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Wurzen „The Black of Gospel“ sorgen für stimmgewaltigen Auftakt im Dom St. Marien
Region Wurzen „The Black of Gospel“ sorgen für stimmgewaltigen Auftakt im Dom St. Marien
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18:00 19.01.2018
In seinem Element: Domkantor Johannes Dickert kam 1986 nach Wurzen und prägt seither die Kirchenmusik der Muldestadt. Am 31. Januar 2019 geht er in Rente – „mit einem lachenden und weinenden Auge“, wie er selber sagt. Quelle: Andreas Döring
Wurzen

„Oh Happy Day“: Sie zählen zu den Besten ihrer Zunft und versprechen am 26. Januar im Dom St. Marien vor allem einen stimmgewaltigen Auftakt für das Jahresprogramm der Wurzener Kirchenmusik – der Chor „The Best of Black Gospel“. Bis zum Auftritt der Sänger aus den USA dürfte der musikalische Kalender für 2018 als Flyer zum Verteilen fertig sein, hofft Kirchenmusikdirektor (KMD) Johannes Dickert. Die Höhepunkte jedenfalls stehen bereits fest.

Nur vier Wochen nach dem Start gibt dann die Wurzener Kurrende in der Stadtkirche St. Wenceslai ein Konzert, am 7. März locken „The Gregorian Voices“ mit Liedern aus dem Mittelalter bis John Lennon und Lloyd Webber. Weit über 20 Veranstaltungen zählt der druckfrische Kirchenmusik-Almanach, dessen Inhalt seit 1987, also über 30 Jahre, Domkantor Dickert prägt. Doch in zwölf Monaten ist damit Schluss, wie Pfarrer Alexander Wieckowski zum Neujahrsempfang der Evangelisch-Lutherischen Kirchgemeinde verkündete. Denn Dickert geht per 31. Januar 2019 in Rente. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge, wie er selber sagt. Immerhin sei Musik sein Leben, „da nimmt man nicht so gern Abschied“.

Der 64-Jährige wurde in Grüna, dem größten Stadtteil von Chemnitz, geboren und kam 1986 nach Wurzen. Eigentlich wollte er Orgelbauer werden und erlernte deshalb nach seinem Schulabschluss den Beruf des Möbeltischlers. Danach studierte er Kirchenmusik in Dresden, absolvierte eine pädagogische Zusatzausbildung in Katechetik, Religionswissenschaften und Christenlehre. Von 1977 bis zu seinem Dienstantritt in der Muldestadt wirkte Dickert als Kantorkatechet der Kirchgemeinde Hartha. Wurzen überzeugte ihn mit einer Vollstelle, zwei Kirchen, darunter der Dom, und das größere Arbeitsumfeld, verriet er vor Jahren in einem Interview. Seine Vorgänger waren Konrad Heinig, Gottfried Steffen und der bekannte Kantor Paul Leupolt.

Am 14. Juni 2009 verlieh das Domkapitel Johannes Dickert den Ehrentitel Domkantor. Darüber hinaus ist er seit 2010 Domherr, gründete 1986 die Jugendkantorei und leitet die Domkantorei, den Posaunenchor, die Wurzener Kurrende, den Kammerchor Capella Sancti Wenceslai und das Kammerorchester St. Wenceslai.

Viel Freizeit bleibt dem Kirchenmusikdirektor angesichts der vielfältigen Aufgaben, Proben sowie Auftritte nicht. Insofern – „und das gehört zum lachenden Auge“ – freue er sich über mehr Freizeit im Ruhestand. „Meine Frau wünscht sich übrigens eine größere Präsenz meinerseits zu Hause. Ich unterstelle ihr mal, dass, wenn es so weit ist, sie mich als Gartenzwerg in den Garten stellt.“

Bis dahin gibt es aber noch einiges zu tun, merkt Dickert mit Blick auf die Erfolgsgeschichte der Wurzener Kirchenmusik an. Mittlerweile besuchen durchschnittlich 3500 Zuhörer pro Jahr die Veranstaltungen. 2014 – zum 900-jährigen Domjubiläum – waren es sogar knapp 5000 und 2016 ganz genau 3908. Besonders freut sich Dickert über die Resonanz beim Weihnachtsoratorium im Vorjahr mit 370 Leuten. „Es kommt natürlich immer darauf an, was auf dem Programm steht.“ Platz für Musikliebhaber gebe es beispielsweise in Dom genug. Das Mittelschiff fasst 374 Gäste, und mit den Sitzplätzen im Seitenschiff sind es alles in allem 516.

Auf die Frage, wie es nach seinem Ruhestand weitergeht, antwortet Dickert: „Die Stelle des Kantors wird Anfang 2019 ausgeschrieben.“ Dabei strebe die evangelische Kirchgemeinde an, sie im bisherigen Zustand und den jetzigen Arbeitsgebieten zu besetzen. Ohne sich aufdrängen zu wollen, bietet er natürlich dem Nachfolger in der Übergangsphase seine Hilfe an.

Auftakt des Jahresprogramms der Wurzener Kirchenmusik mit „The Best of Black Gospel“ am Freitag, 26. Januar, 19.30 Uhr im Dom St. Marien, Karten gibt es im Vorverkauf

Von Kai-Uwe Brandt

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