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Wurzen Tod eines Radfahrers bei Wurzen: Audifahrer zu schnell
Region Wurzen Tod eines Radfahrers bei Wurzen: Audifahrer zu schnell
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12:55 27.08.2018
Justitia urteilt im Falle eines Audi-Fahrers, der mit einem Radfahrer zusammen geprallt war. Quelle: picture alliance / dpa
Grimma

Dem Vorwurf der fahrlässigen Tötung musste sich ein Audi-Fahrer am Montag vor dem Amtsgericht Grimma stellen. Der heute 31-Jährige war im Juni 2016 auf der S11 bei Dehnitz-Wurzen in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt, bei dem ein 78-Jähriger Rennradfahrer ums Leben kam. Das Gericht verurteilte Marcus Langner (Name geändert) zu einer Geldstrafe von 7200 Euro und brummte ihm zusätzlich die Kosten des Verfahrens auf.

Was war geschehen? An jenem ganz normalen Sommertag mit optimalen Bedingungen für Autofahrer und Radsportler war Langner von Neichen kommend in seinem Audi mit Ziel Wurzen auf der Oelschützer Straße (S11) unterwegs. Am Abzweig Dehnitz bemerkte er plötzlich den von links aus einer untergeordneten Straße kommenden Radfahrer, der eigentlich hätte warten müssen. Eine sofort eingeleitete Vollbremsung konnte den Zusammenprall nicht mehr verhindern. Dabei wurde der Radsportler so schwer verletzt, dass er noch am Unfallort verstarb.

Was nach einer klassischen Vorfahrtsverletzung durch den Radfahrer aussah, wurde von zwei Zeugen bestätigt, die sich hinter dem Audi fahrend der Unglücksstelle näherten. Einer der Zeugen (54) in einem BMW sagte, dass der Radfahrer so schnell auf die Hauptstraße „geschossen“ kam, dass er zunächst glaubte, es sei ein Moped gewesen. Der zweite Zeuge (28) auf einem Motorrad gab an, dass er etwas „relativ schnell“ über die Straße kommen sah, so dass er von einem Tier ausgegangen sei. Erst am Unfallort selbst sei für beide erkennbar gewesen, dass ein Radfahrer verunglückt war. Während BMW- und Krad-Fahrer eigenen Angaben zufolge „nicht besonders schnell“ dem Audi gefolgt seien, soll auch der Vorausfahrende„nicht übermäßig schnell“ unterwegs gewesen sein.

Irrtum, wie ein 56-jähriger Gutachter im Auftrag der Staatsanwaltschaft ermitteln konnte. Demnach war Langner mit 119 Kilometern pro Stunde unterwegs, obwohl am Unfallort Tempo 70 vorgeben waren. Zwar bescheinigte der Gutachter dem Audi-Fahrer ein gutes Reaktionsvermögen. Dennoch kam es mit einer Geschwindigkeit von etwa 90 Sachen zum folgenschweren Aufprall. Sein Fazit: „Bei Einhaltung von Tempo 70 wäre der Unfall vermeidbar gewesen.“ Allerdings hätte auch der Radfahrer bei guter Einsicht der Kreuzung den Audi erkennen und warten müssen.

Nach Ansicht des Gerichts unter Vorsitz von Richter Lutz Grzonka zeigte sich der Angeklagte „geständig und glaubhaft reumütig“. Was jedoch nicht ausreichte, um dem Antrag der Verteidigung auf eine mildere Strafe zu folgen. Denn Langner habe es in der Vergangenheit, so der Richter wörtlich, „mit den Verkehrsregeln nicht immer so genau genommen“. Immerhin seien Trunkenheit am Steuer, Fahren bei Rot und diverse Geschwindigkeitsüberschreitungen aktenkundig. Und so kam es unter Berücksichtigung einer Mitschuld des getöteten Radsportlers zur Verurteilung, die dem Antrag der Staatsanwaltschaft entsprach.

Von Frank Schmidt

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