Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wurzen Trainer-Aus bei RB Leipzig – Fans spekulieren über Zukunft
Region Wurzen Trainer-Aus bei RB Leipzig – Fans spekulieren über Zukunft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:41 17.05.2018
RBL-Fans hoffen nach dem Trainer-Beben in Leipzig auf eine gute Nachfolge-Lösung. Quelle: Christian Modla
Anzeige
Landkreis Leipzig

Es ist für alle überraschend gewesen. Ralph Hasenhüttl verlässt RB Leipzig. Bei den Fans hinterlässt diese Personalie große Fragezeichen. Sympathieträger, Identifikationsfigur... Der bei den Anhängern beliebte Trainer hätte eine Verlängerung seiner Verpflichtung beim aktuellen Bundesliga-Sechsten über die nächste Saison hinaus verdient, so die einhellige Meinung. Eine Frage stellt sich in allen Vereinen zwischen Borsdorf und Borna am Tag nach dem Trainerbeben: Was passiert jetzt?

Osttirol Bulls: „Er hatte bei den Fans einen Stein im Brett“

Ja, es sei ein Schock gewesen, der am Mittwoch bei den Mitgliedern der Osttirol Bulls zu spüren gewesen sei. „Es hatte sich ja irgendwie schon am Vortag angedeutet, dass etwas im Busch ist. Aber jeder hatte die Hoffnung , dass es am Ende doch gute Nachrichten aus Leipzig geben würde“, sagt Florian Streit. Der Österreicher ist einer der Gründungsväter des in Zedtlitz bei Borna aus der Taufe gehobenen Fanclubs.

Osttirol Bulls - die Gründungsmitglieder Raik Kaiser (links) aus Zedtlitz in Sachsen und Florian Streit (28) aus Lienz in Osttirol. Quelle: Andreas Döring

Und der Trainerwechsel sei alles andere als eine gute Nachricht. Streit: „RB verliert mit Hasenhüttl einen großen Mann.“ Nicht nur, weil Hasenhüttl die OFC-Anerkennungsurkunde der Osttiroler Bullen „persönlich im Trainingslager in Seefeld überbrachte. Er ist auf der menschlichen Ebene unschlagbar, das hat man immer auch der Mannschaft angemerkt“, adelt Streit den Ex-Trainer.

Einblick in die Verhandlungen zwischen den RB-Chefs habe man als Außenstehender natürlich nicht – „weswegen es schwierig ist, dazu etwas zu sagen. Sportlich bedeutet die Entscheidung allerdings eine Herausforderung für die nächste Spielzeit...“ Für die neue Saison wird ein echtes Kaliber gebraucht, das steht fest. Das ist schwer zu bekommen. „Vielleicht sollte Ralf Rangnick selbst übernehmen, um dann mit Blick auf das Vertragsende von Julian Nagelsmann Ende der Saison 18/19 Gespräche zu führen. Oder man löst Roger Schmidt in China aus (derzeit Beijing Guoan, Anm. d. Red.). Der hat die RB-DNA in Salzburg, wo er 2012 bis 2014 Trainer war, quasi mitbekommen.“ Für Florian Streit und die Osttirol Bulls bleibt die Spannung.

Der Neue wird es sportlich und mit Rangnick nicht einfach haben

Werner Mann hat schon viele Fußballspiele und Bundesligazeiten gesehen und erlebt. Der Mann ist 80, kommt aus Grimma und musste seinen Frust „irgendwo loswerden“. Also rief er die LVZ an. „Ich verstehe das nicht. So einen kann man doch nicht ziehen lassen. Wenn man Hasenhüttl im Umgang mit der Mannschaft erlebt hat, hat mich immer diese Ruhe beeindruckt, die er ausgestrahlt hat. Was hat der nicht alles erreicht. Und jetzt lässt man den einfach ziehen“, Werner („es gibt einen Heinrich, einen Thomas und einen Werner“) Mann blickt angespannt der neuen Saison entgegen. „Egal wer da jetzt kommt. Er wird es nicht leicht haben. Nicht mit Ralf Rangnick und auch sportlich nicht, weil es nicht einfach wird, die Arbeit des alten Trainers fortzusetzen. Daran werden sich aber die Fans immer erinnern und den Neuen auch messen“, glaubt der 80-Jährige.

