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Trebsener Bürgermeister zieht Jahresbilanz und nennt neue Vorhaben

LVZ-Interview Trebsener Bürgermeister zieht Jahresbilanz und nennt neue Vorhaben

Seit knapp sechs Monaten ist Stefan Müller (CDU) Bürgermeister von Trebsen. Zuvor hatte er das Amt kommissarisch ausgeübt. Wie schätzt er das abgelaufene Jahr ein und was nimmt er sich fürs neue vor? Darüber sprach der 45-Jährige im LVZ-Interview.

Stefan Müller im Gespräch mit der LVZ.

Quelle: Thomas Kube (Archiv)

Trebsen. Seit knapp sechs Monaten ist Stefan Müller (CDU) Bürgermeister von Trebsen. Zuvor hatte er das Amt kommissarisch ausgeübt. Wie schätzt er das abgelaufene Jahr ein und was nimmt er sich fürs neue vor? Darüber sprach der 45-Jährige im LVZ-Interview.

Welche Bilanz ziehen Sie über 2015?

Das war ein sehr gutes Jahr für Trebsen. Einige wesentliche Dinge, die wir uns vorgenommen haben, wurden auf den Weg gebracht oder fertiggestellt.

Was konkret?

Die kostenmäßig größte Maßnahme war die brandschutztechnische Ertüchtigung der Kulturstätte. Es gab aber auch noch kleinere Dinge.

Zunächst zur Kulturstätte. Hat es sich damit für Sie getan oder haben Sie Visionen, was sich dort noch machen ließe?

Mit solchen Häusern ist man nie fertig. Mein nächstes Ziel ist, einen Aufzug für gehbehinderte Menschen einzubauen. Die Realisierung ist aber abhängig von Eigen- und Fördermitteln.

Sie sprachen von kleineren Dingen, die geschafft wurden. Als da wären?

Das Gewerbegebiet Trebsen-Pauschwitz haben wir vorangebracht. Die B&B Trebsener Montage- und Service GmbH hat eine Halle errichtet, die demnächst in Betrieb geht; wir als Stadt mussten die Ausgleichsmaßnahmen durchführen, indem kostspielig die Zauneidechsen umgesiedelt wurden. Das Mutzschener Wasser ist in Stand gesetzt. In der Ernst-Thälmann-Straße in Neichen wurde die Straßenbeleuchtung, in Walzig die Bushaltestelle erneuert. Der Spielplatz in Altenhain erhielt eine Wippe und eine Wackelbrücke. Wir haben Pappelweg, Walziger Weg und Schlosspark saniert. Der Bau der Bootsanlegestellen läuft.

Sie sollten eigentlich schon fertig sein...

Der Bau war nur möglich im Einklang mit der Ertüchtigung des Wehrs und der Errichtung der Fischtreppe. Ich gehe aber davon aus, dass sie in der kommenden Saison nutzbar sind und Boote umtragen werden können.

Was haben Sie für 2016 vor?

Wichtig ist uns die bessere Breitbandversorgung im Stadtgebiet, vor allem im Ortsteil Altenhain. In Kürze erhalten wir die Machbarkeitsstudie, die wir in Auftrag gegeben haben. Wir möchten die Straßenbeleuchtung der Friedrich-Engels-Straße in Neichen erneuern. Eine Abgasanlage für die Feuerwehr Trebsen kann hoffentlich bald in Betrieb genommen werden, sie kostete die Stadt rund 20 000 Euro. Dieses Jahr erwarten wir auch den Fördermittelbescheid für den Abriss der Seelingstädter Tabakhallen.

Was geschieht mit der Fläche, wenn die Hallen weg sind?

Wir wollen sie der Natur zurückgeben in Form einer Wiese, die zweimal im Jahr gemäht wird.

Stehen weitere Großprojekte auf der Agenda?

Das Gewerbegebiet Trebsen-Pauschwitz soll eine zweite Anbindung erhalten, damit es attraktiver wird; noch sind zwei Drittel ungenutzt. Wir bringen die Erschließungsplanung für eine Wohnbebauung am Froschteich auf den Weg. Das Landratsamt erteilte uns die Auflage, einen zweiten Rettungsweg in der Grundschule zu bauen. Für die Nebengebäude der Oberschule wollen wir die Planung anschieben; ich denke, es läuft auf einen Abriss und Neubau hinaus. Der zweite Bauabschnitt der Seilergasse kommt. Industriegebietsstraße, Erich-Hausmann-Straße und Grimmaische Straße sollen für 65 000 Euro LED-Beleuchtungen erhalten. Nicht zuletzt wollen wir die Planung für die Sanierung der Pauschwitzer Straße voranbringen.

