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Wurzen Teilhabe am Leben
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05:00 09.09.2010
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. Gestern arbeiteten Schülerinnen des Beruflichen Schulzentrums und Rentner im Awo-Seniorenheim gemeinsam mit Ton.

Ungewöhnlicher Andrang gestern im Foyer des Awo-Seniorenheims in der Albert-Kuntz-Straße. Zwei Dutzend Schützlinge der Einrichtung haben im Aufenthaltsraum Platz genommen und kneten Ton zu Gefäßen oder Herbstblättern. Ihnen zur Seite – Mitarbeiterinnen der Awo und fünf Schülerinnen des Beruflichen Schulzentrums. Die angehenden Sozialassistentinnen folgten damit einer Einladung ihrer Lehrerin Susanne Rother, die gemeinsam mit der Awo-Ergotherapeutin Heike Rommel die Aktion organisierte.

Rommel, im Seniorenheim für aktivierende Betreuung zuständig, schaut zufrieden auf die bastelnden Grüppchen. „Es macht schon Freude, wenn man sieht, wie das Interesse bei den Senioren steigt." Gerade für ältere Leute sei die Arbeit mit Ton aufgrund der einfachen Handhabung ideal. Die Abwechslung im Alltag vermittle den Rentnern zudem das Gefühl, am Leben „draußen" teilzuhaben. Ganz wichtig sei auch, dass mal andere Leute vorbeischauen. „Solche Erlebnisse bleiben dann lange im Gedächtnis."

Franziska Rosenkranz ist eine der „Anderen". Die 21-Jährige absolviert derzeit ihr drittes Berufsschuljahr und will später als Heilerziehungspflegerin mit behinderten Menschen arbeiten. Zur Berufswahl habe sie ein Fall im privaten Umfeld animiert. „Mich motiviert der Gedanke, anderen Menschen mit meiner Arbeit zu helfen." Dazu bestand auch gestern reichlich Gelegenheit. Geduldig knetet die Berufsschülerin mit einer Seniorin am Ton. Irgendwann entsteht nach Vorlage ein Ahornblatt. Dazwischen wird ausgiebig mit den Senioren kommuniziert. „Klar hatte ich am Anfang meine Zweifel", räumt Franziska ein. Häufig sei die Kommunikation mit den alten Leutchen ein Problem. „Aber man sieht, dass sie sich über die Zuwendung freuen und die Aufmerksamkeit genießen." Das sei jeden Aufwand wert. Mitschülerin Sarah Naumann, die mit einer Rentnerin soeben ein Tongefäß fertiggestellt hat, ist zufrieden. Die 17-Jährige will nach der Ausbildung Kindererzieherin werden. „Aber das Arbeiten mit den Senioren hat auch Spaß gemacht. Die waren gut gelaunt."

Berufsschullehrerin Rother freut sich über das Engagement ihrer Schülerinnen. „Noch mehr berufliche Praxis geht gar nicht." Der Umgang mit den Senioren sei eine gute Vorbereitung auf das Berufsleben, weil hier erworbenes Theoriewissen umgesetzt werden könne. Diese Fertigkeiten seien später wichtiger Bestandteil der Abschlussprüfungen. Und dass sich die Mädels wacker schlagen, findet aus berufenem Munde Bestätigung. Rommel: „Die machen das wirklich super und die Senioren sind auch gut dabei." Praktischer Nutzen am Rande: „Wir werden die Blätter und Gefäße als Deko für unser Weinfest im Oktober verwenden", so Rommel. Markus Tiedke

Markus Tiedke

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