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Wurzen Tiergehegeverein Dornreichenbach muss nach Ostern altes Materiallager räumen
Region Wurzen Tiergehegeverein Dornreichenbach muss nach Ostern altes Materiallager räumen
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00:20 27.03.2018
Tiergehege und das alte Feuerwehrgerätehaus von Dornreichenbach. Quelle: Kai-Uwe Brandt
Lossatal/Dornreichenbach

Bis zum 31. März muss der Tiergehegeverein Dornreichenbach sein Lager im alten Feuerwehr-Gerätehaus geräumt haben. Doch bis zur letzten Minute, sagte Vorsitzender Reinhard Otto, sei nicht klar gewesen, wo dann das Futter für die Tiere, diverse Baumaterialien sowie die Spielgeräte untergebracht werden können. Und das sorgte für Frust bei den Mitgliedern.

Ausweichquartier in einer Garage

Mittlerweile aber gibt es ein Ausweichquartier. Die Gemeindeverwaltung stellte dem Verein per Vertrag eine Garage von 135 Quadratmetern Am Windberg 1 zur Verfügung. „Ich hoffe nur, dass dies keine Dauerlösung für uns wird, denn die Enttäuschung sitzt tief“, so der 62-Jährige.

Lange Vorgeschichte

Otto bezieht sich bei seiner Aussage auf die Vorgeschichte und das lange Schweigen von Bürgermeister Uwe Weigelt (SPD). Wie berichtet, verkauft die Gemeinde Lossatal das 1975 errichtete Gerätehaus an Julia Steude, die hier ein Behandlungs- und Therapiezentrum für Allgemeinmedizin und Physiotherapie plant, um eine Landarztpraxis vor Ort zu erhalten. Eben deswegen kündigte Weigelt im Juni des Vorjahres den seit 2012 bestehenden Kontrakt mit dem Verein. Im gleichen Atemzug ist ein Ersatzneubau fürs Tiergehege angedacht, der dann genügend Lagerfläche bietet. Den Unterlagen nach soll das Tiergehege ein massives Wirtschaftsgebäude erhalten mit Werkstatt und drei Stellplätzen sowie einen Raum für die Tierpflege. Das Projekt erarbeitete bereits Architektin Carolin Bruch von der Kraftfluss Planung GmbH aus Lützen (Burgenlandkreis).

Verein fühlt sich überfahren

Doch noch liegt keine Baugenehmigung vor. Genauso wenig gebe es eine Finanzierung fürs Vorhaben. „Insofern fühlten wir uns von der Kündigung und dem Ultimatum regelrecht überfahren – und nunmehr von der Räumungsfrist“, betonte Otto und fügte an: „Immerhin versprach der Bürgermeister von Anfang an, uns nicht im Regen stehen zu lassen. Deswegen verzichteten wir auch darauf, uns an der Ausschreibung für das Feuerwehr-Gerätehaus zu beteiligen.“

Frust bei Tierfreunden

Angesichts der derzeitigen Situation habe nach Ansicht des Vereinsvorstandes die Lossataler Verwaltung den zweiten vor dem ersten Schritt gewählt und damit Frust bei den Tierfreunden erzeugt. Schließlich, so Otto, wusste bis fünf vor zwölf niemand, wie es nach dem 31. März weitergehen soll. „E-Mails an den Bürgermeister blieben unbeantwortet, obwohl wir zur Vereinsversammlung Ende voriger Woche unsere Mitglieder natürlich informieren wollten.“

40 000 Besucher pro Jahr im Tiergehege

Seinem Ärger darüber gibt Otto freien Lauf. „Der Gemeindeverwaltung scheint sich nicht bewusst zu sein, was wir in Dornreichenbach leisten und dass das Tiergehege der touristische Anziehungspunkt schlechthin im Lossatal ist.“ Allein 40 000 Besucher zählt die Gemeinschaft pro Jahr. Mit den ersten Sonnenstrahlen vor zwei Wochen füllte sich beispielsweise die Kasse des Vertrauens mit knapp 300 Euro. An der Eingangspforte bittet die Gemeinschaft ihre Gäste auf freiwilligen Basis um einen Euro pro Nase, damit die monatlichen Kosten von etwa 1500 Euro gedeckt werden können. „Das Geld brauchen wir für Futter, Versicherung, Strom oder die Lohnzuzahlung unserer drei Ein-Euro-Jobber.“ Vom ehrenamtlichen Aufwand will Otto erst gar nicht reden. Allein bei ihm kommen seit Anfang März gut sechzig Stunden zusammen.

Jedenfalls billigten die Mitglieder den Vorschlag aus dem Falkenhainer Rathaus, ab 1. April die Garage Am Weinberg 1 als Interim bis zum Neubau zu nutzen. Hilfe beim Umzug versprach zudem der Wirtschaftbetrieb Lossatal.

Von Kai-Uwe Brandt

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