Dort gab es lange Ärger mit parkenden Lastwagen. Wie ist die Lage jetzt?

Die Papierfabrik Julius Schulte bekam die Genehmigung für die Schaffung einer zweiten Zufahrt zum Werk, die wirklich notwendig ist. Es sind schon umfangreiche Erdarbeiten zu sehen. Wenn die Straße fertig ist, parken die Lastwagen im Betriebsgelände. Schon jetzt werden sie nicht mehr vor den Wohngebäuden in der Pauschwitzer Straße, sondern in der Industriegebietsstraße abgestellt.

Bei Amtsantritt wollten Sie die Anzahl der Radwege erhöhen. Halten Sie daran fest?

Wir möchten dieses Jahr den Mulde-Elbe-Radweg, der am Trebsener Markt beginnt, ausschildern beziehungsweise von Neichen bis zur Grimmaer Gemarkungsgrenze ausbauen. Das kostet 115 000 Euro, wovon wir 90 000 Euro als Fördermittel erhalten. Wir machen uns stark für einen Radweg von Trebsen nach Altenhain sowie für einen straßenbegleitenden Radweg an der Bundesstraße 107 von Trebsen nach Walzig.

Es existiert schon ein Radweg nach Walzig, um den es jüngst viel Ärger gab. Können Sie die Walziger nicht verstehen, die ihn gern asphaltiert hätten?

Ich fahre in der Freizeit gern selbst Rad, habe schon die Strecke nach Prag und zurück hinter mir. Am besten geht das auf Asphalt, das kann ich nachvollziehen. Aber man sollte bitte für die Sachzwänge Verständnis haben.

Viele Walziger sind auch nicht damit einverstanden, den Damm an der Mulde zu entwidmen. Wie ist hier der Stand?

Die Landesdirektion teilte mir mit, dass mit einer Entscheidung im ersten Quartal dieses Jahres zu rechnen ist. Ich hoffe auf einen sachgerechten Entschluss, der im Sinne der Allgemeinheit getroffen wird. Im übrigen liegt uns die Verbesserung des Hochwasserschutzes am Herzen. Am Altenhainer Wasser und am Kranichbach in Seelingstädt soll es Ersatzneubauten für je einen Durchlass geben. Die Planung weiterer Seelingstädter Hochwasserschutzmaßnahmen hinsichtlich der Gefahren, die Stauregen mit sich bringen, wollen wir in Auftrag geben.

Alles in allem ein gewaltiges Vorhabenbündel. Wie soll das Trebsen stemmen?

In der Diskussion um den Haushalt werden wir sehen, was sich umsetzen lässt. Mein Ziel ist, den Etat Ende Februar zu beschließen. Auch wir werden Mittel aus dem Investitionspaket des Bundes und des Landes in den nächsten Jahren erhalten. Das Geld wollen wir zukunftsorientiert für Trebsen und seine Ortsteile einsetzen. Die konkrete Verwendung beschließt der Stadtrat.

Für die Sanierung der Ortsdurchfahrt Seelingstädt ist das Landesamt für Straßenbau und Verkehr, kurz Lasuv, zuständig. Wie geht es damit voran?

Die Vorplanung ist erstellt und sollte jetzt dort geprüft werden. Es sind aber noch viele Schritte nötig, die ihre Zeit brauchen. In geeigneten Abständen halten wir Kontakt zum Lasuv, um die Notwendigkeit der Maßnahme zu unterstreichen. Nach meiner Einschätzung wird es aber noch vier bis fünf Jahre bis zur Umsetzung dauern.

Mit der Verlängerung der Öffnungszeit des Rathauses am Dienstagabend haben Sie ein Versprechen eingehalten. Wie sieht die Resonanz auf das Angebot aus?

Bisher kommen erst wenige Bürger dienstags nach 18 Uhr. Die Reglung gilt seit Anfang Januar. Ob man sich erst daran gewöhnen muss oder ob es an der Jahreszeit liegt, ist noch unklar.

Seit Anfang August sind Sie jetzt Bürgermeister. Bereuten Sie es schon, diesen ehrenamtlichen Posten übernommen zu haben?

Von einigen Personen fühle ich mich etwas enttäuscht. Aber die Übernahme des Amts habe ich noch keinen Moment bereut. Auf die Verwaltung kann ich mich nach wie vor verlassen. Die Mitarbeiter sind erfahren, motiviert und bereit für Veränderungen.

Von Frank Pfeifer

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