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Wurzen Töpfern, Theater und Traktorrundfahrten – Panitzsch wird zur Festmeile
Region Wurzen Töpfern, Theater und Traktorrundfahrten – Panitzsch wird zur Festmeile
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00:20 18.08.2017
Jutta Fisch zeigt an der Festmeile Mode der anderen Art und steckt ihre Modepuppen in historische Kleider. Quelle: Thomas Kube
Borsdorf/Panitzsch

Am 3. September wird der alte Ortskern von Panitzsch zur Festmeile mit fast 40 Veranstaltungsorten. Der Tag der offenen Höfe ist der erste Höhepunkt in Panitzsch in der Festwoche vom 1. bis 10. September, mit der Borsdorf und Panitzsch gemeinsam den 750. Jahrestag ihrer Ersterwähnung feiern.

Mix aus Geschichtlichem und Heutigem

„Ich denke, im Großen und Ganzen steht das Programm“, lautet Kerstin Dittrichs Fazit am Dienstagabend. Da hatte sich das Organisationsteam für den Panitzscher Part über drei Stunden die Köpfe heiß geredet. Verteilung der Programmflyer organisieren, Ausstattung der von Schülern betreuten Infopunkte klären, Parkplätze für Mitwirkende, Notrufliste für alle Beteiligten ... – „die Details bei der Vielzahl an Veranstaltungen an diesem Tag erfordern viel Kommunikation“, sagt Dittrich. Im März 2016 hatte sich auf Anregung von Katharina Wagner erstmals eine kleine Gruppe Panitzscher zusammengefunden. Jetzt sind es mehr als ein Dutzend Mitwirkende – Eric Ziegenbalg (16) der jüngste, Gerd Graupner (76) der älteste –, die sich einmal im Monat bei Reinhard Freier im Pfarrhaus treffen, wobei die Fäden bei Wagner, Dittrich und Olaf Bendrat zusammenlaufen. „In Panitzsch muss man niemanden lange bitten“, sagt Letzterer. „Da es klar war, dass es aufgrund der Bundesstraße 6, die beide Orte trennt, keinen Festumzug geben kann, haben wir gesagt, dann laden wir eben die Gäste ein, durchs Dorf zu ziehen“, erzählt Dittrich. Als Festmeile auserkoren wurde die Lange Straße mit ihren schönen alten Dreiseithöfen. „Wir haben die Leute gebeten, ihre Höfe zur Verfügung zu stellen. Und die Reaktion war einfach toll. Ja, da machen wir mit, das macht bestimmt Spaß.“ Von 15 Hofeigentümern sagten zwölf zu. „Und dann kommt man ins Gespräch, und es entstehen Ideen.“ Der Anspruch: „Wir wollten ein buntes Programm, das die Geschichte zeigt, aber auch das heutige Leben im Ort“, erklärt Dittrich. „Etwas mit Liebe Hausgemachtes, was so für Panitzsch typisch ist.“

Aus Meile wird Rundweg

Frauke Zschocke, selbst in der Initiativgruppe, lädt beispielsweise in eine Weinwirtschaft ein, es werden historische Tänze gezeigt, für Kinder gibt es Ponyreiten. Der Pfarrhof bildet den Rahmen für altes Handwerk, wie Korbmacherei, Schmiede und Töpferei. Auf Schmidts Hof nebenan brutzelt ein Wildschwein am Spieß. Die Bewohner der alten Posthalterei stellen sich mit Sockentheater vor – um nur einiges zu nennen. Aber auch andere Panitzscher wollten sich einbringen. „Und plötzlich wurde es ein Rundweg“, lacht Dittrich. „Und das ist gut so, schließlich laden wir als Dorf ein.“ Der Hort öffnet ebenso wie die alte Stellmacherei. Oldtimerschau, handgemachte Musik, Luftbilderpräsentation und buntes Treiben bei der Feuerwehr sind weitere Anziehungspunkte. „Wir backen einen 7,50 Meter langen Pflaumenkuchen. Der Erlös geht an den Kindergarten“, sagt Bäckersfrau Evelyn Hofmann. Und an allem vorbei fahren Peter Reinicke und Gerhard Otto mit Kremser und Traktor und würzen ihre Rundfahrten mit mancher Anekdote. „Vor vier Wochen mussten wir einen Schnitt machen, die Menge an Angeboten wurde immer schwieriger zu beherrschen“, sagt Dittrich.

Als Stargast kommt Kurfürst August

Unterstützt wird die Initiativgruppe von der Gemeinde, auch finanziell. „Obwohl, so viel kostet die Veranstaltung eigentlich gar nicht, das meiste ist Eigenarbeit“, sagt Dittrich. Und so wird der Erlös aus dem Verkauf von Puzzles, Bechern und Beuteln mit Panitzscher Motiven auch gemeinnützigen Zwecken zugute kommen. Ebenfalls auf dem Ladentisch: das Buch „Panitzsch – zum 750 Jahrestag der Ersterwähnung“ mit Beiträgen mehrerer Autoren unter Federführung des Pfarrers sowie des Kirchenhistorikers Jens Bulisch.

Reinhard Freier wird auch den Festgottesdienst (10 Uhr) halten. Dessen Motto „Miteinander leben verbindet“ ist genau genommen das der gesamten Veranstaltung. Und dann hat Kurfürst August seinen starken Auftritt, wenn er zusammen mit Bürgermeister Ludwig Martin die Festmeile eröffnet. „Ich muss mich noch mit Angela Neubert von den Ponyreitern beraten, welches Pferd bereit ist, mich nicht abzuwerfen“, schmunzelt Matthias Schwarzmüller. „Aber wenn ich nach zehn Minuten vom Pferd falle, haben die Leute zumindest ihr erstes Highlight.“ Und Gäste kommen hoffentlich ganz viele. „Wir laden herzlich ein“, sagt Dittrich.

Das ausführliche Programm finden Sie auf der Internetseite der Gemeinde Borsdorf www.borsdorf.eu

Von Ines Alekowa

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