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Wurzen Tierheimchefin: Silvester ist ein Albtraum für viele Tiere
Region Wurzen Tierheimchefin: Silvester ist ein Albtraum für viele Tiere
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16:48 29.12.2016
Tierheimleiterin Cindy Bruzdziak mit dem Shar Peir-Mix „Jabba“, einem strammen Kampfschmuser - wie sie ihn bezeichnen. Quelle: Foto: Thomas Kube
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Wurzen

Während die Menschen das Jahr begrüßen, leiden die Tiere: zischende Raketen, laute Böller, grelles Licht und Rauschschwaden. „Hunde haben nicht nur ein sehr gutes Gehör, sondern auch eine feine Nase. Der Jahreswechsel bereitet gleich mehreren Sinnen Stress. Deshalb sollten die Besitzer gut überlegen, ob sie ihr Tier allein lassen wollen“, sagt Cindy Bruzdziack. Die 29-Jährige ist seit September die Chefin des Tierheimes am Tauschkenweg 100 in Wurzen. Für sie ist das Tierheim kein neues Terrain. Bereits vor vier Jahren war sie hier 1-Euro-Jobber. Seit März gehört sie zum fünfköpfigen Heimteam und absolvierte in München einen Lehrgang als Tierheimchefin und legte später den Schein zum Führen gefährlicher Hunde ab. Derzeit sind in der Einrichtung 46 Katzen und elf Hunde. Bis zum 15. Januar werden es nicht weniger. „Derzeit vermitteln wir keine Tiere, da sie keine Weihnachtsgeschenke sind, sondern man sich wohl überlegen sollte, ob man sich ein Tier anschafft“, so die Chefin. Gerade jetzt zu Weihnachten erhielt das Tierheim etliche Anrufe von Leuten, die Katzen abgeben wollten. „Derzeit können wir keine aufnehmen, da unsere Kapazitäten begrenzt sind“, sagt Bruzdziack. Trotzdem haben Unbelehrbare am Montagabend einfach eine Katze vor das Tor gestellt – traurig. Um so erfreulicher sei es, dass Kampfhund Cora am 23. Dezember ein neues Zuhause fand. „Eine junge Frau hat ihn Gassi geführt. Zwischen den Beiden stimmte sofort die Chemie“, erzählt sie. Aus diesem Grunde hatte die Leipzigerin den Stafford-Mischling auf den Wesenstest vorbereitet, den dieser jetzt bestand. „Ohne den Wesenstest hätten wir den Kampfhund nicht vermitteln können“, erklärt die Tierheimchefin.

Cindy Bruzdziack selbst hat zwei Hunde, einen Husky Anouk (2) und eine Labradorhündin Zoe (8). „Sie werden am Silvesterabend mit mir gemeinsam im Tierheim sein“, sagt sie. Mit ihr wird sich Marc Fischer (29) um die Tiere kümmern. Er hilft seit September ehrenamtlich im Tierheim. „Ich habe auf der Facebook-Seite gesehen, dass es einen Shar-Pei, einen British Bulldox Mix, hier gibt. Mit der Rasse habe ich mich intensiv beschäftigt“, erzählt er. Mittlerweile kommt er fünf- bis sechsmal in der Woche ins Tierheim, um beim Füttern oder der Pflege der Tiere zu helfen. „Wir brauchten weit mehr ehrenamtliche Helfer“, sagt die Tierheimchefin. So fehle es an Leuten, die mit den Tieren Gassi gehen oder ihnen einfach einmal ein paar Streicheleinheiten geben.

„Wir brauchen jeden Euro, um die hohen Tierarztkosten zahlen zu können“, wirbt sie. „Wir haben erst vor sieben Jahren einen Schäferhundmischling vermittelt. Jetzt bekamen wir ihn zurück. Da der Besitzer total überfordert war“, erzählt sie. Bei der Untersuchung stellte der Tierarzt fest, dass er einen Tumor hat, der entfernt werden musste. Gegenwärtig müssen drei Hunde täglich zum Verbandswechsel. Vier Katzen erhielten jetzt eine Grundimmunisierung. Stolz ist die 29-Jährige, dass spätestens im Januar, der ehemalige Aufenthaltsraum zum Behandlungsraum für Hunde und Katzen fertiggestellt ist und auch der Sanitärtrakt neu gestaltet wurde.

Die Tierheimchefin rechnet zu Silvester mit vielen Anrufen aus dem Betreuungsgebiet des Tierheimes, vor allem aus dem Lossatal und Wurzen. „Ein panischer Hund weiß nicht, was er tut und wohin er läuft“, weiß sie. Deshalb sollte man, wenn man zu Silvester oder am Neujahrstag Gassi geht, unbedingt die Tiere angeleint lassen. Hunden und Katzen sollte man im Haus einen Rückzugsort bieten, an dem sie sich sicher fühlen. Bei geschlossenen Fenstern und heruntergelassenen Rollos sind die Auswirkungen des Feuerwerks auf die Tiere meist weniger dramatisch.

www.tierheim-wurzen.com

Von Cornelia Braun

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