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Wurzen Tiergehege Dornreichenbach zieht Besucher an
Region Wurzen Tiergehege Dornreichenbach zieht Besucher an
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05:00 16.07.2010
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. Die Gemeinde konnte ihr Tiergehege nicht mehr halten. Bürgermeister Gerd Härtel sah nur zwei Möglichkeiten: Dichtmachen oder einen Verein für das Areal gewinnen.

Durch das grüne Blätterdach dringt exotisches Quarren: Der Pfau setzt sich auch akustisch ganz bemerkenswert in Szene. Im Gehege lässt sich Familie Erdmännchen ihr Frühstück schmecken. In der morgendlichen Kühle wird Fleisch gereicht, den Gemüseteller gibt es zu Mittag. Wolfgang Herrmann achtet auf ausgewogene Ernährung. Wegen der posssierlichen Schleichkatzen ist der 58-Jährige Tag für Tag vier bis fünf Stunden im Tiergeheg. Sieben Tage die Woche. Freiwillig und ohne einen Cent. Die letzte ABM des Dornreichenbachers ist vor genau einem Jahr ausgelaufen.

Ohne Idealismus geht hier gar nichts. Auch Vereinsvorsitzender Enrico Ullmann beginnt jeden Tag mit einem anderthalb- bis zweistündigen Rundgang durch die Anlage, bevor sich der Selbstständige daran macht, seine Brötchen zu verdienen. Vier ABM-Kräfte und drei Ein-Euro-Jobber werden eingewiesen, Aufträge vergeben, die Baumaterialien für Veschönerungs- und Instandhaltungsarbeiten zugeteilt. Ullmann kümmert sich um alles. Mattet einer der vom BGA geschickten Helfer. schon morgens halb neun im Heu ab, hält sich das Verständnis des Vereinsschefs in Grenzen. 220 Schafe, Ziegen, Schweine, Emu und Pfau, um nur einige zu nennen, wollen gut versorgt sein.

Und die Anlage, man kann es nicht genug betonen, kann sich sehen lassen. Sie wird mehr und mehr zu einer großen Bereicherung für die Region. Die meisten Besucher honorieren die enorme Vereinsleistung und stecken den freiwillig erbetenen Euro in die Blechboxen an den Eingängen. 114 000 Euro, so bilanziert Ullmann, kostete der Unterhalt der Anlage allein 2009. Diese Summe wurde durch Sponsoren, Eintrittsspenden sowie die Lohnkosten aufgebracht, die vom Betrieb für Grundsicherung und Arbeitsförderung (BGA) übernommen werden.,

Mit Unterstützung von Landwirtschaftsbetrieben aus Falkenhain, Dornreichenbach und Heyda wurde in diesem Jahr das Ufer des Teiches mit Feldsteinen befestigt. Auch ein Ausweichgehege für Damwild entstand, damit das Gras ungehindert nachwachsen kann. Optisch ist das ein Riesengewinn für das Areal. Eine Augenweide ist auch das mit Naturholzbrettern eingezäunte Gehege, in dem Skudden und Heideschnucken untergebracht sind. Nach und nach, so Ullmann, sollen Bereiche, in denen jetzt noch das Unterholz wuchert, sichtbar in die Anlage einbezogen werden. Neu sind auch Schilder an den Gehegen, die ausführlich über Vorkommen und Lebensgewohnheiten der Vierbeiner informieren.

Das Damwild ist inzwischen auf eine stattliche Herde angewachsen, in die allein in diesem Jahr acht Junge hineingeboren wurden. „Das sind zuviel. Wir müssen uns von zehn Tieren trennen", kündigt Ullmann an." Verworfen hat der Verein inzwischen auch das Ziel, Alpakas zu züchten. Das sei nicht unkompliziert. Lehrgeld habe der Verein erst kürzlich gezahlt, als eines der Tiere gestorben sei. „Nicht durch Stress bei der Schur, sondern an einer bakteriellen Erkrankung, festgestellt an der Leipziger Uni", stellt Ullmann richtig. „Bei dieser Gelegenheit ist uns auch wieder einmal bewusst geworden, was für eine unschätzbare Hilfe Tierarzt Dr. Dieter Scholz leistet, der uns seit Jahren untentgeldlich unterstützt", hebt Ullman hervor. Der Verein wolle sich auch in Zukunft weiter auf das Ziel konzentrieren, vom Aussterben bedrohte Haustierarten wie das Bunte Bentheimer Schwein, Skudden und Soayschaf zu erhalten. Viel Kopfzerbrechen bereitet es dem Vorstand ein Konzept auf die Beine zu stellen, in dem die Naturverbundenheit der großen und kleinen Besucher durch Führungen und Projekte neue Impulse erhält. Die Idee, Jungen und Mädchen einen Tag als Kindertierpfleger erleben zu lassen, ist dabei nur eines der Vorhaben..

Ingrid Leps

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