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Überlegtes Krisenmanagement nach Brand bei Ionto Comed

Überlegtes Krisenmanagement nach Brand bei Ionto Comed

Nischwitz.

Nach dem Brand bei Ionto Comed in Nischwitz Anfang Juli (LVZ berichtete) ist Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Auch wenn der Weg bis zum Ziel noch ein steiniger sein wird, die Produktion ist bereits wieder angelaufen.

„Wie schon am Tag nach dem Brand angekündigt", so sagt der geschäftsführende Gesellschafter von Ionto Comed, Wolfgang Franz, „haben wir mit hohem Einsatz der Mitarbeiter daran gearbeitet, die an das schreckliche Ereignis erinnernde Schadstelle zu beräumen. Es konnte also rasch der Schutt beseitigt und die Fläche gereinigt werden." Das allerdings habe einen funktionalen Hintergrund, denn mit Blick auf den Herbst würden winterfeste Provisorien gebraucht.

„So schnell können sie gar nicht bauen, wie der Winter da ist", machte Franz den Zeitdruck mehr als deutlich, unter dem die Firma momentan steht. Jedoch aus seinen Erläuterungen für das weitere Vorgehen ist keinerlei Hektik herauszuhören, vielmehr ein wohl überlegtes Krisenmanagement. „Für die Provisorien brauchen wir natürlich einen festen Unterbau, und dafür bietet sich der Standort der Brandstelle an. Eine benötigte Halle für Produktion und Lagerung wollen wir nun unter Nutzung einer bestehenden Baugenehmigung errichten, die ursprünglich vorgesehen war, zur Verlagerung des Logistikstandortes Leipzig an den Produktionsstandort Nischwitz, die nun aber auf der dafür zur Verfügung stehenden Freifläche gebaut werden soll", erklärt Franz. Sobald Planung und Finanzierung dafür steht, soll es losgehen. Und die Fertigstellung könnte aus Sicht der Planer und Architekten bis März 2013 realisiert werden. Damit könnten die Provisorien abgelöst werden, um mit dem nächsten Schritt an der alten Brandfläche die ursprüngliche Produktions- und Lagerfläche wieder herzustellen. Ziel hierfür wäre der Herbst 2013, dem sich die schon erwähnte Logistikverlagerung von Leipzig nach Nischwitz unterordnen würde. Damit habe man eine „Dreieckslösung" geschaffen, so Franz, „die sich unter allen Konstellationen, als die sinnhafteste Lösung darstellt".

Inzwischen läuft seit drei Wochen wieder die Produktion. Und zwar in der Nachbarhalle, die vom Brand nur an der Außenfassade durch Strahlungswärme in Mitleidenschaft gezogen worden war. „Diese Halle wurde komplett gereinigt. Dazu mussten alle Teile und Werkzeuge vorübergehend aus- und umgelagert werden in ein Zelt, das nun als Zwischenlager für die angelaufene Produktion genutzt wird."

Auf die Gretchenfrage, also auf die Brandursache angesprochen, sagte Franz, dass der finale Bericht der Ursachenermittler zwar noch ausstehe. „Aber die Untersuchungen konzentrieren sich auf einen technischen Defekt in der Unterverteilung der Elektroverteilung. Und aus der Tatsache, dass die Versicherung erste Regulierungen übernommen hat, schließen wir, dass die Versicherung einen technischen Defekt in diesem Bereich anerkennt." Hinsichtlich finanzieller Förderungen für den Wiederaufbau, die in ersten Gesprächen unmittelbar nach dem Brand mit Banken und Behörden thematisiert worden waren, um Arbeitsplatzerhaltungsmaßnahmen umsetzen zu können, sehe man mit den bestehenden Richtlinien der regionalen Wirtschaftsstruktur keine Möglichkeiten zur Hilfe, bestätigte Franz.

Frank Schmidt

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