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Wurzen Uhr tickt am Torhaus
Region Wurzen Uhr tickt am Torhaus
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13:34 04.12.2012
Sind stolz auf ihr schmuckes Vereinsgebäude: Mitglieder der Grimmaer Kartoffelkäferbande vor dem Torhaus in Hohnstädt-Böhlen. Quelle: Silke Hoffmann
Grimma

Zahlreiche Helfer haben das Projekt unterstützt. Vor allem waren das die rund 50 Kartoffelkäfer, aber auch die Stadtverwaltung sowie Firmen der Umgebung. Als die Stadt Grimma den Bikern mit den gelb-schwarzen Helmen das Torhaus vor rund vier Jahren übergeben hatte, versprachen sie, das mittlerweile recht marode Gebäude in Ordnung zu bringen. Zumal man in den eigenen Reihen des Vereins Fachleute wie Dachdecker, Zimmerer und Maurer habe. Die Käfer richteten das Haus zuerst innen vor und begannen dann im Mai dieses Jahres mit der Erneuerung des lecken Daches und der Gestaltung der Fassade. Nach historischem Vorbild wurde der kleine Spitzturm wieder obenauf gesetzt, wo man Platz ließ für eine Uhr, die es einst hier gegeben hatte und nach der man erst noch suchen wollte. Und auch die alte Eichentafel an der Fassade, die an den einstigen Böhlener Rittergutsbesitzer erinnert, strahlt in neuem Glanz. „Sicher, die Instandsetzung hat jetzt ein paar Monate gedauert", sagt Vereinsvorsitzender Tilo Urban. „Doch wenn man bedenkt, dass wir ja nur immer an den Sonnabenden hier waren und gearbeitet haben, ist da ganz schön was geworden", wirft der zweite Vorsitzende Klaus Kobuch ein. Und erzählt mit einem lachenden und einem weinenden Auge: „Ich hatte mir ein neues Motorrad gekauft, eine Suzuki Intruder. Hab’ sie nach unseren Käfer-Farben schwarz-gelb lackiert. Aber gerade dreimal bin damit gefahren, weil ich ja an den Wochenenden immer hier auf der Baustelle war." Nachdem das Dach, Fassade und Türmchen fertig waren, fehlte nur noch die Uhr. Manches Angebot sprengte das Budget des Vereins. Ein Gespräch mit Grimmas Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) brachte den Druchbruch. „Da kennt einer den, und der kennt wieder dort jemanden, und so kamen wir in Kontakt mit dem Uhrenclub Olbersdorf, wo eigentlich nur Uhren gesammelt werden, der uns aber helfen wollte", erzählt Tilo Urban. Aus gebrauchten Teilen von alten DDR-Uhren sei der Zeitmesser entstanden, nur das Zifferblatt und die Zeiger wären neu. „Die Grimmaer Firma Straßenbau Kunze hat uns die Uhr gesponsert, darüber freuen wir uns sehr", sagt Urban. Und möchte sich noch bei einem weiteren Käfer-Freund bedanken, „nämlich Reiner Sähr von der Grimmaer Firma SBK, der das Gerüst hier so lange stehen ließ, wie wir es brauchten." Kartoffelkäfer-Frau Ines Urban schaut auf die neue Uhr im Spitzturm und lacht: „Die geht schon wieder bisschen vor!" Ihr Mann Tilo übt sich in Geduld: „Ja, das Pendel muss noch eingestellt werden. Ich fahre einmal in der Woche hierher und bringe es in die richtige Stellung, so lange, bis die Uhr die ganz genaue Zeit anzeigt."

Silke Hoffmann

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