Bennewitzer RB-Freunde überrascht

Ihr Plakat ist bei jedem Spiel der Roten Bullen weithin sichtbar: Die RB-Freunde Bennewitz gehören zu den größten Fanclubs und haben über 250 Mitglieder. Vizepräsident Ken Schwarze nimmt die Neuigkeit gelassen: „So ist wohl das Geschäft. Natürlich ist es schade und auch in unserem Club war und ist es ein großes Thema. Wirklich gerechnet hat damit ja niemand. Wer jetzt als Trainer kommt? Da bleibt uns nur: Abwarten und Tee trinken“, so Schwarze.

„Game over!“ – das Spiel ist aus. RB #Leipzig trennt sich von seinem Trainer. Findet ihr die Ablösung von Ralph Hasenhüttl richtig? Hinterlasst gerne auch eure Meinung in den Kommentaren!

Gepostet von LVZ Kreis Leipzig am Donnerstag, 17. Mai 2018

Sie schlafen in RB-Bettwäsche, haben sich in der Red-Bull-Arena das Ja-Wort gegeben, fahren zu jedem Spiel der Bullen, auch ihrer Nachwuchsmannschaften. Doris und Rainer Kurth aus Kitzen (Pegau) kennen die Mannschaft von der ersten Stunde an und kommen – bei aller Überraschung – zu einer herausstechend klaren Meinung: „Wir weinen Hasenhüttl keine Träne nach“, so Doris Kurth. Das sportliche Auf und Ab der vergangenen Wochen hat aus ihrer Sicht (auch) etwas mit den Vertragsverhandlungen zu tun. Doris Kurth: „Als Hasenhüttl eine Vertragsverlängerung im Winter ausgeschlagen hat, war auch in der Mannschaft zu spüren, dass etwas nicht stimmt. Da blieb der Erfolg auf der Strecke. Dann gab es Gespräche mit den Bayern und wohl auch Dortmund. Das hat Unruhe gebracht und uns war schnell klar – der Trainer muss weg.“ Die Kurths hoffen, dass Ralf Rangnick den Trainerjob wieder übernimmt. „Er hat Stabilität ins Training und die Mannschaft gebracht. Das ist das Wichtigste.“

Haben sich in der Red-Bull-Arena das Ja-Wort gegeben: Doris und Rainer Kurth aus Kitzen sind zwei eingefleischte Bullen Fans. Und können mit dem Abschied von Trainer Ralph Hasenhüttl gut leben. Quelle: Andreas Döring

Kommt jetzt Rose aus Salzburg?

Uwe Penz gehört dem 38. Offiziellen Fanclub der Roten Bullen an – den Eichholzbullen aus Zwenkau. Kontinuität ist das, was aus Sicht der Randleipziger Fans „der so jungen Mannschaft sicher gut getan“ hätte, so Penz. Und weiter: „Der Trainer hat das gut gemacht. Aber hinter die Kulissen kann von uns niemand schauen. Es wird Gründe gegeben haben.“ Die Entscheidung sei dennoch bitter und auch in Zwenkau sei man letztlich überrascht gewesen. Uwe Penz: „Es bleibt zu hoffen, dass die Euphorie rund um die Mannschaft jetzt nicht leidet. Der Erfolg war da, der Anspruch und die Erwartungshaltung der Fans auch. Es wird darauf ankommen, welchen adäquaten Ersatz die RB-Chefetage jetzt verpflichten kann. Bei uns wäre niemand böse, wenn Ralf Rangnick übernimmt.“ Andere Spekulationen gebe es natürlich auch. Kommt jetzt Rose aus Salzburg „und bringt gleich noch ein paar Spieler mit?“ Bei den Eichholzbullen hat die Spielweise der österreichischen Red-Bull-Schwester-Mannschaft in der Europa League durchaus Eindruck hinterlassen. „Das war dem Leipziger Fußball schon sehr ähnlich“, so Penz.

