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Thomaner bringen 900 Jahre alten Dom in Wurzen zum Klingen

Thomaner bringen 900 Jahre alten Dom in Wurzen zum Klingen

Vor 900 Jahren, am 16. August 1114, weihte Bischof Herwig von Meissen die erste an diesem Platz entstandene Kirche, die in etwa dem heutigen Mittelschiff entspricht, zu Ehren der Jungfrau Maria.

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Prägt seit 900 Jahren das Bild der Stadt: Der Wurzener Dom feiert im kommenden Jahr Jubiläum.

Quelle: Andreas Röse

Das Domkapitel möchte dieses Ereignis mit einem ganz besonderen Programm begleiten.

"Wir planen dies sicher schon seit zwei Jahren", erzählt Domdechant Leo von Sahr, "denn das braucht Vorlauf." Als die sieben Domherren des Kapitels (vergleichbar einem Kirchenvorstand) vor Kurzem zum dreimal im Jahr stattfindenden Konvent zusammenkamen, war die Feinjustierung der bestimmende Punkt auf der Tagesordnung - und damit Gelegenheit, einen ersten Blick darauf zu werfen, was die Wurzener und ihre Gäste im kommenden Jahr erwartet. Sie dürften gespannt sein, denn es ist lange her, dass im Dom ein Jubiläum gefeiert wurde, das 875. zumindest habe man nicht begangen, weiß Leo von Sahr, seit 2001 dem Domkapitel angehörend.

Zunächst sind drei Gottesdienste geplant, einer, ein Vespergottesdienst mit Heiligem Abendmahl, natürlich am Tag der Weihe selbst, am 16. August. Am 13. Juli findet ein weiterer zum Domherrentag und wie schon in diesem Jahr mit Landesbischof Jochen Bohl statt. Und bereits am 18. Mai soll ein Gottesdienst im MDR-Hörfunk übertragen werden. "Damit haben wir die Chance, dass relativ früh im Jahr und weit über Wurzen hinaus über den Dom berichtet wird", ist der Dechant erfreut über die positive Reaktion auf eine Anfrage aus dem Kapitel. "Wir erhoffen uns davon erhöhte Aufmerksamkeit und natürlich entsprechende Besucherzahlen." Möglicherweise werde es sogar eine weitere Sendung im MDR, in der Reihe "Unterwegs in Sachsen", geben, so jedenfalls sei es mit dem Senderbeauftragten der Evangelischen Landeskirchen, Andreas Beuchel, ins Auge gefasst.

Des Weiteren soll es drei Vorträge mit hochkarätigen Referenten geben. Für März wird Michael Maul vom Bach-Archiv Leipzig erwartet, der über Musikgeschichte spricht. "Denn Musik hat für den Dom große Bedeutung", weist Leo von Sahr auf die mächtige Orgel im Westchor und die zahlreichen, von Domkantor Johannes Dickert übers Jahr angebotenen Konzerte. Pilgern steht im Mittelpunkt einer Veranstaltung am 14. Mai mit Professor Peter Zimmerling von der Universität Leipzig, ein Thema das spätestens seit Wiederbelebung des Wurzen querenden Ökumenischen Pilgerweges (Jacobsweg) vor zehn Jahren zunehmend an Interesse gewinnt. "Worüber ich mich besonders gefreut habe, ist die Zusage von Burkhard Jung", sagt der Dechant. Der Leipziger Oberbürgermeister, ehemals Leiter des Evangelischen Schulzentrums in Leipzig, beleuchte am 24. September die Bedeutung des Glaubens für Wissenschaft, Schule, Bildung und Erziehung. "Früher wurden ja vom Dom aus auch Schulen betrieben, das jetzige Berufsschulzentrum am Domplatz gehörte dazu", erklärt von Sahr den Zusammenhang.

Außerdem ist für den 17. Oktober ein Kolloqium zur Baugeschichte des Domes geplant. Organisiert werde das Wissenschaftsgespräch von Andrea Sander, die über die Dombaugeschichte promoviert und aktuell an einem Kunstführer zum Dom arbeite, der pünktlich zum Jubiläumsjahr fertig werden soll, sowie von Domherr Eberhard Burger, der unter anderem als Baudirektor beim Wiederaufbau der Dresdener Frauenkirche fungierte. Die Baugeschichte des Wurzener Domes soll übrigens bis zum Jubiläum noch um einige Kapitel ergänzt werden. So haben die Domherren, die seit 1982 große Anstrengungen unternehmen, die historische Bausubstanz zu bewahren und zu restaurieren, als nächste und größte Maßnahme die Neueindeckung des Norddaches im Visier.

Aber was wäre ein Jubiläumsjahr ohne Musik? "Natürlich wird es auch 2014 zahlreiche Domkonzerte geben", verspricht Leo von Sahr und weiß in Domkantor Dickert einen rührigen Mitstreiter. "Schließlich ist der Dom auch bekannt über seine Musik." Das Highlight möchte er aber trotzdem herausgreifen - das Konzert der Thomaner unter Leitung von Georg Christoph Biller am 8. Juli, welches die Stadt Wurzen übrigens durch Sponsorensuche unterstütze. "Das ist sicher 15 Jahre her, dass sie das letzte Mal im Dom gesungen haben", sagt von Sahr und freut sich, dass die neuerliche Begegnung gerade zum Jubiläum klappt und diesem damit einen besonderen Klang verleiht.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.07.2013

Alekowa, Ines

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