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"Texte machen nicht dümmer"

"Texte machen nicht dümmer"

Stephan Krawczyk ist junger Familienvater, Muttersöhnchen und ein echter Gefühlsmensch, wie er sagt. Die Lebenswirklichkeit im Osten, die friedliche Revolution und seine Vergangenheit beschäftigen den aus Thüringen stammenden Liedermacher noch immer.

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Zu DDR-Zeiten von der Obrigkeit gefürchtet: Stephan Krawczyk spricht damals wie heute in seinen Texten heikle Themen an.

Quelle: Benjamin Winkler

Brandis. Die einstige Symbolfigur der DDR-Bürgerrechtsbewegung trat am Montagabend mit seinem Programm "Mein Freund, der Feind, ist tot" im Brandiser Parkschlösschen-Café vor zahlreichen Zuschauern auf.

Von Zeit zu Zeit gab es leise Töne, dann folgten harte Worte: In älteren Liedern spiegeln sich seine Erfahrungen im Widerstand gegen die sozialistische Obrigkeit wider. In seinen neueren Werken kritisiert er das Konsumverhalten vieler Menschen. "Die meisten sind zu zerstreut, um ihren Kindern den rechten Weg zu weisen", sagt Krawczyk. Erst spät habe er angefangen ein Instrument zu lernen. Er wechselte während seines Auftrittes von der Gitarre zum Bandoneon, jammerte, schrie und quäkte stimmgewaltig.

Der 57-Jährige ließ wichtige Lebensmomente Revue passieren, berichtete über die immer stärker werdenden Repressalien durch die DDR-Staatssicherheit. Aus seiner Stasi-Akte geht hervor, dass inoffizielle Mitarbeiter Prämien erhielten, wenn sie seine Konzerte zu verhindern wussten. "1000 Mark hat dieser Spitzel auf meine Kosten verdient. Das ist eine riesengroße Schweinerei. Wenigstens hat er sich mit meinen Texten befasst, das macht ihn zumindest nicht dümmer", kommentierte Krawczyk.

Unangepasste Musiker wie er waren in der DDR nicht willkommen. Ab 1985 erhielt er Berufsverbot, konnte nur noch unter dem Schutz der Kirche auftreten. Drei Jahre später wurde der oppositionelle Sänger verhaftet, 1988 zusammen mit seiner Frau Freya Klier in den Westen abgeschoben. "Aus ihrem Mund klingen sogar Texte von Bertolt Brecht wie ein Staatsfeind", habe man ihm gesagt.

Heute gebe es wieder erstaunliche Parallelen zu früher. "NSA, NSU - wie zu DDR-Zeiten versteckt man schlimme Inhalte wieder hinter Abkürzungen", meint er. Es stört ihn zudem, dass immer mehr eine Verklärung der DDR-Vergangenheit einsetze. Dabei sitzen Menschen, die für damaliges Unrecht standen, heute immer noch an wichtigen Schaltstellen.

 

 

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.11.2013
Benjamin Winkler

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