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Wurzen Türöffnungen: Schnelle Hilfe der Feuerwehren kann Leben retten
Region Wurzen Türöffnungen: Schnelle Hilfe der Feuerwehren kann Leben retten
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00:36 25.03.2018
Erst kürzlich mussten Kameraden der Feuerwehren Pegau und Groitzsch ausrücken, um mit der Drehleiter den Rettungsdienst zu unterstützen. Eine Patientin wurde aus der vierten Etage eines Hauses in der Stöntzscher Straße in Pegau geholt. Quelle: Mathias Bierende
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Landkreis Leipzig

Nach der Berichterstattung über die zunehmende Inanspruchnahme von Kameraden für Tragehilfen und Türöffnungen hält die Diskussion unter den Freiwilligen Feuerwehren weiter an. Auch zu Zeiten der Grimmaer Leitstelle seien Türöffnungen an der Tagesordnung gewesen, schildert der Pegauer Stadtwehrleiter Marco Becher. „Im Jahr 2016/2017 betraf uns das fünf Mal. Seit wir von der Leitstelle Leipzig geführt werden, wurden wir vier Mal alarmiert.“

Jüngster Fall bestätigt Hilfebedarf

Dass Hilfe schnell vor Ort sein muss, zeigte sich erst beim jüngsten Einsatz in Pegau, schildert Becher. Hier musste mit Unterstützung der Groitzscher Wehr eine 74-Jährige mit der Drehleiter aus der vierten Etage geholt werden. „In diesem Fall kam der Rettungswagen aus Markranstädt“, so Becher. Es habe also ein wenig gedauert, bis die Retter eintrafen. „Die Lage einer hilflosen Person in der Wohnung bestätigte sich. Ebenfalls vor Ort war der Pflegedienst mit einem Schlüssel, nur steckte der andere von innen... Wir öffneten die Tür. Und zwar fach- und sachgerecht.“ Hier sei es absolut von Vorteil gewesen, dass Feuerwehr und Rettungsdienst parallel losgeschickt wurden. „Anschließend versorgten und betreuten wir die Frau bis zum Eintreffen der Sanitäter.“

Marco Becher, Stadtwehrleiter Pegau Quelle: Olaf Becher

Tragehilfen, die die Pegauer für den Rettungsdienst erbrachten, seien in jüngster Zeit alle vertretbar gewesen. Auch unter Regie der Grimmaer Leitstelle seien die Kameraden mehrfach zu solchen Einsätzen gerufen worden. Für planbare Krankentransporte, so der Pegauer Wehrleiter, müsse aber in der Tat eine andere Lösung gefunden werden. „Aber auch hier muss man die Leitstelle Leipzig loben.“ Die Disponenten hätten im Fall der Pegauer Seniorin nicht gleich auf den Knopf gedrückt. „Sämtliche derartige Einsätze wurden bis jetzt vielmehr telefonisch mit dem Wehrleiter abgestimmt, so dass sich die Belastung unserer Kameraden in Grenzen hält.“

Planbare Transporte regeln

Die immer wieder geäußerte Kritik an der Integrierten Regionalleitstelle (IRLS) kann Becher ebenfalls nicht teilen. „Für uns als Feuerwehr Pegau ist die Leitstelle Leipzig ein absoluter Gewinn. Die Qualität der Alarmierung, Einsatzführung und Dokumentation ist sehr hoch und erleichtert unseren Führungskräften die Arbeit ungemein. Auch hier haben wir uns weit vor Einführung der neuen Leitstelle mit dem System beschäftigt und uns darauf eingestellt. Dass es am Anfang holpert, ist, denke ich, normal. Aber durch viele konstruktive Gespräche mit den Disponenten und Administratoren haben wir für die Stadtfeuerwehr Pegau viel Gutes auf den Weg gebracht und werden die Zusammenarbeit weiter so gut pflegen.“ Die Mitarbeiter der IRLS Leipzig würden eine hoch qualifizierte Arbeit leisten und in Verbindung mit einem modernen Einsatzleitsystem jedem Bürger schnellstmögliche Hilfe zukommen lassen.

Frohburgs Wehrleiter Lars Kupfer Quelle: Jens Paul Taubert

IRLS liefert mehr Qualität

Dass Türöffnungen zu den Aufgaben von Feuerwehren gehören, unterstreicht auch Lars Kupfer, Leiter der Feuerwehr Frohburg und zugleich Beamter der Branddirektion Leipzig. „Bei Nottüröffnungen durch die Feuerwehr wird dem Rettungsdienst schnellstmöglich Zutritt zu einer Wohnung verschafft, in der sich in der Regel ein hilfloser, ja vielleicht sogar bewusstloser Mensch befindet. Wenn man bedenkt, dass bei einem Herz-Kreislaufstillstand die Überlebenschance pro Minute, in der keine Wiederbelebung stattfindet, um zehn Prozent sinkt, kann man die Sinnhaftigkeit einer Nottüröffnung durch die Feuerwehr verstehen.“ Zum Thema Tragehilfen erklärt Kupfer: Geplante Beförderungen im Krankentransport sollten für die Feuerwehren auf das Nötigste begrenzt werden. Dringend bedürfe es einer Lösung, die der steigenden Zahl übergewichtiger Patienten gerecht wird. Mit diesem Problem würden die Rettungsdienste nach Einschätzung des Frohburger Wehrleiters ziemlich allein gelassen. Hier müssten alle Entscheidungsträger dringend gemeinsam nach Wegen suchen.

Von Simone Prenzel

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