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Wurzen Überdimensioniert?
Region Wurzen Überdimensioniert?
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21:54 01.10.2009
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Wurzen/Kühren

Bekanntlich sollen dort im kommenden Jahr rund 50 Parkplätze entstehen, die die Stadt baut. Der ZVNL hat die Größenordnung vorgegeben und beruft sich auf Potenzialanalysen. Der Freistaat fördert das Bauprojekt zu 90 Prozent. Den Rest zahlt die Stadt.

Nach Auffassung von Stadtrat Roland Mühlner ist der geplante Ausbau der Parkplatzanlagen am Haltepunkt Kühren völlig überdimensioniert. Er, Mühlner, habe sich selbst über mehrere Tage die Mühe gemacht und die Zahl der Parkplatzsuchenden und die Radfahrer gezählt, ließ der stellvertretende Bürgermeister Verwaltung und Angeordnete auf der jüngsten Ratssitzung wissen. Der Bedarf sei viel geringer als angenommen und liege im einstelligen Bereich. Entsprechende Forderungen an die Verwaltung, die sich aus seinen Erkenntnissen ergeben, stellte Mühlner nicht.

Carl Rößler, Chef des Planungsamtes der Stadt, verwies darauf, dass der ZVNL die Planung des Umbaus führe. Es sei auch der Zweckverband selbst gewesen, der entsprechende Bedarfszahlen ermittelt und an die Stadt weitergeleitet habe. Der ZVNL geht etwa von einem Bedarf von 50-Pkw-Stellplätzen und 30 Fahrradabstellplätzen aus.

Der Technische Ausschuss befasste sich am 2. September mit dem Thema und musste zwischen drei Ausbauvarianten entscheiden, die alle drei etwa die gleiche Zahl von Stellplätzen vorsehen. Das Gremium wählte schließlich jene Variante, die die „beste Befahrbarkeit“ bietet, die „wenigste Ackerfläche“ beansprucht und die geringsten Baukosten verursacht. Die Kostenschätzung beträgt rund 233000 Euro, von denen 90 Prozent aus Fördertöpfen kommen.

„Wir haben die Zahl der Park- und Abstellflächen für Pkw und Fahrräder nicht einfach festgelegt“, sagt Bernd Irrgang. Projektmanager beim ZVNL. Im Rahmen einer Potenzialanalyse seien Verkehrsprognosen, Einwohner- und Mobilitätsdaten ermittelt sowie Ein- und Aussteiger in Kühren gezählt worden. „Diese Datensammlung bietet die Grundlage unserer Planung.“ Richtig sei zwar, dass im Moment tatsächlich weniger als 50 Pkw-Fahrer dort ihre Fahrzeuge abstellen. Doch das liege daran, dass die Möglichkeiten einfach fehlten. „Wir haben in Sachsen eine Reihe vergleichbarer Haltepunkte auf ähnliche Weise ausgebaut. In allen Fällen haben sie den Verkehr angezogen und sind gut ausgelastet“, so Irrgang. Der ZVNL-Mann geht unter anderem davon aus, dass Parker, die bislang am Wurzener Bahnhof den Zug besteigen, dies möglicherweise ab 2010 in Kühren tun, denn dort wird das Parken kostenlos sein. Ebenso halte sich die Versiegelung in Grenzen. Lediglich knapp die Hälfte des Parkareals solle auf jetziger Ackerfläche gebaut werden. Der Rest entstehe auf einem bebauten Grundstück, das eingeebnet werden soll. Und: „Wir leiten das Wasser nicht ab, sondern versickern es“, betont der ZVNL-Manager.

Carl Rößler, Wurzens Stadtplanungschef, konstatiert, dass zunächst der Beschluss des Technischen Ausschusses für die Stadt bindend ist. „Ich halte die geplante Größenordnung für sinnvoll, denn der geplante Ausbau fördert den öffentlichen Nahverkehr und reduziert den individuellen Verkehr.“ Er werde, auch weil es nicht seine Aufgabe ist, wegen des Mühlner-Hinweises beim ZVNL nicht intervenieren. Änderungsvorschläge könnten gleichwohl in die entsprechenden stadtparlamentarischen Gremien zum Beispiel durch Stadträte eingebracht werden.

Nach gegenwärtigen Stand der Planungen soll 2010 mit dem Bau begonnen werden.

Drago Bock

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