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Threnaer Feuerwehr zu Hause am neuen Standort

Umzug Threnaer Feuerwehr zu Hause am neuen Standort

Jedes Mal, wenn Helmut Kupke das neue Threnaer Gerätehaus betritt, trägt er ein paar Akten unterm Arm, die er bislang zu Hause aufbewahrt hatte. Der Leiter der Ortsfeuerwehr ist froh, dass er sie jetzt in einem Dienstzimmer unterbringen kann. Überhaupt haben sich die Verhältnisse für seine Truppe enorm verbessert.

Erstmals gibt es für den Leiter der Threnaer Feuerwehr ein Dienstzimmer. Helmut Kupke bringt nach und nach alle Akten mit, um es einzurichten.

Quelle: Thomas Kube

Belgershain/Threna. Jedes Mal, wenn Helmut Kupke das neue Threnaer Gerätehaus betritt, trägt er ein paar Akten unterm Arm, die er bislang zu Hause aufbewahrt hatte. Der Leiter der Ortsfeuerwehr ist froh, dass er sie jetzt in einem Dienstzimmer unterbringen kann. Überhaupt haben sich die Verhältnisse für seine Truppe enorm verbessert.

Inzwischen konnten sich die Floriansjünger weitgehend einrichten in der ehemaligen Schule an der Dorfstraße. Das Domizil bezogen sie still und leise, die offizielle Einweihungsfeier lässt noch auf sich warten. „Die machen wir dieses Jahr, wenn auch die Fassade fertig ist“, kündigt Kupke an.

Vorrangig ist für den 63-Jährigen, dass die Zeiten im alten Häuschen an der Grimmaer Straße der Vergangenheit angehören. In der Fahrzeughalle herrscht jetzt um das Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) mit seinem 750-Liter-Tank so viel Platz, dass es an Ort und Stelle repariert und gewartet werden kann. Es lässt sich auch vors Haus fahren, ohne dass es gleich im öffentlichen Verkehrsraum steht. Die Einsatzkräfte müssen beim Umziehen nicht mehr giftige Abgase einatmen, sondern haben einen extra Umkleideraum. Es gibt getrennte Toiletten für Männer und Frauen und erstmals Duschen.

Der Schulungsraum im ersten Stock ist dreimal so groß wie der alte. Jetzt passen alle 15 Aktiven, die vier Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilung und die neun Nachwuchskräfte der Jugendfeuerwehr an einen Tisch. Und wenn sich noch mehr Threnaer für einen Dienst in der Truppe entscheiden würden, was sich Helmut Kupke wünscht, dann wären auch für sie noch Stühle frei.

Eine halbe Treppe höher hat er sein Chefzimmer, das er sich nach und nach einrichtet. „Bisher habe ich alles daheim erledigt an meinem privaten Rechner“, berichtet er. Neben seinem Dienstraum befinden sich eine Küche, ein Lager und eine Einliegerwohnung, in die eine Threnaer Familie einzog. „Das ist gut, denn so werden die Räumlichkeiten genutzt, und es ist immer jemand da“, kommentiert Kupke. „Die Frau konnten wir dafür gewinnen, für eine Grundreinigung im ganzen Haus zu sorgen.“

Insgesamt ist die Wehr nach den Worten ihres Leiters zufrieden mit dem neuen Gerätehaus. „Es reicht für unsere Belange, also den Schutz der Bevölkerung und die Hilfeleistungen“, sagt er. Bürgermeister Thomas Hagenow (parteilos) schließt sich der positiven Einschätzung an. „Damit wird das Ehrenamt unserer Kameraden gewürdigt“, meint er.

Die Gemeinde Belgershain hat entsprechend tief in die eigene Tasche gegriffen. Nach dem Umzug der Feuerwehr, der sich um ein Jahr verschoben hatte, steht fest, dass aus den anfangs geplanten Investitionskosten von 330 000 Euro mittlerweile um die 500 000 Euro geworden sind. Dazu wird noch die Summe für die Sanierung der Außenfassade kommen. Weil die Fördermittel des Landkreises in Höhe von 140 000 Euro gleich blieben, musste die Kommune weit mehr als ursprünglich gewollt ausgeben. „Das ließ sich aber ohne Kredit aus unserem Haushalt abdecken“, so Hagenow.

Derweil kommt aus der Wehr schon eine weitere Forderung. Ins Fahrzeug passen nur sechs Mann, die restlichen fahren mit ihren eigenen Autos zum Einsatzort. „Das ist rechtlich aber nicht zulässig“, erklärt Helmut Kupke. „Im Brandschutzbedarfsplan, der dem Gemeinderat demnächst zum Beschluss vorliegt, steht ein Mannschaftstransportwagen, den wir dringend brauchen.“ Weil der Denkmalschutz kein zweites Tor im neuen Gerätehaus genehmigte, kann er nicht in der Fahrzeughalle untergebracht werden. Deshalb baut die Wehr gerade in Eigenleistung, finanziert durch die Gemeinde, ein Nebengelass zur Garage aus.

Das alte Domizil an der viel befahrenen Staatsstraße hat die Wehr besenrein der Gemeinde überlassen. Das Grundstück ist kaum größer als das kleine Häuschen, das darauf steht. „Wir brauchen es nicht mehr“, erklärt Bürgermeister Hagenow. „Unsere Idee ist, es zum Verkauf auszuschreiben.“

Von Frank Pfeifer

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