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Umstieg mit 31: Wurzener wagt Neuanfang als Kfz-Mechatroniker

Ausbildung Umstieg mit 31: Wurzener wagt Neuanfang als Kfz-Mechatroniker

Steve Oldenburg drückt nach vielen Jahren wieder die Schulbank. Der 31-Jährige hatte eine Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer absolviert, in diesem Tätigkeitsfeld aber nie richtig Fuß gefasst. Die Initiative Zukunftsstarter eröffnet ihm neue Möglichkeiten.

Steve Oldenburg schult zum KFZ-Mechatroniker um.

Quelle: Matthias Klöppel

Wurzen. Steve Oldenburg drückt nach vielen Jahren wieder die Schulbank. Der 31-Jährige hatte eine Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer absolviert, in diesem Tätigkeitsfeld aber nie richtig Fuß gefasst. Nun startet er mit einer Einzelumschulung zum Kfz-Mechatroniker bei der Autoservice Schmidt GmbH im Wurzener Ortsteil Burkartshain noch einmal beruflich neu durch. Seit März 2016 lernt er das Handwerk, das ihm so viel Spaß macht, dass er sich jetzt schon sicher ist: „Ich habe die richtige Entscheidung getroffen.“

Oldenburg ist ein „Zukunftsstarter“. Unter diesem Label fördert die Bundesagentur für Arbeit Menschen im Alter zwischen 25 und 35 Jahren, die unter anderem ihren ursprünglich erlernten Beruf nicht mehr ausüben. Der Wurzener gehört zu dieser Gruppe. Seine überwiegenden Beschäftigungen nach Ausbildung und Wehrdienst erfolgten im Helferbereich. Viele Wechsel waren darunter, auch Einsätze über Zeitarbeit. Einer davon verhalf ihm zu einer temporären Arbeitsstelle bei Autoservice Schmidt. Dort erkannten die Vorgesetzten sein Potenzial und übernahmen ihn schließlich.

Inzwischen ist der zweifache Familienvater im dritten Lehrjahr. Über die Hälfte seiner Umschulungszeit hat er bereits geschafft. „Im nächsten Sommer bin ich fertig“, sagt er mit einem entspannten Lächeln. Mit den vier Kollegen in der Firma versteht er sich sehr gut. Kein Vergleich zu den Großbetrieben, in denen er vorher tätig war. „Bei mehreren hundert Mitarbeitern war es mit dem Betriebsklima stets etwas schwierig“, lautet sein Fazit. Auch sei das Drei-Schicht-System eine große Hürde gewesen, gerade im Hinblick auf die Betreuung seiner Kinder. Nun hingegen sei vieles besser. Das Kfz-Handwerk sei flexibel, er müsse nicht immer dasselbe machen, habe zudem angenehme Arbeitszeiten.

Und wie läuft das mit der Schule? Regelmäßig besucht Oldenburg für zwei bis drei Wochen das Bildungs- und Technologiezentrum in Borsdorf, bekommt dort das theoretische Rüstzeug für seinen neuen Beruf vermittelt. Dass er an der Einrichtung vor allem unter 16- bis 18-Jährigen weilt, damit hat der junge Erwachsene kein Problem. Was ihn nur stört, ist der oft mangelnde Respekt seiner Mitschüler gegenüber dem Lehrpersonal. „Das hat es früher so nicht gegeben“, betont er.

Das deutschlandweite Förderprogramm „Zukunftsstarter“ existiert seit Sommer 2016. Es soll Arbeitgeber für die etwas anderen Auszubildenden sensibilisieren. Für Menschen etwa, die eine Umschulung angehen wollen, weil es in ihrem alten Metier keine Perspektiven mehr für sie gibt. Oder für Menschen, die jahrelang nur gearbeitet haben, weil sie schon früh eine Familie ernähren mussten. Die Bundesagentur für Arbeit leistet jeweils finanzielle Unterstützung. Ziel sei, bis 2020 rund 120 000 Teilnehmer für eine Aus- und Weiterbildung mit der Absicht eines Berufsabschlusses zu gewinnen.

Von Matthias Klöppel

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