorbereitung des Großereignisses. Der Tag der Sachsen sei aber „durchaus eine lukrative Investition“. Von der positiven Wirkung nach innen wie nach außen ganz abgesehen. Unter dem Strich habe der Tag der Sachsen etwa 1,3 Millionen Euro gekostet, von denen die Stadt Wurzen lediglich 130 000 Euro an Eigenmitteln beigesteuert habe, abgesehen vom Einsatz des städtischen Personals. Ähnlich habe es beim Landeserntedankfest ausgesehen, für dass die Stadt vor fünf Jahren Gastgeber war. Röglin: „Das hat uns 90 000 Euro Eigenmittel gekostet.“

Was die Ausrichtung der Landesgartenschau anbelange, so bedeute dies „das Bohren ganz dicker Bretter“. Dazu sei eine sehr lange Vorarbeit nötig, etwa vier bis fünf Jahre. Für die Stadtentwicklung wäre die Landesgartenschau aber ein Segen. Auch wenn es derzeit lediglich den Status einer Idee hat: Denkbar wäre für den Wurzener Rathauschef die Umwandlung des ehemaligen Kasernengeländes im Norden der Stadt mit angrenzendem Park. Vielleicht unter dem Motto „Blumen statt Gewehre.“ Aber das sei Zukunftsmusik, „und da ist noch nichts konkret“.

Nicht konkret sind auch die Bemühungen in Borna, dereinst vielleicht doch einmal den Tag der Sachsen auszurichten. „Vielleicht in zwei Jahren“, sagt die Bornaer Oberbürgermeisterin Luedtke. „Darüber müssten wir uns mit dem Stadtrat verständigen.“

Von Nikos Natsidis

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