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Tiergehegeverein ist verärgert über Kündigung des Materiallagers

Dornreichenbach Tiergehegeverein ist verärgert über Kündigung des Materiallagers

Die Kündigung des alten Feuerwehrgerätehauses in Dornreichenbach sorgt für Ärger. Bislang lagerte dort der Tiergehegeverein unter anderem Futter für die Tiere und Baumaterialien. Jetzt löste die Gemeinde den Pachtvertrag aufgrund des Verkaufs der Immobilie und setzte dem Verein eine Räumungsfrist von acht Wochen.

Das alte Feuerwehr-Gerätehaus: Hier lagert der Verein seit Jahren unter anderem Futter für die Tiere und Baumaterialien. Doch mit dem Verkauf der Immobilie muss der Verein raus. Eine Alternative fehlt jedoch.

Quelle: Kai-Uwe Brandt

Lossatal/Dornreichenbach. Für jede Menge Ärger und Kritik sorgt derzeit die Kündigung des Pachtvertrages zur Nutzung des alten Feuerwehrgerätehauses in den Reihen des Tiergehegevereins Dornreichenbach und bei den Mitgliedern des Ortschaftsrates. Wie Vereinsvorsitzender und Ortsvorsteher Reinhard Otto informierte, löste das Lossataler Rathaus die gemeinsame Vereinbarung aus dem Jahre 2012 per Schreiben vom 7. Juni auf und setzte zugleich eine Räumungsfrist von acht Wochen.

Zur Vorgeschichte: Seit vielen Jahren lagert der gemeinnützige Betreiber des Tiergeheges in der 1975 errichteten Immobilie das Futter für die Tiere, Baumaterial und Holz. Doch damit soll nun Schluss sein. Denn die Kommune will das Grundstück verkaufen. Nach der Ausschreibung des Objektes mit einer Grundstücksfläche von 515 Quadratmeter meldeten sich vier Bewerber. Bereits am 18. Januar dieses Jahres stellten sie dem Gemeinderat ihre Konzepte vor – unter Ausschluss der Öffentlichkeit. So weit, so gut, sagt Otto. Wäre da nicht noch eine Absprache mit Bürgermeister Uwe Weigelt (SPD). Demnach sicherte der Verwaltungschef dem Verein angeblich zu, dass dieser einen Ersatzneubau in Form einer Halle erhält. Der Verkaufserlös für die Feuerwehr sollte dabei als Kapitalstock für das Akquirieren von Fördergeldern aus dem sogenannten Leaderprogramm dienen. „Schon deswegen beteiligten wir uns als Verein nicht an der Ausschreibung.“

Passiert sei aber nichts – „bis auf die Kündigung“, monierte Otto. Dass plötzlich alles hopphopp ging, vermutet der Vereinschef, läge wohl an der Bauvoranfrage des favorisierten Käufers. Die Verwaltung jedenfalls rechnet mit einer Rückantwort seitens des Landratsamtes in zwei Monaten und der entsprechenden Beschlussfassung zum Verkauf für Mitte September. Am Fakt, dass der Tiergehegeverein das Gerätehaus verlassen muss und nicht weiß, wie die Zukunft aussieht, ändert der Umstand nichts. Wohl deshalb blieb das Thema nicht ohne Echo bei der jüngsten Versammlung des Ortschaftsrates.

Im gut besuchten Café Eisprinzessin schilderte zunächst Ortsvorsteher Otto die Situation. Eigentlich hatten er und die Gäste auf einen Dialog mit Bürgermeister Weigelt gehofft. Allerdings war der Rathauschef an diesem Tag verhindert, wie er per E-Mail dem Vorstandsmitglied Karlheinz Saupe mitteilte. Zwischen beiden entspann sich die vergangenen Tage ein reger Schriftverkehr, der im Tonfall das eine und andere Mal die Sachebene verließ. „Dabei“, so Saupe, „wollte ich lediglich wissen, warum sich Herr Weigelt nicht an die getroffenen Absprachen zum Verkauf der Feuerwehr hält.“ Als Beweis des scharfen Disputs verlas Saupe übrigens einige Textpassagen. Weigelt: „Hallo Herr Saupe, da ich Sie nun schon eine Weile kenne, wundert mich die Art und Weise Ihres Vorgehens und Ihre demagogische Berichterstattung nicht mehr.“ Die prompte Reaktion von Saupe: „Es ist immer ärgerlich, wenn es um einen konkreten Sachverhalt geht und man keine Antwort von Ihnen erhält ... Gestatten sie mir einen kleinen Vergleich. Wenn man Sie nach der Uhrzeit fragt, geben Sie als Antwort den Wetterbericht und damit es schick und klug aussieht noch den Langzeitwetterbericht.“

Über das, was die Gemeinde mit dem Gerätehaus vor hat, sagte Weigelt auf Nachfrage, wurden die Ortschaftsräte stets und jederzeit in Kenntnis gesetzt. „Ziel beim Verkauf des Objektes war und ist es, die benachbarte Arztpraxis zu erhalten.“

Insofern traf der Gemeinderat im Januar seine Entscheidung nicht nach dem Kaufpreis, sondern aufgrund des Konzeptes. Darüber hinaus existiere ein Masterplan für das Tiergehege, welcher unter anderem einen Wirtschaftshof mit Futterlager beinhalte – „auch das haben wir so kommuniziert und schieben die Baugenehmigung gleich nach dem Verkaufsbeschluss an.“ Überdies, betonte Weigelt zum Schluss, werde er den Rat im September darum bitten, dass der Tiergehegeverein solange wie möglich das alte Feuerwehrgerätehaus nutzen kann. „Es geht darum, den Verein zu erhalten.“

Von Kai-Uwe Brandt

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