Bei allen Spekulationen: Was bleibt, sei eine gute Erinnerung an Trainer Ralph Hasenhüttl. „Wir durften ihn beim Fantreffen persönlich kennenlernen. Mit dem kann man sich super unterhalten. Er ist bodenständig und nicht so überkandidelt. Einer seiner Verdienste ist die Nähe zwischen Fans und Mannschaft – ein Trainer zum Anfassen.“ So oder so. Es wird eine Entscheidung fallen. „Und da muss einem bei RB Leipzig nicht bange werden. Denn im Nachhinein betrachtet waren alle Entscheidungen von Rangnick und Mintzlaff die richtigen“, ergänzte Penz.

Von „Willkommen in der Realität“ bis „Schade!“

Bei den Borsdorfer Apfelbullen unterschieden sich die Reaktionen auf die Hiobsbotschaft am Mittwoch. In der Whatsapp-Gruppe des Fanclubs – der erst vor drei Wochen in die Liga der Offiziellen aufgenommen wurde – war in den vergangenen beiden Tagen „von jeder Stimmung etwas zu lesen“, berichtete Christian Backmann vom Verein. „Willkommen in der Realität“ etwa deutete auf die Härte des Profigeschäftes hin, wenn man einen Champions-League-Platz leichtfertig vergibt (Niederlage gegen Absteiger Köln). Auch als Ergebnis des „Machtspiels dreier selbstsicherer Persönlichkeiten“ wurde die Trainer-Ablösung bei den Borsdorfern interpretiert. „Aber es waren auch viele dabei, die es einfach schade und traurig fanden, dass es zu keiner weiteren Zukunft mit Hasenhüttl gekommen ist“, gewährte Backmann einen Einblick in die Fan-Diskussionen, die eine ganze Bandbreite an Meinungen abbildet.

🔴⚪ Unser 42. OFC: Die Apfelbullen! Herzlich Willkommen im Kreis der Offiziellen Fanclubs! 🤝 Zur Ernennung war auch Fabio #Coltorti vor Ort. Danke für eure Unterstützung!

Gepostet von RB Leipzig am Montag, 30. April 2018

Und natürlich spielt auch in Borsdorf der bange Blick nach vorn eine Rolle: „Nach Hasi kommt Rosi“. Auch die Apfelbullen kennen sich im internationalen Fußball aus und kennen den FC Salzburg, der mit Marco Rose einen RB-Trainer hat, der vergangene Saison ähnlich überzeugen konnte wie sein Leipziger Kollege. Christian Backmann: „Wer auch immer – der Anspruch muss sein, dass RB Leipzig auch nächstes Jahr wieder mitreißenden Fußball spielt.“

Von Thomas Lieb

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Bei der Suche nach Steffen T. ging die Polizei am Donnerstag einem neuen Hinweis nach. Zeugen wollen den 46-Jährigen aus der Wermsdorfer Psychiatrie bei Mutzschen gesehen haben.

31.05.2018

Per Grundsatzbeschluss hat der Kulturausschuss jetzt den Startschuss für den Aufbau eines Besucherzentrums im Wurzener Bahnhof gegeben. Die Eröffnung des künftigen Anlaufpunktes für Touristen ist für 2023 geplant.

20.05.2018

Kleine Kugellinden sollten den Brandiser Markt begrünen und beschatten, große Kaiserlinden sind es geworden. Der Technische Ausschuss will dem ausufernden Wuchs Einhalt gebieten. Denn einige der Bäume reichen jetzt schon bis an die Häuser.

20.05.2018
Anzeige