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Wurzen Überwachungscontainer sorgt für Sicherheit bei närrischem Fußvolk und Biathlon-Weltcup
Region Wurzen Überwachungscontainer sorgt für Sicherheit bei närrischem Fußvolk und Biathlon-Weltcup
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15:23 21.03.2017
Die Wellner-Box – hier das Ursprungsmodell – sorgt für Sicherheit bei Großveranstaltungen und auf Baustellen. Quelle: Wellner GmbH
Machern/Gerichshain

Wo Menschenansammlungen zum Risiko werden können, sorgt ausgeklügelte Überwachungstechnik aus Gerichshain für mehr Sicherheit. Die Firma Wellner Kommunikation/Automatisierung GmbH hatte ursprünglich einen mobilen Überwachungscontainer entwickelt, um auf abseits gelegenen Baustellen Diebe in die Flucht zu schlagen. „Doch inzwischen haben wir uns mit der Wellner-Box ein neues Einsatzgebiet erschlossen“, erklärt Jörg Wellner, Geschäftsführer des 30-Mann-Unternehmens mit Sitz im Gerichshainer Gewerbegebiet. Besonders nach den Terroranschlägen von Nizza und Berlin sei die Sicherheit bei Großveranstaltungen weiter in den Fokus gerückt. „Immer mehr Veranstalter wollen große Menschenmengen nicht dem Zufall überlassen. Mit unserer Überwachungstechnik werden sie in die Lage versetzt, stets den Überblick zu behalten und potenzielle Gefährdungslagen frühzeitig zu erkennen.“

Ihre Premiere bei einer Großveranstaltung hat die Wellner-Box beim diesjährigen Biathlon-Weltcup in Oberhof erlebt. Um die Lage am Grenzadler stets im Griff zu haben, wurde der blaue Sicherheits-Quader an einem neuralgischen Punkt postiert. „Von hier hatte die Technik die Menschenströme im Blick.“ Bei einem Sport-Event, das täglich um die 20 000 Besucher zählt, geraten auch erfahrene Sicherheitsunternehmen an ihre Grenzen. „In Oberhof haben wir eng mit der Suhler Polizei und dem Bewachungsunternehmen VSU Thüringen zusammengearbeitet“, erklärt Jörg Wellner. Die technischen Möglichkeiten und die Qualität der Bilder hätten die Sicherheitsexperten überzeugt.

Die Baustelle an der Wittenberger Schlosskirche wurde von mehreren Wellner-Boxen überwacht. Quelle: Wellner GmbH

Um für den Einsatz bei Großveranstaltungen noch besser gerüstet zu sein, wurde weiter an der Wellner-Box getüftelt, ergänzt Mitarbeiter Michael Engel. „Bisher war die 360-Grad-Kamera fest auf dem Container installiert. Jetzt sitzt die sensible Technik auf einer Teleskopstange, die bis in acht Meter Höhe ausgefahren werden kann.“ Dank Zoomfunktion und moderner Erkennungssoftware könne man verdächtige Personen oder auch gefährliche Gegenstände in der Masse detektieren. Bilden sich Staus? Oder droht ein Gerangel? Auf diese Gefahrensituationen könne dank der Technik ebenfalls frühzeitig reagiert werden. Sicherheitskräfte, die sich in der Menge bewegen, hätten diesen Überblick mitunter nicht, hebt die Firma hervor. In Oberhof hatte die Box Besucherströme, sämtliche Zugangswege, aufgebaute Zelte und Veranstaltungstechnik im Visier. „Der nachtsichtfähigen, 360 Grad schwenkbaren und digital zoombaren Kamera blieb nichts verborgen“, berichtet Michael Engel. „Kleine Rangeleien am Rande der Loipe wurden bereits im Ansatz erkannt und verhindert.“ Auch nachts ruhte die Technik nicht, überprüfte zum Beispiel die Berechtigung von Lieferfahrzeugen, die für den Nachschub der Zehntausenden Skisport-Fans sorgten.

Eine weitere Bewährungsprobe erlebte die Wellner-Box bei einem der größten Faschingsumzüge Ostdeutschlands. Dieser bewegt sich jährlich mit rund 4000 Mitwirkenden durch Cottbus. In Zeiten, wo auch ausgelassenes Karnevalstreiben zum Hochsicherheitsrisiko wird, kam den Veranstaltern der Video-Rundumblick gerade recht. Der mobile Wächter aus Gerichshain sorgte mit dafür, den Cottbusser Tross mit über 100 geschmückten Wagen, Kutschen, Musikkapellen und Pferden an einem Brennpunkt des Geschehens im Visier zu haben. Besonders nach dem Terroranschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt waren die Sicherheitsvorkehrungen auch in der Lausitz verschärft worden. Nicht nur die Zugänge wurden mit Schutt-Behältern verbarrikadiert, um möglichen Attentätern die Zufahrt zu erschweren. Sicherheitsunternehmen überwachten den „Zug der fröhlichen Leute“ zusätzlich mit Hilfe der Gerichshainer Entwicklung.

Vergleichsweise unspektakulär mutet da schon ein Einsatz mehrerer Boxen als Baustellenwächter an. In historischem Ambiente – an der Schlosskirche Wittenberg – waren gleich mehrere Video-Augen während der jüngsten Erweiterung der traditionsreichen Stätte auf Baumaterial, Werkzeug und Gerüste gerichtet. „In Wittenberg kam die Box zum Einsatz, um Langfinger abzuschrecken “, erklärt Firmenchef Jörg Wellner. Was im Übrigen auch geklappt hat: Die Schlosskirche blieb während der gesamten Bauzeit sowohl von Einbrüchen, Diebstählen als auch Vandalismus verschont.

Von Simone Prenzel

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