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Thallwitzer haben die Nase voll

Thallwitzer haben die Nase voll


Thallwitz. An der Lossa hat sich am 21. Juli eine Bürgerinitiative „Saubere Luft für Thallwitz" gegründet.

. Etwa 150 Anwohner bestätigen mit ihrer Unterschrift, dass sie von der ständigen Geruchs- und Lärmbelästigung durch die Biogasanlage am Ortsrand die Nase voll haben. Anlass zum Handeln sehen die Bürger, weil im Gemeinderat am 7. Juli Voraussetzungen zur Erweiterung der Betriebsfläche um 3,5 Hektar geschaffen wurden. Der Vorentwurf zum Bebauungsplan liegt bis zum 8. August bei der Gemeindeverwaltung aus.

„Der heutige Stand der Technik erlaubt den geruchs- und lärmfreien Betrieb einer solchen Anlage. Das wollen wir gemeinsam mit dem Betreiber und der Gemeinde erreichen", unterstreicht Tilo Pomplitz, Ansprechpartner und Sprecher der Bürgerinitiative. Die Thallwitzer würden nicht darauf vertrauen, dass die Abfall-Biogasanlage ordnungsgemäß betrieben würde. Im ausliegenden Entwurf seien Widersprüche im Vergleich zur Genehmigungsplanung im Jahre 2000 auszumachen. So verarbeite die Biogasanlage nicht nachwachsende Rohstoffe, sondern Speisereste, Altfette und tierische Abfälle. Sie werde auch nicht zur Stromerzeugung für die Gemeinde genutzt. Vor allem aber werde in der Begründung zum Vorentwurf klar, dass die elektrische Leistung der Anlage bereits jetzt bei 1,0 Megawatt liege. Dabei sei sie als „privilegiertes Vorhaben im Außenbereich" auf eine Leistung von 0,5 Megawatt begrenzt. „Es scheint, als gehe es nun um die Legitimation der längst überschrittenen Kapazität", konstatiert Pomplitz, der als Projektant im Anlagenbau auf langjährige Erfahrungen mit Biogas zurückgreifen kann.

Die Bewohner ständen auch der geplanten Erweiterung skeptisch gegenüber. Sie möchten konkret wissen, ob die angegebene landwirtschaftliche Produktion in Gewächshäusern zur Nutzung von Synergien für die gesamte neue Fläche gilt. Sie befürchten, dass einer nicht näher definierten Erweiterung und damit auch dem Bau neuer Tanks Tür und Tor geöffnet werde.

Die Bürgerinitiative habe ein Informationsblatt über ihr Anliegen verbreitet und wolle auch das Gespräch mit dem Umweltamt des Landkreises suchen. In einem Schreiben nach Borna, so Pomplitz, sei nach Abwasserproben für die Gärresteaufbereitung gefragt worden und wie lange die letzte Messung von Geruch und Lärm zurückliegt. Zudem wolle die Initiative wissen, warum eine im privilegierten Bereich unzulässige Leistung toleriert werde. In einem Brief sei gestern an den Betreiber der Biogasanlage appelliert worden, neue technische Möglichkeiten zur Abstellung der Lärm- und Geruchsbelästigung zu nutzen und die Bürger konkreter über das Bauvorhaben zu informieren.

Bürgermeister Kurt Schwuchow hat einer Bürgerversammlung Anfang September zugestimmt. Er sieht darin eine Möglichkeit, alle Problemfelder mit Betroffenen und Beteiligten öffentlich zu diskutieren, fachlich abzuklären und danach Entscheidungen zu treffen.

Ingrid Leps

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