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Über 700 Besucher bei Ausstellung über Vertriebene in Wurzen

Über 700 Besucher bei Ausstellung über Vertriebene in Wurzen

Zu der Ausstellung „Exodus des Bartschtals“ , die im vergangenen Monat zu Ende ging, haben Wilhelm Broy, der die Ausstellung organisierte, und Horst Anders, der sie nach Deutschland holte, nun ihren Schlussbericht vorgelegt.

Wurzen. „Es war folgerichtig, diese gemeinsame deutsch-polnische Ausstellung hier an der Mulde zu zeigen, kamen doch rund 40 000 Flüchtlinge im zeitigen Frühjahr 1945 aus dem Bartschtal im schlesischen Kreis Militsch-Trachenberg hierher an die Mulde“, heißt es in dem Fazit der beiden. Die Ausstellung zeigte Vertreibung und Schicksale von Vertriebenen der schlesischen Region nördlich von Breslau im heutigen Polen, die durch den Zweiten Weltkrieg verursacht wurden. Sie wurde nach Erfolgen in Polen in Wurzen zum ersten Mal in Deutschland gezeigt.

Viele Selbstbetroffene kamen in die Wenceslaikirche, in der die Dokumente ausgestellt wurden. Für sie waren es schmerzhafte Erinnerungen.„Das darf sich nie wieder wiederholen“, schrieben sie, aber auch ihre Nachkommen und die hier schon immer Sesshaften ins Gästebuch.

„Die Ausstellug war auch eine Würdigung der damaligen hier ansässigen Generation, die rund 40 000 Militsch-Trachenberger in ihrer Not aufgenommen haben, obwohl schon die gleiche Anzahl anderer Geflohener hier waren“, erklärten die Veranstalter.

Über 700 Besucher zählte die Ausstellung in Wurzen. „Von der großen Zahl waren wir selbst überrascht und sehr erfreut“, erklärt Organisator Hans Joachim Nitschke. Die Besucher kamen hauptsächlich aus den Orten entlang der Mulde aufwärts bis hin nach Frohburg, Borna und Mittelsachsen, aber auch aus Leipzig, Berlin, Görlitz, Riesa, Dresden, Freital und einem mit dem weitesten Weg aus Gruzek in Kansas, USA.

Nicht so viel Interesse erhielt die Gelegenheit, die Ausstellung für den Geschichtsunterricht in den höheren Schulklassen zu nutzen. Nach Hinweisen von Oberbürgermeister Röglin und anderer politischer Vertreter bei der Eröffnung machte davon nur eine Klasse Gebrauch. „Das hat uns sehr enttäuscht“, sagt Nitschke. In Polen wären hauptsächlich Jugendliche in der Ausstellung gewesen. „Sie haben dort ihren Geschichtsunterricht abgehalten.“ Woran das mangelnde Interesse hierzulande lag, weiß Nitschke nicht zu sagen.

Der Sächsische Staatsminister für Inneres, Markus Ulbig, war Schirmherr dieser Ausstellung, Ihm, den Pfarrer Schiefer mit seinem Kirchenvorstand und dem Oberbürgermeister dankten die Veranstalter im Nachhinein besonders für die Ermöglichung der Ausstellung.

Nun wird die Ausstellung „Exodus des Bartschtals” am 7. Oktober in Görlitz in der Frauenkirche eröffnet und drei Monate bleiben, bevor sie in das Haus Schlesien bei Königswinter/Bonn zieht.

Juliane Streich

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