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Wurzen Umweltamt stützt Trebsen im Walziger Radwegstreit
Region Wurzen Umweltamt stützt Trebsen im Walziger Radwegstreit
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12:37 18.01.2016
Alles in Ordnung. Bürgermeister Stefan Müller (r.) und Steffen Lämmel vom Bauamt auf dem nach der Flut sanierten Rad- und Gehweg. Quelle: Thomas Kube
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Trebsen

Immer noch kehrt keine Ruhe ein in den Streit um eine Asphaltierung des Walziger Wegs in Trebsen. Weil seine Verwaltung aus dieser Stadtgegend weiter unter Beschuss genommen wird, bat Bürgermeister Stefan Müller (CDU) das Umweltamt des Landkreises und die LVZ zu einem Vor-Ort-Termin. Mit überraschenden Erkenntnissen.

Das Stück des Weges, das stark in Mitleidenschaft gezogen ist, wurde nach der Flutkatastrophe von 2015 überhaupt nicht saniert. „Es gehört uns auch nicht, sondern liegt auf Bennewitzer Flur“, sagt Müller und belegt das mit einer Karte, auf der die Gemarkungsgrenzen eingezeichnet sind. Wer sich also über den Zustand beschwert, solle sich an die Nachbarkommune wenden.

Der restliche Weg, der sich in Trebsener Verantwortung befindet, sieht noch tadellos aus. „Sicherlich kann es auch hier einmal ein Schlagloch geben“, räumt der Bürgermeister ein. Doch seit der Sanierung sei das nicht der Fall gewesen. Von einer Steuerverschwendung, wie sie Lothar Eckhardt aus Walzig der Stadt vorwarf, könne also keine Rede sein.

Für Steffen Lämmel vom kommunalen Bauamt entspricht die Bauweise dem ländlichen Wegebau. Und Martina Mannschatz, Sachbearbeiterin im Umweltamt des Landkreises, untermauert: „Dafür gibt es sogar eine Richtlinie.“ Der Ausbau sei für landwirtschaftliche Fahrzeuge geeignet. Unstrittig wäre dabei, dass solche ungebundenen Decken einem Verschleiß unterliegen; sie müssten gepflegt werden. Unstrittig ist auch, wie vor Ort deutlich wird, dass der Splitt nicht den besten und sichersten Untergrund für Radfahrer bietet. „Aber das ist nicht nur ein Rad-, sondern auch ein Fußweg“, erklärt Mannschatz. „Und für Wanderer ist Asphalt nun mal nicht so ideal.“

Eine Sache des Geschmacks, über die sich wohl streiten lässt. Bei der Beurteilung, ob der Weg hätte asphaltiert werden sollen, vertritt Martina Mannschatz hingegen eine klarere Meinung. „Die Stadt müsste einen Antrag einreichen. Es käme zu einem sehr umfangreichen Planverfahren mit ungewissem Ausgang, denn es gibt viele Rechtsvorschriften zu beachten. Und am Ende, so schätze ich die Lage ein, wird mit allergrößter Wahrscheinlichkeit eine Asphaltierung nicht genehmigt“, erklärt sie. Die Behauptung von Lothar Eckhardt, das Umweltamt sei über eine Schwarzdecke nicht glücklich, würde diese aber nicht verbieten, sei falsch: „So ein Signal kam nie von uns“, betont Mannschatz.

Bürgermeister Müller hat nach solchen Worten keine Zweifel mehr. „Unsere Bauamtsleiterin Marika Haupt bemühte sich wirklich um eine Asphaltierung. Aber wir mussten und müssen weiterhin davon ausgehen, dass ein solcher Antrag abgelehnt wird. Deshalb macht es keinen Sinn, einen zu stellen“, erklärt er. Ohnehin sei der Weg mit einer fünfjährigen Fördermittelbindung wiederhergestellt worden. Würde er jetzt asphaltiert, so Müller, müssten die damals erhaltenen Beihilfen zurückgezahlt werden.

Wie berichtet, war der Weg auf Bennewitzer Flur, den Walziger als Argument anführten, dass es auch anders geht, ohne Genehmigung mit Asphalt und Rasengittersteinen befestigt worden. Martina Mannschatz vom Umweltamt bescheinigt Trebsen: „Die Stadt hat sich an Recht und Gesetz gehalten und nicht eigenmächtig gehandelt.“ Bauamtsleiterin Haupt, die zum Vor-Ort -Termin verhindert war, hatte bereits im Technischen Ausschuss wissen lassen: „Ich kann nicht vom Bürger erwarten, dass er die Gesetze einhält, und selbst als Stadt dagegen verstoßen. Wir bauen so, wie es genehmigt ist. Etwas anders kommt mit mir nicht infrage.“

Von Frank Pfeifer

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