Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wurzen Umstieg mit 31: Wurzener wagt Neuanfang als Kfz-Mechatroniker
Region Wurzen Umstieg mit 31: Wurzener wagt Neuanfang als Kfz-Mechatroniker
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
05:00 13.10.2017
Steve Oldenburg beim Wechseln eines Autoreifens in der Werkstatt von Autoservice Schmidt in Wurzen. Quelle: Foto: Matthias Klöppel
Wurzen

Steve Oldenburg drückt nach vielen Jahren wieder die Schulbank. Der 31-Jährige hatte eine Ausbildung zum Maschinen- und Anlagenführer absolviert, in diesem Tätigkeitsfeld aber nie richtig Fuß gefasst. Nun startet er mit einer Einzelumschulung zum Kfz-Mechatroniker bei der Autoservice Schmidt GmbH im Wurzener Ortsteil Burkartshain noch einmal beruflich neu durch. Seit März 2016 lernt er das Handwerk, das ihm so viel Spaß macht, dass er sich jetzt schon sicher ist: „Ich habe die richtige Entscheidung getroffen.“

Oldenburg ist ein „Zukunftsstarter“. Unter diesem Label fördert die Bundesagentur für Arbeit Menschen im Alter zwischen 25 und 35 Jahren, die unter anderem ihren ursprünglich erlernten Beruf nicht mehr ausüben. Der Wurzener gehört zu dieser Gruppe. Seine überwiegenden Beschäftigungen nach Ausbildung und Wehrdienst erfolgten im Helferbereich. Viele Wechsel waren darunter, auch Einsätze über Zeitarbeit. Einer davon verhalf ihm zu einer temporären Arbeitsstelle bei Autoservice Schmidt. Dort erkannten die Vorgesetzten sein Potenzial und übernahmen ihn schließlich.

Inzwischen ist der zweifache Familienvater im dritten Lehrjahr. Über die Hälfte seiner Umschulungszeit hat er bereits geschafft. „Im nächsten Sommer bin ich fertig“, sagt er mit einem entspannten Lächeln. Mit den vier Kollegen in der Firma versteht er sich sehr gut. Kein Vergleich zu den Großbetrieben, in denen er vorher tätig war. „Bei mehreren hundert Mitarbeitern war es mit dem Betriebsklima stets etwas schwierig“, lautet sein Fazit. Auch sei das Drei-Schicht-System eine große Hürde gewesen, gerade im Hinblick auf die Betreuung seiner Kinder. Nun hingegen sei vieles besser. Das Kfz-Handwerk sei flexibel, er müsse nicht immer dasselbe machen, habe zudem angenehme Arbeitszeiten.

Und wie läuft das mit der Schule? Regelmäßig besucht Oldenburg für zwei bis drei Wochen das Bildungs- und Technologiezentrum in Borsdorf, bekommt dort das theoretische Rüstzeug für seinen neuen Beruf vermittelt. Dass er an der Einrichtung vor allem unter 16- bis 18-Jährigen weilt, damit hat der junge Erwachsene kein Problem. Was ihn nur stört, ist der oft mangelnde Respekt seiner Mitschüler gegenüber dem Lehrpersonal. „Das hat es früher so nicht gegeben“, betont er.

Das deutschlandweite Förderprogramm „Zukunftsstarter“ existiert seit Sommer 2016. Es soll Arbeitgeber für die etwas anderen Auszubildenden sensibilisieren. Für Menschen etwa, die eine Umschulung angehen wollen, weil es in ihrem alten Metier keine Perspektiven mehr für sie gibt. Oder für Menschen, die jahrelang nur gearbeitet haben, weil sie schon früh eine Familie ernähren mussten. Die Bundesagentur für Arbeit leistet jeweils finanzielle Unterstützung. Ziel sei, bis 2020 rund 120 000 Teilnehmer für eine Aus- und Weiterbildung mit der Absicht eines Berufsabschlusses zu gewinnen.

Von Matthias Klöppel

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ein Busfahrer macht mehr als den ganzen Tag durch die Gegend zu fahren. Wie viel Konzentration und Verantwortungsgefühl es braucht, um die Fahrgäste sicher von A nach B zu bringen, zeigen Nadine Schuster und Danny Zaspel von Regionalbus Leipzig auf Tour mit dem 693er Bus von Wurzen über Trebsen nach Grimma.

16.10.2017

Es sind bisweilen Kleinigkeiten, aber für Blinde und Sehschwache sind sie wichtig. Rillenplatten zur Orientierung mit dem Blindenstock oder auch ein Klingelknopf mit Punktbeschriftung. Um Hilfen für Blinde und Sehschwache geht es auch bei einem Aktionstag am 25. Oktober in Borna.

15.10.2017

Wurzen will an die Erfolge 2010 und 2015 anknüpfen und hat sich jetzt mit einem außergewöhnlichen Projekt beim Wettbewerb „Ab in die Mitte!“ beworben. Den Plänen nach soll der alte Wasserturm am Clara-Zetkin-Platz zum Musikturm gestaltet werden und auf dem benachbarte Areal ein steinerner Klanggarten entstehen.

15.10.2017