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Wurzen Tausende jubeln Kilt-Kämpfern zu
Region Wurzen Tausende jubeln Kilt-Kämpfern zu
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05:00 19.09.2011
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. Zur Freude Tausender Zuschauer ermittelten 34 Amateurmannschaften bei den traditionellen schottischen Muskelspielen ihre Besten.

Was sich den Gästen rund ums Schloss bot, war auch bei der elften Auflage der Spiele einmal mehr spektakulär. Muskulöse Kerle schleppten sich gegenseitig übers Feld, Baumstämme flogen, 200 Kilo schwere Brocken wurden mit schmerzverzerrter Miene aufs Podest gehievt. Erstmals wurden die Helden im Schottenrock ohne vorheriges Probetraining in den Wettkampf geschickt. „Das ist nicht mehr nötig", erklärte Moderator Andreas Mierisch, „weil sich die meisten Teams mittlerweile eigene Gewichte besorgt haben." So auch die „Appelkriebsche" aus der Nähe von Leipzig. „Wir trainieren zwei Mal die Woche auf einem Hof in Gottscheina", berichtete Matthias Lerch nach einer der kraftraubenden Disziplinen. Im normalen Leben Koch, ist für den 25-Jährigen Machern immer wieder ein Muss. „Wir sind schon zum sechsten mal dabei, die Atmosphäre ist einfach toll."

Wozu Männer im Rock fähig ist, darüber konnte auch Roman Knoblauch nur staunen. „Schön saß‘s nicht aus, Männer. Aber ihr ward schnell", kommentierte der MDR-Sportexperte den Versuch der Harzer Teutonen beim Baumstammslalom. Der hölzerne Ballast musste von vier Leuten geschultert und dann möglichst flott durch einen Stangenparcours bugsiert werden. „Spaß haben, den Leuten eine schöne Show bieten - darum geht‘s in Machern. Und einer", tröstete Knoblauch die Akteure, „muss eben auch Letzter sein." Unerschrocken nahmen es auch acht Damenteams mit den Gewichten auf. „Unsere Angstdisziplinen sind eindeutig Baumstammwerfen und Steinkugel - das haben die meisten noch nie gemacht", outeten sich die Mädels von Festsponsor Mäc Geiz als blutige Anfänger. Eine gute Figur machten auch wieder die Fitstone-Ladies aus Machern. Mit kurzen Röcken und dem darunter hervorblitzenden roten Strumpfband wurden sie von der männlichen Konkurrenz besonders gern angefeuert.

Nicht weniger ehrgeizig ging es bei den Wettbewerben der Piper und Drummer zu. Einer, der sich der kritischen Bewertung der Jury stellte, war Willy Michlenz aus Leipzig. „Die Schiedsrichter haben über tausend Lieder im Kopf, denen kann man nichts vormachen", war sich der 26-Jährige, der eine Praxis für Physiotherapie betreibt, sicher. Aber der Dudelsack sei eben auch ein faszinierendes Instrument. Das fanden in Machern wieder Tausende, die sich von den originalen Klängen verzaubern ließen. Besondere Hingucker waren die Drum Major – wie Heiko Schöneis von den First Sauerland Pips and Drums. Im Full Dress, gekrönt von einem großen schwarzen Hut, stolzierte der 62-Jährige über den Platz. „Die Schuhe müssen blitzen, auf dem Tambourstab darf man keinen Fingerabdruck sehen", verwies er auf Kleinigkeiten, die zu Punktabzug führen können.

Auch für die acht Pipe-Bands hieß es gestern leider vorzeitig Koffer packen. „Wir haben nach den Gewittern am Morgen schweren Herzens entschieden, die Veranstaltung für Sonntag abzusagen. Gerade ziehen wir ein Auto nach dem anderen aus dem Schlamm. Das Gelände ist nur noch mit Gummistiefeln begehbar", musste Uwe Schimmel vom Kulturverein Schloss Machern enttäuschten Besuchern erklären. Vor allem mit der Aussicht auf weitere schwere Regengüsse wollte man den Athleten den glitschigen Untergrund nicht zumuten. So fielen auch die Deutschen Meisterschaften der Profi-Highlander ins Wasser. Schimmel: „Sicherheit geht nun mal vor." Wer dennoch kam, konnte wenigstens bis Mittag noch einigen Solo-Pipern vorm Schloss lauschen.

Simone Prenzel

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